Eigenhaartransplantation
In den letzten Jahren steigt die Anzahl Patienten, die sich die Behandlung von Alopezie – Haarausfall – wünschen. Diese Tatsache hängt damit zusammen, dass die plastische Chirurgie eine neue, fortgeschrittene Methode der Haartransplantation bietet, bei der die zu transplantierenden Haare mit sog. FUE-Technik entnommen werden, wobei keine Narben, wie nach einem chirurgischen Schnitt oder bei der Strip-Technik entstehen.
Allgemeine Informationen
Auch bei Männern mit fortgeschrittenem Haarausfall bleiben in einigen Kopfbereichen wachsende Haare. Das Genick und die beiden Schläfen weisen meist einen dauerhaften Haarwuchs auf und werden als sog. Spendebereiche für die chirurgische Therapie der Alopezie benutzt.
Die Haarfollikel können aus diesen Bereichen bei einem oder mehreren Eingriffen – abhängig von der Anzahl der zu transplantierenden Haare - transplantiert werden. Die häufigsten Stellen sind sog. Ecken, die vordere Haargrenze oder der sog. Vertex (Scheitel), der höchstgelegene Teil des Schädels.
Die Haartransplantation ist ein Eingriff, der unter lokaler Betäubung erfolgt und in der Regel durch keine großen Komplikationen begleitet wird. Der Patient ist beim Bewusstsein und kann somit mit dem Operationsteam zusammenarbeiten. Während dieses Eingriffs werden die Haare samt Haarwurzeln aus dem Bereich mit Haarwuchs in die Bereiche verpflanzt, wo die Haare ausgefallen sind. Bei der Verpflanzung der Haare in die Ecken und auf die vordere Haarlinie wird diese Linie noch vor dem Eingriff mit dem Patient sorgfältig abgestimmt und eingezeichnet. Die Techniken der Entnahme der Follikel-Einheiten unterscheiden sich, es gibt zwei Möglichkeiten:
1. bei der sog. Strip-Technik wird am Hinterkopf nach der Betäubung mit lokalem Anästhetikum mit dem Skalpell ein Haarstück mit Haarwurzeleinheiten entfernt. Dieses Hautstück hat eine längliche Form mit Abmessungen gemäß Kopfgröße des Patienten von ca. 15-25cm x 2,5-4cm. Nach der Entnahme wird die Wunde mit einzelnen Nähten vernäht, die abhängig von der Spannung der Wundränder ca. 10-14 Tage belassen werden. Da die Wunde unter Spannung vernäht wird, kann die Narbe nach der Entnahme etwas breiter sein. Bei einer Frisur mit Haarlänge unter 1 cm kann die Narbe auch auffällig sein.
2. bei der neuesten, sog. FUE-Technik (Follicular Unit Extraction – Entnahme einzelner Haarwurzelgruppen - follikularer Einheiten) wird die Entnahmestelle auch mit einem lokalen Anästhetikum betäubt. Die Entnahme ist zeitaufwendig, da die jede Haarwurzelgruppe separat entnommen wird. Nach der Entnahme jeder Haarwurzelgruppe bleiben an der Entnahmestelle kleine Wunden von 1 mm Durchmesser, die spontan verheilen. Es stimmt daher nicht, dass bei der FUE-Methode im Spendebereich keine Narben bleiben. Es handelt sich um zahlreiche kleine Narben, die aber so klein sind, dass sie auch bei einem ganz kurzen Haarschnitt unauffällig sind.
Ablauf der Transplantation
Nach der Entnahme der Haarwurzelgruppen und deren Vorbereitung für die Transplantation (unterschiedlich bei den einzelnen Methoden) beginnt die eigene Transplantation, die wieder mit der Betäubung des zu behandelnden Bereiches beginnt. Abhängig von der Technik unterscheidet sich die Transplantation darin, ob die Öffnungen für die Transplantation der Haarwurzel vor jeder einzelnen Implantation oder alle auf einmal vorbereitet werden. Nach der Transplantation wird der behandelte Bereich mit antibiotischer Salbe und steriler Abdeckung gedeckt. Nach der Operation wird der Kopf mit sterilem Verband abgedeckt, der unterschiedlich lange – in Abhängigkeit von der verwendeten Technik der Transplantation – belassen wird, mindestens jedoch bis zum nächsten Tag.
Was ist eine Haarwurzelgruppe?
Ursprünglich herrschte die Meinung, dass Haare am Kopf einzeln wachsen. Eingehende Untersuchungen ergaben jedoch, dass die Haare am Kopf in Gruppen vorkommen und wachsen. Sie wachsen in Gruppen mit 1, 2, 3 oder 4 Haaren. Jede solche Gruppe wird als Haarwurzelgruppe – follikulare Einheit – bezeichnet.
Was kann ich vom Eingriff erwarten?
Insbesondere ist es wichtig, eine reale Vorstellung über die Möglichkeiten der chirurgischen Therapie der Alopezie zu haben. Die Dichte des neuen Haarwuchses ist durch viele Faktoren beeinflusst, vor allem durch die verwendete Methode der Transplantation. Die verfügbaren Methoden sind insbesondere durch die Tatsache limitiert, wie nah aneinander die Haarwurzelgruppen während eines Eingriffs implantiert werden sollen. Die Haardichte im transplantierten Bereich kann beim nächsten Eingriff erhöht werden, der zweite Eingriff zur Erhöhung der Haardichte im transplantierten Bereich erfolgt in der Regel ein Jahr nach der ersten Operation. Die Anzahl der erforderlichen Eingriffe ist individuell und hängt vom Umfang des Haarverlustes ab.
Empfehlungen vor dem Eingriff
Um die bestmöglichen Bedingungen für die Haartransplantation unter Berücksichtigung möglicher Komplikationen und des Überlebens der Haarwurzeln zu schaffen, halten Sie bitte folgende Empfehlungen ein:
Während 10 - 14 Tage vor dem Eingriff keine Medikamente mit Azetysalyzilsäure (Aspirin, Anopyrin, ...), nichtsteroide Antiflogistika (Ibuprofen, Brufen, Ibumax,…) und Propanolol (Betablocker) einnehmen.
Zwei Tage vor der Operation kein Alkohol trinken
Bei der Haartransplantation mit sog. Strip-Technik lassen Sie die Haare im Spendebereich mindestens 1 cm lang, um die Entnahmestelle verstecken zu können.
Bei der Haartransplantation mit der Entnahme der einzelnen follikularen Einheiten (FUE) wählen Sie einen kurzen Haarschnitt. Haare im Spendebereich werden noch am Transplantationstag direkt in der Klinik mit einer Haarschneidemaschine auf die geforderte Länge 2 mm rasiert. Rasieren Sie den Spendebereich nicht selbst, es könnte die Entnahme der Haarwurzelgruppen verhindert werden.
Eine Woche vor der Operation sollte das Haar täglich gewaschen werden, es werden damit Schuppen und Haare entfernt, die in der nächsten Zeit spontan ausfallen würden.
Am Abend vor der Operation duschen Sie sich oder nehmen Sie ein Bad.
Am Tag der Operation
Für den Eingriff ziehen Sie sich bitte ein älteres Hemd oder eine andere lose Kleidung an, die am Hals aufgeknöpft werden kann. Es ist wichtig, dass ihr Kleidungsstück beim Anziehen nicht mit einer engen Öffnung über den Kopf gezogen werden muss.
Am Tag des Eingriffs frühstücken Sie leicht, Kaffee oder Tee werden am Tag der Operation nicht empfohlen.
Sorgen Sie für eine Aushilfe bei der Heimfahrt, es kann sein, dass Sie während des Eingriffs Medikamente bekommen, die die Aufmerksamkeit beeinträchtigen und Sie nach deren Einnahme nicht lenken können. Ihr Arzt informiert Sie, wann ungefähr die Transplantation beendet wird, entsprechend dem Umfang der Transplantation. Vorläufig können Sie mit der Zeit von 6 bis 8 Stunden rechnen.
Für Verpflegung während des Tages wird in der Klinik gesorgt.
Informieren Sie Ihren Arzt über eventuelle Allergien.
Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen.
Informieren Sie Ihren Arzt über eventuelle Erkältung oder eine andere Erkrankung.
Postoperative Pflege
Nach der Entfernung des Verbands befinden sich in dem transplantierten und bei der Entnahme nach der FUE-Technik auch im Entnahmebereich etliche Borken, die sich allmählich lösen. Eine gewaltfreie Entfernung der kleinen Borken ist insbesondere in dem transplantierten Bereich wichtig, da die verpflanzten Haare erst nach 14 Tagen nach der Operation gegen mechanische Ablösung widerstandsfähig sind. Die transplantierten Haare fallen innerhalb eines Monats aus, nur ein kleiner Teil bleibt und der neue Haarwuchs ist ungefähr nach 3-4 Monaten nach der Transplantation sichtbar. Wir müssen uns vor Augen führen, dass die verpflanzten Haarwurzeln insbesondere die Erneuerung der Blutversorgung brauchen, um zu überleben, und dies dauert unterschiedlich lange. Der Erfolg der Transplantation kann daher erst in 6 bis 9 Monaten nach dem Eingriff beurteilt werden, wenn die Haardichte im transplantierten Bereich erst sichtbar ist.
Mit der Eigenhaartransplantation in der Klinik Laurea befasst sich der plastische Chirurge Dr. Med. Evžen Trupar.

