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Gynäkomastie - typische Probleme, Risiken, Verlauf der Behandlung

Aktualisiert: 29.07.2009
Neuigkeit

Im Folgenden können Sie sich über die Möglichkeiten der plastisch-chirurgischen Korrektur bei vergrößerter männlicher Brustdrüse (Gynäkomastie) informieren. In dem vorliegenden Artikel wird Ihnen das operative Verfahren und mögliche Risiken der Brustkorrektur bei Gynäkomastie prinzipiell erläutert.

Die typischen Probleme – und ihre Lösung

Bei der Gynäkomastie ist die männliche Brustdrüse vergrößert ähnlich einer weiblichen Brust. Meist ist die Veränderung beidseitig, es kann jedoch auch zu einer einseitigen Gynäkomastie kommen.

Im Jugendalter, während der Pubertät, ist die Gynäkomastie bei veilen Knaben zu finden und nicht krankhaft. Sie betrifft fast jeden zweiten Jugendlichen. Meist findet eine spontane, komplette Rückbildung der Pubertätsgynäkomastie statt.

Bei erwachsenen Männern tritt eine Gynäkomastie ebenfalls sehr häufig auf. Oft bleibt die Ursache im Unklaren. Mögliche Ursachen sind eine veränderte Leberfunktion, die Einnahme östrogenhaltiger Medikamente, wodurch die Balance zwischen männlichen und weiblichen Hormonen ins Ungleichgewicht gerät. In einzelnen, seltenen Fällen kann ein Tumor die Gynäkomastie verursachen.

Bei gravierendem Übergewicht sollte vor einer Operation zunächst durch diätetische und sportliche Maßnahmen eine Gewichtsreduktion mit möglicher Verminderung der Gynäkomastie angestrebt werden. Ist die Gynäkomastie Folge übermäßigen Alkohol- oder Marihuanagenusses oder auf den Gabrauch anaboler Steroide zur Figurveränderung zurückzuführen, ist ebenfalls eine Veränderung des verursachenden Verhaltens ratsam.

Welche Risiken hat eine Brustkorrektur bei Gynäkomastie?

Wenn Ihre Operation von einem erfahrenen, qualifizierten Plastischen Chirugen vorgenommen wird, sind Komplikationen selten und in der Regel für ein dauerhaft gutes Ergebnis unbedeutend. Dennoch gibt es bei jeder Operation allgemeine Risiken, die durch die Operation selbst bedingt sind, und spezifische Komplikationen, die mit der Eigenheit des Eingriffs verbunden sind.

Wie bei jeder Operation können nach einer Brustkorrektur Blutergüsse und Schwellungen im Brustbereich auftreten, die in der Regel von selbst abheilen. Infektionen des Wundgebietes sind selten und können in der Regel durch eine geeignete Antibiotikatherapie vollständig zur Abheilung gebracht werden. In sehr seltenen Fällen kann es jedoch notwendig sein, die Infektion chirurgisch zu sanieren.

In einzelnen Fällen kann es trotz sorgfältigster Operationstechnik zu unschönen Narben, Farbeveränderungen der Haut im operierten Bereich und zu Reliefverformungen der Brust oder auch Verziehungen der Brustwarzen kommen. Durch Korrekturoperationen können diese unerwünschten Veränderungen jedoch meist gut ausgeglichen werden.

Unerwünschte Reaktionen auf die Narkose sind heutigentags extrem selten, können aber vorkommen und müssen daher an dieser Stelle genannt werden. So kann das Narkosemittel selbst zu Unterträglichkeitsreaktionen führen, die jedoch in der Regel gut beherrschbar sind.

Insgesamt gesehen ist die operative Korrektur der Gynäkomastie eine komplikationsarme Operation mit einem hohen Grad an Effizienz und Sicherheit.

Wie läuft die Operation ab?

Die Operationsdauer beträgt in der Regel eine bis anderthalb Stunden. Größere Eingriffe können im Einzelfall auch länger dauern.

Vermehrtes Brustdrüsengewebe wird chirurgisch entfernt. Diese Exzision kann allein oder in Verbindung mit einer Fettabsaugung (Liposuktion) erfolgen. Über kleine  Hautschnitte am Rand oder quer durch die Brustwarze wird das überschüssige Brustdrüsengewebe in Verbindung mit überschüssigem Fett und Haut entfernt. Sind größere Gewebsmengen zu entfernen, sind die Einschnitte in die Haut in der Regel auch ausgedehnter. Wird zusätzlich zur optimalen Konturierung der Brust eine Fettabsaugung vorgenommen, kann die erforderliche Kanüle zur Absaugung von Fettgewebe durch die vorhandenen Hautschnitte oder aber über kleine Schnitte im Bereich der seitlichen Unterbrustfalte oder Achselhöhle eingeführt werden.

Wenn vorwiegend eine Formierung von Fettgewebe vorliegt, kann eine Behandlung durch die Fettabsaugung allein angezeigt sein. Die hierfür notwendigen Hautschnitte werden an den zuvor beschrieben Stellen gesetzt.

Im Fall einer Kombinationsbehandlung aus Fettabsaugung und chirurgischer Ausschneidung wird vorzugsweise im ersten Schritt die Saugung erfolgen und im zweiten, darauf folgenden Schritt die Ausschneidung des Restbrustdrüsenkörpers.

Unter ständigem Bewegen der schmalen, hohlen Kanüle wird das Fettgewebe gelöst und nachfolgend abgesaugt. Bei dem Vorgang wird von örtlich betäubten Patienten oft ein Vibrieren oder ein Druckgefühl verspürt.

Bei sehr ausgeprägter Gynäkomastie kann nach der Korrektur der Fall eintreten, dass die Haut nicht mehr über die neue Brustkontur passt. Dann wird überschüssige Haut entfernt und die verbleibende Haut fest an die neue Brustkontur angelegt.

Üblich ist das Einlegen einer Drainage in das Operationsgebiet zum leichteren Abfluss von Wundsekret. Zusätzlich dient die Anlage eines straffen Verbandes zur besseren Fixierung der neuen Gewebskontur der Brust.

Was ist nach der Operation zu beachten?

Leichte Schmerzen und ein Ziehen im Wundgebiet sind in den ersten Tagen nach der Operation normal. Solche postoperativen Beschwerden lassen sich durch wirksame Medikamente jedoch gut behandeln. Der Verband sollte selbstverständlich genau gemäß der Anweisung des Arztes getragen werden. Hautnähte werden nach Ablauf von etwa 7 bis 10 tagen entfernt.

Schwellungen und Blutergüsse können am Anfang relativ stark sein. Daher ist es üblich für eine oder zwei Wochen kontinuierlich und später einige Wochen noch nachts einen elastischen Verband anzulegen. Die Schwellungen gehen in den ersten Wochen meist sehr gut zurück, das endgültige Ergebnis ist allerdings erst nach Ablauf von mindestens drei Monaten zu sehen.

An Ihren Arbeitsplatz können Sie in der Regel nach ein bis zwei Tagen zurückkehren, immer vorausgesetzt, Sie fühlen sich bereits fit genug. Anstrengende sportliche Aktivitätaen sollten Sie in der ersten drei Wochen meiden. Auch in der Folgezeit sollten Sie zunächst auf Sport verzichten, bei welchem die Brust leicht verletzt werden kann.

Sonnenbestrahlung Ihrer Narben sollten Sie sechs Monate lang strikt vermeiden, um die Gefahr von Pigmentstörungen der Haut im Narbenbereich zu bannen. Falls eine Sonnenexposition unvermeidlich ist, sollten Sie Cremes mit maximalen Lichtschutzfaktor verwenden.

Ihr neues Aussehen

Bei richtiger Indikationsstellung und realistischer Erwartung sind die allermeisten Patienten sehr zufrieden und glücklich mit der maskulinen Brustkontur als Ergebnis der Operation. Das gute Ergebnis ist im Allgemeinen dauerhaft. Die Verbesserung des äußseren Ercheinungsbildes trägt in der Folge auch zu erhöhter Selbstzufriedenheit und gesteigertem Selbstwertgefühl bei.

Kann eine Brustkorrektur bei Gynäkomastie wiederholt werden?

In sehr seltenen Fällen kann eine Gynäkomastie wider auftreten. Dann ist es in der Regel kein Problem, die Brustkorrektur zu wiederholen. Regelmäßige Kontollen bei Ihren Plastischen Chirurgen helfen eventuelle Komplikationen frühzeitig aufzudecken und zu behandeln. Falls Probleme auftreten, kann im Einzfall abgewogen werden, welche korrigierenden Maßnahmen ergriffen werden.