Nach der Badesaison ist vor der Badesaison

Publiziert: 12.03.2010. Aktualisiert: 30.11.2011

Jetzt, wo nur mehr die Erinnerungen an sonnige Strandtage im vergangenen Sommer und Herbst einen wärmen, beginnt man sehnsüchtig nach dem kommenden Sommer zu schielen.

Den einen oder anderen mag bei der Selbstbetrachtung im Badezimmerspiegel nach den genußreichen Feiertagen ein kleiner Zweifel bezüglich der Strandtauglichkeit dieser oder jener Körperregion beschleichen. Da kommen dann die guten Vorsätze zu Neujahr ins Spiel: den Gürtel enger schnallen, kalorienmäßig auf die Bremse treten und mehr Bewegung!  In aller Regel sind dadurch die gewünschten Bikini- und Badehose-Proportionen bis zum nächsten Badetag wieder hergestellt.

Leider stellt mancher oder manche nach harten Zeiten der Selbstdisziplin trotzdem fest, dass es Regionen gibt, die diät- oder trainingsresistent sind. Hier kann in bestimmten Fällen die Plastische Chirurgie die gewünschte Harmonisierung der Proportionen schaffen. Gemeint ist die Fettabsaugung, auch Liposuktion genannt. Sie stellt ein geeignetes Mittel zur Korrektur einzelner Körperregionen durch Entfernen von Fettzellen dar. Sie ist aber auf keinen Fall ein Mittel zur Gewichtreduktion bei Übergewicht.

Häufige „Problemzonen“ bei Frauen sind z.B. die sogenannten „Reithosen“, also Fettpölsterchen seitlich an den Oberschenkeln, die eine Kontur wie eine Reithose verleihen, oder auch ein kleines Bäuchlein unterhalb des Nabels. Beim Mann sind es häufiger Fettüberschüsse auf dem Brustmuskel oder über den Hüften, das sog. „Hüftgold“.

Wenn also der Wunsch besteht, diese sonstigen Maßnahmen wiederstandleistenden  Zonen zu korrigieren, so ist dies im Rahmen einer Liposuktion möglich. Hierbei wird zumeist unter Vollnarkose oder im Dämmerschlaf das zu entfernende Fettgewebe mit einer speziellen Flüssigkeit aufgelockert. Durch kleinste Hautschnitte werden dann mit einer etwa 3mm durchmessenden Kanüle die aufgelockerten Fettzellverbände abgesogen. Mehr als 4 Liter sollten in einer Operation nicht entnommen werden, da die Auswirkungen auf den Gesamtorganismus sonst zu groß wären. Dies ist auch einer der Gründe, weshalb die Liposuktion nicht der puren Gewichtsreduktion dienen kann, da man dabei maximal 3-4 Kilo verliert, die man sich einfacher abtrainieren kann.

Nach etwa 10 Tagen werden die Fädchen an den Hautschnitten entfernt; spätestens dann tritt auch Arbeitsfähigkeit wieder ein. Nach der Operation muß für ca. 6 Wochen eine spezielle Kompressionswäsche getragen werden, die der Haut hilft, die notwendige Schrumpfung zu vollziehen und sich an die neue Kontur anzulegen. Während dieser Zeit sollte kein oder nur sehr leichter Sport getrieben werden, weil es sonst zu Wasseransammlungen im OP-Gebiet kommen kann. Nach der Heilungsphase ist man dann aber wieder voll einsatzbereit. Natürlich ist es nach der Liposuktion wichtig, weiter auf seine Ernährung zu achten, da zwar die absolute Anzahl der Fettzellen im Körper für immer verringert wird, die verbleibenden Zellen aber jede für sich bei anhaltender übermäßiger Kalorienzufuhr stark an Größe zunehmen können, was wiederum zu Fettpölsterchen führen kann.

Im Hinblick auf die beste Jahreszeit für diesen Eingriff ist der Winter und das Frühjahr zu empfehlen, da das Tragen der Kompressionsware dann am leichtesten fällt und man zur Badesaison in neuer Form erstrahlt.

Dr. F.Sandweg