Zahnimplantate: Dauerhafter, natürlich aussehender Zahnersatz
Für Dr. med. Sven Dannemann, Mund-Kiefer-Gesichtschirurg und Implantologe, ist guter Zahnersatz mehr als der funktionale Ersatz verlorener natürlicher Zähne: Eine entscheidende Rolle spielt auch die Ästhetik. Kein Wunder also, dass er bei Zahnlücken für Zahnimplantate plädiert, die von echten Zähnen kaum zu unterscheiden sind - weder Optik, noch Tragegefühl und Kaufunktion betreffend. Für Estheticon berichtet der Münchner Facharzt über die Vorteile von Zahnimplantaten im Vergleich zu herkömmlichen Brücken.
Ein perfekt gepflegtes, gesundes Gebiss ohne Zahnlücken ist heute wichtiger denn je. Fehlende Zähne beeinträchtigen nicht nur das Aussehen eines Menschen, sondern wirken sich auch auf die Gesundheit negativ aus. Studien bescheinigen Menschen mit einem vollständigen Gebiss eine durchschnittlich sieben Jahre längere Lebenserwartung. Voraussetzung für gesunde Zähne ist natürlich eine sorgfältige und regelmäßige Zahnpflege. Bei Zahnverlust können Zahnimplantate helfen: Dieser moderne Zahnersatz wird im Kiefer verankert und ermöglicht seinem Träger wieder ein genussvolles Zubeißen.
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Dr. med. Sven Dannemann |
Neben Zahnimplantaten sind Brücken ein oft genutztes Mittel, um Lücken im Gebiss zu schließen. Die Zahnprothese wird dabei an den Zähnen neben der Lücke festgemacht. Ein Nachteil dieser Vorgehensweise ist das Begünstigen von Karies und Zahnfleischentzündungen bei angrenzenden Zähnen. Diese müssen darüber hinaus vor dem Einsetzen der Brücke präpariert werden, um ihr ausreichend Halt bieten zu können, wodurch gesunde Zahnsubstanz verloren geht.
Eine für Zähne und Zahnfleisch schonendere und langlebigere Alternative sind moderne Zahnimplantate. Sie sehen aus wie echte Zähne und sind ebenso leicht zu pflegen. Erfahrene Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen können Zahnimplantate - nach einer Knochenaufbau-Behandlung - auch in einem eher schmalen Kiefer einbringen.
Zahnimplantate sind Schrauben aus Reintitan, die, ähnlich wie natürliche Zahnwurzeln, im Kiefer befestigt werden. Das Metall Titan ist wegen seiner Eigenschaften hierfür sehr gut geeignet: Reintitan bildet auf der Oberfläche eine Oxidschicht (Sauerstoffschicht) aus und wird vom Körper besonders gut angenommen. Ein vollständiges Einwachsen des Implantats ist so möglich. Geht es um die Wahl des richtigen Implantatherstellers, sollte sich der Chirurg auf einen renommierten Hersteller verlassen. So ist die Reinheit des Titans garantiert und auch die Möglichkeit, in vielen Jahren Ersatzteile zu erhalten, ist gegeben. Auch den Implantattyp gilt es zu wählen: hier sollte sich der Operateur für ein auf Knochenniveau einheilendes Implantat entscheiden. Dieser Implanttatyp heilt geschützt unter der Schleimhaut ein. Bei der Operation wird ein kleiner Schnitt im Zahnfleisch gesetzt und eine Öffnung im Kiefer vorbereitet, in der das Zahnimplantat angebracht wird. Anschließend wird der Schnitt vernäht.
An die Operation schließt sich die Einheilphase an, die zwei bis drei Monate dauert, abhängig davon, ob sich das Zahnimplantat im Unter- oder Oberkiefer befindet. In den ersten Tagen nach der OP können leichte Schwellungen im Gesicht auftreten, die sich jedoch gut mit Medikamenten und Kühlung behandeln lassen. Die Verwendung einer antiseptischen Mundspülung hilft, Entzündungen zu vermeiden. Die Zähne sollten in den ersten Tagen mit einer weichen Zahnbürste geputzt und Belastungen der operierten Stelle vermieden werden. Nach ungefähr sieben Tagen ist die Wundheilung in der Regel abgeschlossen, allerdings muss ein provisorischer Zahnersatz getragen werden, bis sich der Kieferknochen fest um das Zahnimplantat gelegt hat und dieses sicher im Kiefer verankert ist.
Sicherheit sollte Vorrang haben, wenn es um das Einsetzen von Zahnimplantaten geht. Deshalb sollte ein Facharzt für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie (MKG) mit langjähriger Erfahrung in der Implantologie den Eingriff vornehmen. Vorteil für die Patienten ist, dass ein MKG-Chirurg gewöhnlich auch viel größere Eingriffe als eine Zahnimplantation durchführt und der Patient so von dieser Erfahrung bei dem verhältnismäßig kleineren Eingriff profitiert. Auch können durch eine sorgfältige Arztwahl Risiken, wie die einer gestörten Wundheilung, minimiert werden. Hinzu kommt, dass nur ein Fachmann zuverlässig abschätzen kann, ob eventuell Kontraindikationen für den Eingriff vorliegen oder ergänzende Behandlungen notwendig sind.
Die meisten MKG-Chirurgen können durch digitales Röntgen auf den Einsatz einer strahlenbelastenden Computertomographie (auch CT, 3D-Röntgen oder DVT genannt) verzichten und vermeiden zudem den Einsatz von künstlichem Knochen vollständig, indem sie das Implantatlager mit körpereigenem Kieferknochen (Eigenknochen) wieder aufbauen. Dieser hat das Immunsystem des Patienten und kann sich besser verteidigen.


