Paul Gerhardt Diakonie unterstützt einzigartige Rettungsoperation
Es war im April 2010, als die in Berlin studierende georgische Studentin Natia Gabechava und Rainer Ossig vom Mönchengladbacher Deutsch-Russischen Integrationsverein eine Hilfsaktion für den in Georgien lebenden Jungen Rati Xmaladze ins Leben riefen. Der 15-jährige Rati leidet immer noch an den Folgen von Schussverletzungen. Rati muss dringend operiert werden, wenn er eines Tages wieder schmerzfrei laufen soll.
Dank finanzieller Unterstützung von “Bild hilft e.V - Ein Herz für Kinder", der Franz Beckenbauer Stiftung, der Katarina Witt Stiftung und der AWD-Stiftung Kinderhilfe konnte Rati nun für eine Operation nach Deutschland reisen. Gemeinsam werden die vier Stiftungen die Kosten der Operation in Höhe von 20.000 Euro tragen. Zusammen mit seiner Mutter hält sich Rati seit dem 20. September in Berlin auf. Auch die deutsche Botschaft in Tiflis tat alles, um Ratis Reise möglichst unbürokratisch und zeitnah zu ermöglichen. Schnell und zügig verlief die Visaerteilung für den Jungen und seine Mutter. Operiert werden wird Rati von dem Dozenten Dr. Nektarios Sinis, dem medizinischen Direktor der Klinik für plastische Chirurgie am Martin-Luther Krankenhaus (Caspar-Theyß-Str. 27 – 31, 14193 Berlin).
Nach der medizinischen Diagnose befragt sagte Dr. Sinis: "Rati hat eine Schussverletzung im Oberschenkelbereich. In der Folge sind neurovaskuläre Muskeln im Oberschenkelbereich und Gewebe geschädigt. Hier hat er eine unstabile Narbe. In der Folge der axialen Verletzung sind einige Muskeln im Fuß nicht funktionsfähig. Im Lauf der Jahre kam es so, bedingt durch die ungleiche Verteilung der gesunden Muskeln, zu Gleichgewichtsstörungen. Im Knöchelbereich gerieten die Knochen in eine schiefe Position, es kam zu Lähmungen. Wir planen, den Fuß wieder in eine senkrechte Lage zu richten, wollen Gewebematerial transferieren. Den Defekt im Oberschenkelbereich wollen wir mit einer Übertragung von mikrochirurgischem Gewebe des rechten Schenkels beheben (Entfernung von Haut und subkutanem Fettgewebe bei einer Arterie und einer Vene/einem Nerven und einer Verknüpfung am linken Schenkel). Dadurch soll der Bereich der Narbe (ungefähr 10 x 20 cm) durch Gewebe ersetzt werden, das wieder Empfindungen spüren kann. Die erste Operation wird 5 Stunden, die zweite 10 Stunden brauchen. Rati ist sehr aufgeregt und er freut sich riesig darüber, dass er in Berlin sein kann. “Ich hoffe auf ein Leben ohne Schmerzen und darauf, dass ich eines Tages wieder werde laufen können.“.
