Unterspritzung der Brust mit Eigenfett - ein Interview mit Dr. Roger Gmür

Eine schön geformte, straffe Brust ganz ohne Narben und Implantate ist für viele Frauen die Idealvorstellung. Was lange Zeit blosser Wunsch blieb, kann heute von der ästhetischplastischen Chirurgie möglich gemacht werden. Je nach Wunsch und Voraussetzungen von Seiten der Patientin kommen dabei verschiedene Verfahren zur Anwendung. Gemeinsames Prinzip ist dabei, dass die Brust durch eine Unterspritzung auf die gewünschte Form und Grösse modelliert wird, ohne dass dabei störende Narben entstehen.

Bisher standen lediglich chirurgische Methoden zur Optimierung der Brustform zur Verfügung, entweder die Brustvergrösserung mit Implantaten, oder die Straffung der Brust, z.B. nach einer Schwangerschaft. Aus Angst vor einer Operation oder Respekt vor den dabei entstehenden Narben schrecken viele Frauen vor einer Behandlung zurück und fügen sich ihrem Schicksal mehr oder weniger zufrieden. Deswegen wurde intensiv nach möglichen Alternativen zur Brustformung gesucht. Heute steht mit der Unterspritzung der Brust mit Eigenfett (http://www.kliniktiefenbrunnen.ch/brust.html) ein sehr interessantes Verfahren zur Verfügung.

prsa1 Was ist denn neu an der Unterspritzung der Brust mit Eigenfett?

Das Prinzip an sich ist nicht neu. Es wurde schon früher versucht, die Brust mit Injektionen zu formen, leider wurden dabei aber meistens körperunverträgliche Substanzen wie z.B. Paraffin- oder Silikonöl verwendet. Auch die neuen HyaluronsäureGels haben sich leider im Bereich der Brust nicht bewährt, obschon ihre Anwendung im Gesicht absolut unproblematisch ist. Mit der Eigenfettbehandlung existiert heute eine Methoden zur Brustformung, bei welcher auch langfristig nicht mit Unverträglichkeitsreaktionen gerechnet werden muss. Der bestechende Vorteil dabei ist, dass die Brust ohne sichtbare Narben oder Silikonimplantate geformt werden kann. Bei Unterspritzung wird der Hautmantel der Brust aufgefüllt, bis das gewünschte Volumen erreicht ist oder die Brust nicht mehr hängt. Beim LipoFilling, also der Eigenfettbehandlung, profitieren die Patientinnen zusätzlich vom Effekt der Fettabsaugung. 

Es handelt sich also um natürliche Alternativen zu Silikonimplantaten?

In den Fällen, wo eine leichte Brustvergrösserung von ca. einer Körbchengrösse oder vor allem eine Straffung gewünscht wird, trifft dies sicher zu. Wie der Name schon sagt, verwenden wir bei der Eigenfett -Transplantation (https://www.estheticon.de/verfahren/vergrosserung-der-bruste-mit-eigenem-fett-lipofilling) körpereigenes Gewebe, welches sich total natürlich verhält und keinerlei Fremdkörperreaktionen erwarten lässt.

Welchen Frauen würden Sie denn so eine Behandlung empfehlen?

Nicht jede Patientin ist eine gleich gute Kandidatin für eine Unterspritzung der Brust. Die Brustformung durch Zusatz von Volumen ist in all den Fällen eine gute Lösung, wo die Patientin nur eine leichte Vergrösserung wünscht und auf keinen Fall ein Implantat haben möchte. Dazu kommen alle die Fälle, wo die Brust im Laufe der Jahre oder nach einer Schwangerschaft etwas erschlafft ist und ihre Fülle verloren hat.

Etwas limitierend ist bei dieser Methode, dass aus technischen Gründen nicht unbegrenzt Fett in die Brust eingespritzt werden kann. Wenn eine substantielle Vergrösserung gewünscht wird oder die Brust deutlich hängt, erreichen wir die Grenzen des Machbaren mit einer alleinigen Unterspritzung. In diesen Fällen wird deutlich mehr Volumen gebraucht, was ein Vorgehen in mehreren Schritten oder eine Vorbehandlung der Brust bedingt, um ein problemloses Einheilen des transplantierten Fettes zu ermöglichen.

Wie muss man sich so eine Behandlung vorstellen?

Eine Unterspritzung der Brust erfolgt durch kleine Stichincisionen im Bereich der Unterbrustfalte, von wo aus das Volumen mit stumpfen Kanülen in die Brust injiziert werden kann ohne das Drüsengewebe zu verletzen. Dies hinterlässt später keine sichtbaren Narben. Der Eingriff kann in Lokalanästhesie, allenfalls in einem Dämmer-schlaf erfolgen, so dass die Patientinnen die Klinik nach einer kurzen Erholungsphase am gleichen Tag wieder verlassen können. Als Vorbereitung muss beim LipoFilling des Fett zuerst in Lokalanästhesie abgesaugt und gereinigt werden, be- vor es zurück in die Brust injiziert wird.

Halten die so geformten Brüste ein Leben lang?

Das kann man so nicht behaupten. Bei der Eigenfett-Transplantation verhält sich die Sache so, dass sobald das transplantierte Fettgewebe einmal eingeheilt ist, dieses in der Brust verbleibt und sich dort absolut natürlich verhält, also auch Veränderungen bei Gewichtsschwankungen mitmacht und den Gesetzen der Schwerkraft unterliegt. Das heisst es wird im Laufe der Jahre nach einer Behandlung sicher zu Formveränderungen an der Brust kommen.

Welches sind denn die Risiken einer solchen Behandlung?

Grundsätzlich ist die Methoden sehr gut verträglich und hat kaum Risiken. Bei der Eigenfett-Behandlung ist die Erfahrung des Operateurs aber ein wesentlicher Faktor des Behandlungserfolges. Je sorgfältiger das Fett eingespritzt wird, desto besser ist die Überlebensrate des transplantierten Gewebes. Bei unsachgemässer Technik kann es durchaus zur Bildung von verkalkten Knötchen oder Öl-Zysten kommen.

Weitere Informationen zum Thema Eigenfettbehandlung der Brust finden Sie auf der Infoseite von Dr. R. Gmür unter: www.lipo-filling.ch

Aktualisiert: 11.06.2014

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