Bruststraffung mit Implantaten nach Gewichtsabnahme möglich? Waterfall Effekt?

Bruststraffung mit Implantaten nach Gewichtsabnahme möglich? Waterfall Effekt?

caroluepke  |  Visitor  |  Nordrhein-Westfalen
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Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe nach einer Schlauchmagen OP ca. 55 kg abgenommen.
Abgesehen von einem geplanten Bodylift und einer Oberschenkelstraffung möchte ich gerne eine Bruststraffung mit einem zusätzlichen Implantat durchführen lassen.
Insbesondere im oberen Beeich fehlt es der Brust an Volumen.
Aktuell habe ich ein B Körbchen und hätte gerne ein gutes C bis kleines D Körbchen (wie früher auch :))

Bei meiner ersten Beratung zum Thema hieß es: Kein Problem. Absolut machbar.

Der zweite Chirug hat sehr entschieden von einem Implantat abgeraten. Bei starker Gewichtsabnahme ließe sich ein Waterfall Effekt bei Nutzung eines Implantas gar nicht vermeiden und würde spätestens nach 12 Monaten eintreten. Er würde mir unbedingt nur zu einer Straffung raten.

Jetzt bin ich natürlich verunsichert. Mir ist die Brust wie sie ist definitiv zu klein. Eigenfett würde ich eher nicht in Betracht ziehen. Nach einiger Recherche finde ich die Ergebnisse hier eher dürftig und auch optisch nicht so schön. Ich hatte eigentlich gehofft, dass es mit einer Straffung und einem anatomischen Implantat möglich wäre eine schöne Form zu erreichen. Dass ggf. in einigen Jahren erneut opperiert werden muss ist mir klar. Wir werden ja alle nicht jünger un dich erwarte ja nicht das meine Brust aussieht wie bei einer 20jährigen.

Können Sie zu Operationstechniken raten, um einen Waterfall Effekt zu vermeiden. Oder ist es tatsächlich so, dass es bei einer starken Gewichtsabnahme zwangsläufig dazu kommt?

Vielen Dank und viele Grüße!

Carolyn Lüpke
Dr. med. Sixtus Allert  |  Premium member  |  Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie  |  Hameln, Hannover
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Hallo,
es gibt viele Techniken, eine Brust nach drastischem Gewichtsverlust zu operieren. Und leider gibt es keine Garantie, dass eine davon die 100% ig erfolgreiche ist. Es kommt entscheidend auf Ihren Befund und die Möglichkeiten Ihres Plastischen Chirurgen an. So gibt es Möglichkeiten einer inneren Stabilisierung des Implantates (inner bra). Man kann neben einer Straffung auch mit Eigenfett arbeiten. Manchmal liegt so viel Gewebe vor, dass man beispielsweise mit einem Gewebeanteil von der Brustseite einen schöne Vergrösserung erzielen kann. Wir nehmen natürlich auch Implantate, setzen diese aber bei drastischen Befunden nach einer Straffung vielfach auch erst in einem zweiten Schritt ein. Sie sehen also: der Instrumentenkasten ist voll.
Schauen Sie, welches Konzept Ihnen aus Ihrem Bauchgefühl am meisten zusagt. Wenn Sie sich nicht sicher sind, nehmen Sie weitere Beratungen in Anspruch.
Beste Grüße
Dr Sixtus Allert
caroluepke  |  Visitor  |  Nordrhein-Westfalen
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Sehr geehrter Dr. Allert,

vielen Dank für Ihre Antwort.
Gerne stelle ich auch noch einmal ein Foto zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Carolyn Lüpke
Kreisklinik Groß-Umstadt - Prof. Dr. med. Ralf Thomas Michel  |  Premium member  |  Groß-Umstadt, Frankfurt, Offenbach am Main, Erbach
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Hallo Carolyn,
ohne eine klinische Untersuchung oder zumindest aussagefähige Fotos ist Ihre Frage kaum seriös zu beantworten.Für eine Straffung/Vergrößerung mit Hilfe von Implantaten gibt es,je nach der Ausgangssituation,verschiedene Techniken wobei es zum Phänomen der Waterfall deformity nicht zwangsläufig kommen muß.Auch eine Autoaugmentation der Brust (im Sinne eines inneren BH`s ) mit einer ggf.späteren ergänzenden Volumenaugmentation durch entsprechende Implantate wäre denkbar um damit aus einer sicheren Ausgangssituation ein D-Körbchen zu erreichen und das Risiko einer Waterfall deformity minimal zu halten.
Wenn Sie sich derzeit noch unsicher sind ist eine weitere zusätzliche Beratung in jedem Fall angebracht.

Freundliche Grüße und eine gute Entscheidung
Prof.Dr.med.Ralf Thomas Michel
http://www.prof-dr-michel.com
caroluepke  |  Visitor  |  Nordrhein-Westfalen
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Lieber Prof. Michel,
vielen Dank für Ihre Antwort!
Fotos finden Sie anbei.
Mit freundlichen Grüßen
Carolyn Lüpke

Antwort an caroluepke

Kreisklinik Groß-Umstadt - Prof. Dr. med. Ralf Thomas Michel  |  Premium member  |  Groß-Umstadt, Frankfurt, Offenbach am Main, Erbach
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Hallo Caroluepke,
nach Kenntnis der Fotos wäre nach meiner Meinung ein zweizeitiges Vorgehen (primäre Straffung unter Berücksichtigung einer Autoaugmentationstechnik und (ggf) sekundäre Implantataugmentation nach 6 Monaten) ein Weg,der hinsichtlich des Endergebnisses die größere Sicherheit bietet.
Freundliche Grüße
Prof.Dr.med.Ralf Thomas Michel
http://www.prof-dr-michel.com
Melli875  |  Visitor  |  Bayern
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Wenn du mehr Volumen im oberen Bereich möchtest, sind anatomische Implantate eher die falsche Wahl. Ich würde allgemein von Implantaten wegen deren Haltbarkeit, Inhaltstoffe und gesundheitlichen Gefahren abraten. Hast du dir schon einen bestimmten Hersteller ausgesucht?
caroluepke  |  Visitor  |  Nordrhein-Westfalen
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Nein, bisher nicht. Kannst Du einen empfehlen?
Dr. Christian Kerpen  |  Basic member  |  Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie  |  Hamburg
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Guten Morgen Frau Lüpke,
zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu dieser Leistung, da haben sie sich und Ihrem Körper wirklich etwas Gutes getan. Leider ist es so, dass sich ohne eine klinische Untersuchung mit persönlicher Begutachtung keine valide Aussage zu den operativen Möglichkeiten bezüglich ihrer Brust treffen lässt. Im Allgemeinen gibt es viele verschiedene Möglichkeiten und Techniken um hier wieder einen schönen, akzeptablen Zustand herzustellen. Zum einen kann ihr natürliches Gewebe gestrafft und und dadurch wieder in Form gebracht werden. Es werden ja bei einer Straffung lediglich einige Gramm Haut entfernt. Wenn Volumen fehlt kann man auch noch ein Implantat hinzunehmen. Das Risiko einer Waterfall Deformity besteht im Prinzip immer , kann aber durch entsprechende Maßnahmen minimiert werden. Wenn das Gewebe trotzdem später etwas nachgibt, dann kann minimal eine kleine kutane Nachstraffung durchgeführt erfolgen, dies ist nicht viel Aufwand und eher mit einer Narbenkorrektur zu vergleichen. Das die meisten Ergebnisse nach einer Eigenfetttransplantation langfristig nicht den Erwartungen der Patientinnen entsprechen sehe ich übrigens genauso wie Sie. Wenn Sie sich unsicher sind, was hält sich von einer Zweit - oder Drittmeinung ab.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg

Beste Grüße aus Hamburg

Ch. Kerpen
Dr. med. Hans Bucher  |  Premium member  |  Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie  |  Nürnberg
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Eine Waterfall-Deformität entsteht z.B. durch eine unterlassene Straffung, obwohl diese notwendig gewesen wäre, oder zu hoch eingersetzte Implantate. Sie sollten auch bedenken, dass das Risiko für Wundheilungsstörungen mit dem Ausmaß der Straffung ansteigt. Aber Geneaueres kann man, wie immer, erst sagen, wenn der Befund bekannt ist.
Dr. med. Petra Berger  |  Premium member  |  Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie  |  Frankfurt Zürich Palma de Mallorca
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Guten Tag,

Eine Brustrekonstruktion nach starkem Gewichtsverlust ist immer eine spezielle Operation und es muss die reduzierte Gewebeelastizität in das Behandlungskonzept mit einbezogen werden. Ob mit oder ohne Implantat, moderne Leichtimplantate, mit Inner Bra, Fremdmaterial, Schnittführung etc pp, die Notwendigkeit einer Korrekturop in den nächsten Jahren sollte seriöserweise nicht vollmundig ausgeschlossen werden, einfach, weil das Gewebe schon vorgeschädigt ist. Diese Korrekturen können aber meist ganz unbürokratisch und ambulant in lokaler Betäubung durchgeführt werden.
Eine persönliche Untersuchung ist in Ihrem Fall leider Voraussetzung für eine Therapieempfehlung.
Gerne können Sie sich bei uns in Frankfurt melden, melden Sie sich gerne unter info@praxis-berger.com

Beste Grüße,

Dr Petra Berger
Dr. med. Jaroslaw Tribull-Potapczuk  |  Premium member  |  Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie  |  Berlin
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Ja, Sie haben ein sehr häufig auftretendes Problem beschrieben und damit eine interessante Disskussion angestoßen. Darüber kann man theoretisch dicke Bücher schreiben. Ich versuche trotzdem Ihnen eine möglichst praktikable Antwort zu geben. Prima, dass Sie auch einige Fotos zugeschickt haben, was mir schon eine Individualisiertere Aussage erlaubt. Auf dieser Grundlage würde ich Ihnen eine schrittweise Vorgehensweise anraten. Lassen Sie sich zunächst eine Straffung mit möglichst geringsten Gewebeverlusten durchführen (da stehen mehrere Modelierungsmethoden zur Wahl). Nach einer Stabilisierung der Form und Position (in der Regel erreicht die Brust dieses Stadium nach etwa sechs Monaten), entscheiden Sie in Ruhe gemeinsam mit dem von Ihnen "auserwählten" Chirurgen, ob überhaupt, und wenn ja, dann auch was kann man damit weiter machen. So kann man das Endergebnis präzise steuern. Bedenken Sie bitte, dass aus einer "kleinen schönen" Brust leichter eine "größe schöne" gelingt und aus einer "unschönen kleinen" eher eine "unschöne größe" entstehen kann. Ausserdem zeigt die Erfahrung, dass einige Patientinen nach diesem ersten Schritt auf weitere Maßnahmen verzichten, weil sie mit dem Erreichten bereits zufrieden sind, auch wenn sie vor der Straffung wild entschlossen waren danach mit der Vergrößerung "weiterzumachen". Das weiß man vorher leider nicht, aber man sollte doch der Brust die Chance dafür lieber geben. Das spart Zeit, Geld und Leiden. Ich hoffe mit dieser kurzen Aussage Ihnen ein wenig weitergeholfen zu haben. Soll Sie dieses Thema weiter interessieren, dürfen Sie mich gern auch direkt kontaktieren.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Tribull
Dr. med. Christian Döbler  |  Premium member  |  Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie  |  Düsseldorf, Wuppertal
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Hallo Frau Lüpke,
ich persönlich würde Ihnen eher zu einer Straffung mit Implantaten raten, das postoperative Ergebnis halte ich für besser. Eine Waterfall Deformity ist aufgrund des Elastizitätsverlustes von Ihrem Gewebe sicher nicht auszuschließen, aber eine Korrektur-OP (Nachstraffung) wäre leicht in örtlicher Betäubung möglich. Ebenfalls zu überlegen wäre ein zweiseitiges Vorgehen (Straffung, später Vergrößerung).
Viele Grüße und alles Gute,
Christian Döbler
Dr. med. Paul J. Edelmann  |  Premium member  |  Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie  |  Frankfurt
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Seit 1985 führe ich ästhetische Brustchirurgie durch; die Theorie des Kollegen bzgl des hohen Risikos einer "waterfall deformity" kann ich nicht teilen.

In Ihrem Fall lässt sich eine Bruststraffung mit zeitgleicher Augmentation mittels Implantaten gut kombinieren.
Gerne berate ich Sie in meiner Sprechstunde - auch Samstags. Bringen Sie hier bitte Bilder Ihrer Wunschgröße mit!

Beste Grüße aus Frankfurt,

Dr. med. Paul J. Edelmann.
https://www.praxis-edelmann.de/web/content/operationen/brustvergroesserung.html

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