Liposuktion - Fettabsaugung

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Fettabsaugung hilft bei Lipödem

Geschwollene, schwere Beine, die schmerzen und sich oftmals entzünden: Frauen, die unter einem Lipödem leiden, konnte bislang nicht dauerhaft geholfen werden. Lymphdrainagen oder Kompressionen linderten nur zeitweise die Symptome und verzögerten das Fortschreiten der Krankheit.

Mit der Fettabsaugung bei Lipödem setzt sich nun eine Therapieform durch, die an den Ursachen ansetzt. Nicht nur werden Schwellungen und Schmerzen deutlich reduziert, den betroffenen Frauen wird auch zu einem besseren Körpergefühl verholfen. Dr. med. Thomas Schulz, Facharzt für Dermatologie und Leiter der Invisis Klinik für ästhetische Medizin in Rottweil, erklärt warum die Erkrankung durch Diäten und Sport nicht vollständig heilbar ist und wie eine Fettabsaugung den Patientinnen helfen kann.

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Dr. med. Thomas Schulz

Das Lipödem ist eine fortschreitende Erkrankung, die ausschließlich bei Frauen auftritt. An einzelnen Körperstellen, zunächst vor allem an Hüfte und Oberschenkeln, sammelt sich dabei Fettgewebe an. Auch schlanke Frauen sind von dieser Fettverteilungsstörung betroffen. Bei ihnen ist der Kontrast zwischen dem schmalen Oberkörper und einer umfangreicheren unteren Körperhälfte besonders stark ausgeprägt - die Proportionen stimmen nicht mehr. Im weiteren Verlauf der Erkrankung vermehrt sich auch an Unterschenkeln und Oberarmen das Unterhautfettgewebe. Die starke Vermehrung der Fettzellen führt zu einer erhöhten Produktion von Lymphflüssigkeit. Die Lymphgefäße können deren große Menge nicht mehr bewältigen, die Lymphflüssigkeit staut sich, es kommt zu Schwellungen, die empfindlich auf Druck reagieren. Die Patientinnen leiden unter Schmerzen in den Beinen, auch Entzündungen können auftreten.

Die Gründe für die Entstehung eines Lipödems sind noch nicht hinreichend geklärt. Da die Erkrankung aber vor allem in Phasen der hormonellen Umstellung - wie Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahre - in Erscheinung tritt, wird ein Zusammenspiel von Veränderungen im Hormonhaushalt und genetischer Disposition vermutet.

Die Erkrankung ist progressiv, das heißt: Ohne Behandlung prägt sich des Lipödem im Laufe der Jahre weiter aus. Im fortgeschrittenen Stadium entstehen Schäden am eigentlichen Lymphsystem. Ein sekundäres Lymphödem, bei dem nun der fehlerhafte Transport der Lymphe am Anfang der Entstehung immer neuer Ödeme (Schwellungen) steht, kann zu weiteren schmerzhaften Komplikationen führen. In sehr seltenen Fällen droht Elephantiasis als Extremform am Ende dieser Entwicklung.

Bisherige Therapieansätze konnten dem Fortschreiten der Erkrankung nicht viel entgegensetzen. Lediglich durch regelmäßige Lymphdrainagen und Kompressionen ließ sich der weitere Verlauf hinauszögern und eine Beschädigung von Gefäßen und Nerven vermeiden, indem der Transport der Lymphflüssigkeit unterstützt wurde. Zeitaufwändig und umständlich, bedeuteten diese Anwendungen häufig eine zusätzliche Belastung für die Patientinnen. Einen neuen Therapieansatz bei Lipödemen bietet nun die Fettabsaugung.

Liposuktion bekämpft schonend und dauerhaft Ursachen des Lipödems

Die Wirksamkeit der Liposuktion bei Lipödem beruht darauf, dass sie gezielt gegen die Fettzellen vorgeht, die ursächlich für die Störung des Lymphsystems verantwortlich sind. Mit der Fettabsaugung lässt sich außerdem eine ästhetische Verbesserung des Krankheitsbildes erreichen, was mit den bisherigen konservativen Methoden nicht möglich war. Durch die Verringerung der Fettzellen produziert der Körper auch weniger Lymphflüssigkeit. Das Lymphsystem ist nicht mehr überlastet, schmerzhafte Schwellungen gehen zurück.

Bei den modernen, gewebeschonenden Techniken der Fettabsaugung mit vibrierenden Kanülen ist das Risiko der Verletzung von Nerven und anderen Gewebsstrukturen sehr gering, da der operierende Arzt keinen Druck auf das Gewebe ausübt. Auch die Gefahr von postoperativen Schwellungen ist so ausgesprochen gering. Die Tumeszenzlokalanästhesie, bei der eine Betäubungslösung in das Unterhautfettgewebe injiziert wird, hat bei Liposuktionen die Vollnarkose abgelöst, die mit einem deutlich höheren Komplikationsrisiko behaftet war. Mit feinsten Kanülen, die durch kleine Hautschnitte in das Unterhautfettgewebe eingeführt werden, saugt der Operateur sanft die überschüssigen Fettzellen ab. Schon wenige Wochen nach dem Eingriff sind die Schnitte nicht mehr zu sehen.

Bei einer Fettabsaugung kann der behandelnde Arzt die vom Lipödem betroffenen Körperpartien gezielt modellieren. Das Tragen körperbetonter Kleidung und die größere Bewegungsfreiheit sind bei den Patientinnen häufig gekoppelt an ein gestärktes Selbstbewusstsein, mehr Aktivität und neuer Lebensfreude. Zwar sind in einzelnen Fällen auch nach der Liposuktion weitere Behandlungen zur Entstauung der Lymphe notwendig, jedoch können die Abstände zwischen den Sitzungen vergrößert werden. Die Liposuktion erweist sich als die beste derzeit bekannte Therapieform bei Lipödem.

Einziger Wermutstropfen: Noch werden die Kosten für die Fettabsaugung bei Lipödem von den Krankenkassen trotz erwiesener Wirksamkeit nicht übernommen.

Autor:
Thomas Schulz

    
 
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