Schöne und natürliche Resultate
Eine Behandlung, zwei verschönerte Körperpartien: Transplantiertes Eigenfett strafft die Haut, lindert Fältchen, sorgt für mehr Fülle an Brüsten und Wangen. Dr. med. Christian Köhler, ärztlicher Leiter des Prevention Center in Zürich, über die Vorteile dieser innovativen Methode.
Die Behandlung mit Eigenfett, auch Lipofilling genannt, ist einer der größten Trends in der Plastischen Chirurgie. Vor allem in den USA wird Lipofilling häufig durchgeführt. Wie funktioniert diese Methode?
Generell gibt es verschiedene Techniken zum Eigenfett-Transfer oder Lipofilling, die bereits vor 100 Jahren erstmals durchgeführt und beschrieben wurde. Heutzutage wenden Plastische Chirurgen die folgende Methode an: An einer geeigneten Körperregion wird Fett in klassischer Weise entnommen und möglichst rasch wieder am Zielort unterspritzt. Nach der Entnahme werden überschüssiges Öl und Wasser entfernt. Dies geschieht durch sanfte Zentrifugation oder Filtrieren. In der Regel überleben zwei Drittel der transplantierten Fettzellen und können dann mehrere Jahre ein schönes Resultat ergeben.
Was sind die Vorteile im Vergleich mit Fillern oder Silikon?
Wir verwenden natürliches, körpereigenes Material und erreichen dadurch längere Haltbarkeiten von zwei Jahren oder länger. Das Resultat kann sogar ein ganzes Leben lang erhalten bleiben! Die Eigenfettbehandlung führt zu sehr schönen und natürlichen Resultaten. Und dann ist natürlich die Behandlung einer eventuell weiteren Problemzone möglich, nämlich am Ort der Fettentnahme. Bekannte Risiken der Eigenfettbehandlung sind Zysten oder Unebenheiten. Risiken wie die Kapselfibrose bei Implantaten gibt es hingegen nicht. Trotzdem ist es wichtig, sich von einem erfahrenen Arzt behandeln zu lassen.
Welche Körperpartien können mit Eigenfett behandelt werden?
Am besten eignet sich Eigenfett für die Modellierung des Gesichtes. Nasolabialfalten lassen sich damit genauso behandeln wie zu schmale Lippen, Augenringe oder eingefallene Wangen. Dann folgen die Vergrößerung des Pos und die Brustvergrößerung. Allerdings steigen auch die Risiken mit mehr transplantiertem Volumen, sodass nur kleine Volumenänderungen an der Brust sinnvoll sind.
Wer führt Behandlungen mit Eigenfett durch? Und braucht es dafür ein spezielles Know-how?
Spezielles Know-how ist ganz wichtig. Gerade beim Lipotransfer sind kleine Tricks und Tipps sehr wichtig und hilfreich, um ein langfristiges und perfektes Ergebnis zu haben.
Deshalb sollten interessierte Patienten sich einen Arzt mit viel Erfahrung bei Fillern und speziell Eigenfett-Transfers suchen.
Wie lange dauert eine Eigenfettbehandlung? Wie oft muss sie wiederholt werden?
Eine Unterspritzung im Gesicht dauert etwa eine Stunde. Allerdings sind Schwellungen und blaue Flecken möglich, die erst nach ein paar Tagen abklingen. Mit einer Korrektur nach wenigen Wochen können kleine Verbesserungen vorgenommen werden, das ist aber nicht zwingend notwendig.
Für wen eignet sich diese Behandlungsmethode?
Grundsätzlich ist jeder geeignet für diese Behandlung. Bei Kundinnen mit kleinen Fettpölsterchen am Körper steht ausreichend Eigenfett für eine spätere Injektion zur Verfügung. Bei beginnendem Volumenverlust im Gesichtsbereich können so schnell erstaunliche Effekte erreicht werden. Hauptsächlich nutzen Frauen zwischen 30 und 50 diese revolutionäre Technik.
Mit welchen Nebenwirkungen oder Allergien muss der Patient rechnen?
Allergien gibt es keine, da es sich um körpereigenes Gewebe handelt. Sonstige Nebenwirkungen sind Schwellung, Rötung und blaue Flecken. Kleine Zysten sind bei den modernen Techniken sehr selten geworden.
Wie lange hält das Resultat?
Die Haltbarkeit beträgt etwa zwei bis fünf Jahre, bei manchen Patienten und Patientinnen hält das Resultat sogar bis an ihr Lebensende! Ein Nachbessern oder eine Wiederholung der Unterspritzung ist bei Bedarf natürlich möglich.

