Neosubpectorale Tasche bei Kapselfibrose

Neosubpectorale Tasche bei Kapselfibrose

Belladonna  |  Visitor  |  Hessen
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Eine Frage an die Fachfrauen/männer hier - vielleicht findet jemand die Zeit mir weiterzuhelfen.

Bei mir ist auch nach erfolgter Revisionsoperation eine Kapselfibrose Grad III nach ca. vier Monaten post Op wieder gekommen, davor war es sicherlich Grad IV. Mit dieser Fibrose habe ich nun viele Jahre gelebt und werde wohl jetzt wohl jetzt aus ästhetischen Gründen noch einmal operieren lassen müssen.

In einem Beratungsgespräch wurde bei der verkapselten Brust die Schaffung einer subneopectoralen Tasche vorgeschlagen: Kennen Sie dieses Verfahren? Ist es wirksam bei Kapselfibrosen? Und wo liegt der Vorteil im Einschneiden, bzw. Entfernen der Kapsel?

Ach so, geplant ist einen erneute OP mit Polyurethanimplantaten, das nur als Zusatzinfo.

Ganz, ganz lieben Dank für Info!
Belladonna  |  Visitor  |  Hessen
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Hat denn niemand eine Meinung dazu? Sie würden mir wirlich in meiner großen Verunsicherung helfen....Danke!
Dr. med. Alexander Handschin  |  Premium member  |  Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie  |  Hamburg
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Sehr geehrte Patientin,

gerne versuche ich Ihre Fragen zu beantworten, hierzu müsste ich allerding noch wissen, wo die Implantate bei der ersten bzw. zweiten Operation eingesetzt wurden, unter die Drüse oder hinter den Muskel?
Die Entwicklung einer Kapselfibrose stellt eine der bekannten Komplikationen nach Brustvergrösserung dar, leider liegen zu Ursachen und Risikofaktoren bisher keine eindeutigen Erkenntnisse vor. An unserer Klinik wird das Implantat, wenn es primär unter der Drüse, d.h. oberflächlich lag, in der zweiten OP unter den Muskel gelegt. Hierbei wird dann eine sogenannte "subpektorale" Lage erreicht. Je nach Dicke und Beschaffenheit der Kapsel wird diese dann mit entfernt ("Kapsulektomie") oder nur eingeschnitten ("Kapsulotomie").
Dr. med. Roger Gmür  |  Basic member  |  Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie  |  Zürich, Cham (Zug)
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Eine neo-subpectorale Tasche bedeutet, dass Ihre jetzigen, verkapselten Implantate bereits submuskulär liegen und Ihr Chirurg nun eine neue Tasche, wieder unter dem Muskel, aber ausserhalb der bestehenden Tasche schaffen will. Die Gründe hierzu sind einerseits, dass neue Implantate in frisches Gewebe eingesetzt werden sollten, da sie in einer bereits bestehenden Tasche nicht anwachsen. Andererseits will Ihr Chirurg möglichst alles bestehende Gewebe belassen, um eine bessere Bedeckung oder Stabilisierung des neuen Implantates zu erreichen.
Eine vollständige Entfernung der Kapsel ist eine relativ zeit-aufwendige OP mit hoher Blutungsneigung und kann ausserdem die Polsterung des Implantates ungünstig beeinflussen. Daher entschliessen sich viele Chirurgen die Kapsel gar nicht zu entfernen, sondern davor oder dahinter eine neue Tasche zu schaffen.
Diese Vorgehen ist sicher erfolgsversprechend, gibt aber keine Garantie, dass es nicht wieder zu einer Kapselfibrose kommen kann.

In dieser komplizierten Situation sind Polyurethan-beschichtete Implantate sicher die beste Lösung, da sie statisch gesehen die niedrigste Rate an Kapselfibrosen aufweisen.
Dr.med. Klaus Ueberreiter und Dr.med.Ursula Tanzella  |  Premium member  |  Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie  |  Birkenwerder, Berlin
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Anderer Vorschlag: Implantate raus und in gleicher Sitzung Eigenfett rein, natürlich nicht in die alte Wundhöhle sonder unter die Haut bzw. un den Muskel. Das Ergebnist sind weiche, natürliche Brüste, zwar leiner als mit den Implantaten aber viel größer als ursprünglich.
Holger Fuchs  |  Basic member  |  Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie  |  Hamburg
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Es ist sehr schwer eine Ferndiagnose zu stellen, aber bei Baker 3 oder 4 und erneuter Revision verwenden wir aus Sicherheit Strattice. Ein Material, welche zusätzlich Ihren Hautmantel "stärkt" und weitere Fibrosen minimiert. Als Kissen benutzen wir dann auch je nach Indikation MPU Kissen.
Dr. med. Petra Berger  |  Premium member  |  Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie  |  Frankfurt Zürich Palma de Mallorca
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die beschreibung dieses verfahren hört sich toll an. in wirklichkeit ist es einfach die verlagerung von über dem muskel auf unter dem muskel. grossartig, nicht?
alles liebe dr berger

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