Transkunjunktivale Unterlidstraffung

Transkunjunktivale Unterlidstraffung

Spel  |  Visitor  |  Berlin (mit Stadtbezirken)
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Hallo meine frage ist was hat eine Transkunjunktivale unterlidstraffung für vor und Nachteile (außer keine sichtbare narbe und das man die haut nicht mit straffen kann) gegenüber einer unterlidstraffung von außen und welche Risiken bestehen?
Und an Patienten hat jemand diese op schon mal gemacht und wie war es?
Vielen dank und lg
Dr. med. Sven von Saldern  |  Basic member  |  Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie  |  Augsburg
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Guten Morgen,
die Frage ist eher die der Indikation, als der Vor- und Nachteile. Wenn keine Haut zu straffen ist, dann kann die Bearbeitung des Fettgewebes von innen erfolgen. Ein Vorteil ist, dass der Muskel dabei nicht durchtrennt werden muss und somit die Gefahr eines hängenden Lides vermindert wird. Ich persönlich breite das Fett aber eher über den Knochenrand aus, als es einfach zu entfernen, da dadurch zumindest in späteren Zeiten zu hohle Augen entstehen können.
Beste Grüße,
Dr. Sven von Saldern
Augsburg
Dr. med. Joachim Karl Grab  |  Basic member  |  Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie  |  Mannheim
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Guten Morgen, Spel,

Teil der Unterlid-Straffung ist die Reduktion und/oder Umverteilung des in der Augenhöhle vorhandenen Fettgewebes. Wenn dies von innen, also transkonjunktival erfolgt, muss der Augenringmuskel nicht durchtrennt werden. Damit behält er seine Nervenversorgung und die Unterlidkante eine bessere Stabilität durch einen funktionierenden Muskelsupport. Zusammen mit der geringeren Narbenbildung und ggf. einer Fixierung des äußeren Lidwinkels (Kanthopexie) kann so die Gefahr eines „Triefauges“ ( Ektropiums) reduziert werden. Wenn dennoch ein Hautüberschuss verbleibt, kann am Ende der Operation zusätzlich ein schmaler Hautstreifen entfernt werden.
Das ist in meiner Klinik ein gängiges Verfahren, das ich der rein von außen funktionierenden Methode meist vorziehe.
Gerne berate ich Sie persönlich, wenn Ihnen Mannheim oder Schriesheim nicht zu weit sind .
Herzliche Grüße!

Dr. med. Joachim Grab
Prof. Dr. med. Peter Frank Werner  |  Premium member  |  Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie  |  Berlin
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Guten Morgen Spel:
Nun, mit der transkonjunktivalen Methode hat man weniger Korrekturmöglichkeiten:
- Man kann keine überschüssige Haut entfernen.
- Man kann die Region nicht straffen
- Man kann die Furche, die in der Regel unter dem Tränensack besteht, nicht aufpolstern.
Mit den besten Grüssen
Prof. Dr. Frank-Werner Peter
www.beauty-pro.de
Berlin
Dr. med. Paul J. Edelmann  |  Premium member  |  Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie  |  Frankfurt
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Wenn der Befund so ist, dass kein Hautgewebe entfernt werden muss sondern lediglich sog. Tränensäcke im Bereich der Unterlider korrigiert werden, ist der transkonjunktivale Zugang eine elegante Operationsmethode.

Bei Tränensäcken handelt es sich um prolabiertes Fettgewebe, welches tunlichts nicht exzidiert (entfernt) werden sollte sondern zurück verlagert werden muss, damit kein sog. "Hohlauge" entsteht, welches einen alten und müden Gesichtausdruck veruracht.

Wenden Sie sich bitte an einen erfahrenen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie!

Beste Grüße aus Frankfurt,

Dr. med. Paul J. Edelmann.
http://www.praxis-edelmann.de
Prof. Dr. med. Klaus Plogmeier  |  Basic member  |  Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie  |  Berlin, Leipzig
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Dr. Grab hat eigentlich alles dazu geschrieben. Bei uns ist es eher ein verfahren für jüngere Patienten,
die noch straffes Gewebe haben und wo der Tränensack eher genetisch und nicht durch Alter bedingt ist. Lassen Sie sich ausführlich und auch mehrfach beraten, welches für Sie die beste Methode ist.
Grüße
Dr. med. Konstanze Warbanow  |  Premium member  |  Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie  |  Köln
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Hallo Spel,
 
 der Kollege Dr. Grab hat die Methode und die entsprechenden Möglichkeiten m.E. treffend beschrieben. Natürlich ist diese Vorgehensweise eher etwas für jüngere Patienten oder bei nicht ganz so ausgeprägtem Befund, aber das hängt von den örtlichen Gegebenheiten beim Patienten ab.
Viele Kollegen sehen die innwendige Zugangstechnik als Methode der Wahl an, wenn nur Fettgewebe entfernt werden soll und nichts weiter zu tun ist, aber, und da muss ich hier leider vielen Kollegen widersprechen, auch über einen transkonjunktivalen Schnitt (es wird über die Konjunktiva, der Bindehaut des Unterlides eingegangen) kann bei entsprechender Technik das Fettgewebe, welches aus der Augenhöhle vorfällt, sehr gut nach unten in den Bereich der Tränenfurche ausgebreitet und dort auch fixiert werden (und das ist eigentlich das Ziel, nicht das alleinige Entfernen). Das ist natürlich aufwendiger und umständlicher, da man wie in einem Tunnel operiert, aber die Mühe lohnt sich.
 Auch kann die äußere Haut, wenn sie denn überschüssig ist, von außen entfernt werden. Dies erfolgt am besten durch eine sog. Pinch-Resektion der Haut, bei der der Hautüberschuss nahe der Unterlidkante mit einer Mäusezahnpinzette abgegriffen, wie ein langer Falz aufgestellt und dann mit einer feinen Schere einfach tangential abgetrennt wird. Das hinterlässt eine extrem dünne Narbe, die man in der Regel später kaum identifizieren kann. Eine andere Möglichkeit, dem äußeren Hautüberschuss beizukommen ist, die Haut zu lasern. Ich bevorzuge aber die Pinch-Technik, da die Hautentfernung dabei sehr gut steuerbar und nie zuviel ist.
Vorteil der ganzen Methode ist, wie auch die vielen Kollegen erwähnten, das man die mittlere Muskelschicht des Unterlides völlig unangetastet lässt, dessen Nerven nicht schädigt und somit der gesamte OP-Eingriff wesentlich weniger traumarisierend ist. Das Lid hinterlässt weniger operative Spuren (weniger Bluterguss und Schwellung), heilt schneller ab und läuft weniger Gefahr eines späteren Hängelides, bei dem die Unterlidkante durchhängt und man mehr Weiß vom Augapfel sieht (sog. scleral show). Im schlimmsten Fall könnte das Auge nicht mehr ganz geschlossen werden und es neigt dann zum Tränen. Zwar geht dieses dann in den meisten Fällen über Wochen und Monate weg, aber schöner ist es natürlich, es entsteht erst gar nicht.
Sollte auch der Ringmuskel erschlafft sein, kann man zusätzlich eine sog. Kanthopexie machen, bei der die Unterlidkante + Muskel gestrafft und seitlich aufgehängt wird. Das ist über kleine Schnitte am seitlichen Unter- und Oberleid möglich. Liegt so ein Befund vor, wird man aber wahrscheinlich doch eher eine offene Lidoperation von außen mit Durchtrennung aller Gewebeschichten vornehmen.

Entscheidend ist sicher die Wahl eines versierten erfahrenen Operateurs und die realistische Einschätzung Ihres Befundes, ob diese Methode bei Ihnen möglich ist oder nicht. Da gibt es sicher auch im Raum Berlin / Brandenburg Ärzte. Ich denke, dass hier eine gewisse Heimatnähe von Operationsort zum Wohnort wichtig ist, um bei kleineren Problemen oder auch Komplikationen schnell wieder beim Operateur zu sein. Unterlid-Ops sind m.E. nichts für Hunderte von Kilometer-Strecken. Auch sind durchaus mehrere Beratungen sinnvoll.
 
  Viel Glück
Dr. Konstanze Warbanow
www.forum-klinik.de

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