Zahnspangen bei Erwachsenen: Ohne Operation zu schönen Zähnen

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Zahnspangen waren lange Zeit Teenagern vorbehalten. Doch Kieferorthopädinnen wie die Münchnerin Dr. med. dent. Katalin Schmidmer behandeln längst auch Zahnfehlstellungen im ausgewachsenen Kiefer. Sophie Tramhäuser* ist eine von ihren Patientinnen. Die 37-jährige Controllerin erfüllte sich mit der kieferorthopädischen Behandlung ihren Lebenstraum von geraden Zähnen. Im Interview verrät sie, welche Erfahrungen sie mit der Behandlung gemacht hat, wie ihr Umfeld auf die Zahnspange reagiert hat und warum mit der Kieferfehlstellung auch die Kopfschmerzen der Vergangenheit angehören.

Wann und weshalb haben Sie sich für eine kieferorthopädische Behandlung entschieden?

Eine Zahnspange habe ich mir eigentlich schon immer gewünscht, allerdings konnten meine Eltern uns drei Kindern eine kieferorthopädische Behandlung nicht ermöglichen, weil nicht genug Geld da war. Schon damals war ich unglücklich mit meinen Zähnen. Dass meine Mitschüler alle schöne, gerade Zähne hatten, hat meine Unzufriedenheit noch verstärkt. Da habe ich mir vorgenommen, mir die Behandlung irgendwann selbst zu finanzieren. Nach meinem Einstieg ins Berufsleben habe ich dann eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen, die einen Teil der Kosten trägt. Um Leistungen in Anspruch nehmen zu können, muss man zunächst drei, vier Jahre in die Versicherung einzahlen. So konnte ich vor zwei Jahren schließlich mein Lebensprojekt in Angriff nehmen.

Was hat Sie persönlich an Ihren Zähnen gestört?

Die Fehlstellung meiner Zähne war nicht weiter schlimm. Das meinte zumindest mein Zahnarzt, obwohl ich das ganz anders empfunden habe. Unten rechts hatte ich eine Zahnlücke, wo mir als Jugendliche ein Zahn gezogen wurde. Dadurch hatten sich die Zähne verschoben, wodurch der Unterkiefer asymmetrisch wirkte und nicht auf den Oberkiefer passte.

zuby usmev 1215549139a Wie lange mussten Sie die Zahnspange tragen?

Zu Beginn der Behandlung war ich 35 Jahre alt. Die Behandlung war insgesamt auf anderthalb Jahre angelegt. Noch fehlt allerdings der letzte Feinschliff, bevor die Zahnspange entfernt werden kann. Dafür werden Zahngummis verwendet, die, an den Brackets aufgehängt, die Kiefer in eine optimale Position bringen. Die letzten Korrekturen zielen darauf ab, den Zusammenbiss von Ober- und Unterkiefer zu harmonisieren.

Welches Zahnspangenmodell haben Sie getragen?

Ich habe eine feste Zahnspange getragen, bei der die Brackets an den Außenseiten der Zähne befestigt werden. Die Zähne werden durch Drähte, die an den Brackets befestigt sind, allmählich in die gewünschte Position gebracht. Am Unterkiefer trage ich die günstigeren Metallbrackets, während die Zähne des Oberkiefers mit unauffälligeren Keramikbrackets versehen sind.

Wie groß ist der Aufwand einer kieferorthopädischen Behandlung? Wie oft mussten Sie beispielsweise Termine bei Ihrer Kieferorthopädin wahrnehmen?

Im ersten Jahr hatte ich nur alle zwei bis drei Monate einen Termin in der Praxis von Frau Dr. Schmidmer. Zunächst konzentrierten wir uns auf den Oberkiefer, der leicht nach vorne verschoben werden musste, um Platz für die Brackets auf den Zähnen des Unterkiefers zu erhalten. Später wurde auch der Unterkiefer gezielt mit einer festen Zahnspange behandelt. Wenn sie neu im Mund ist, fühlt sich so eine Zahnspange immer etwas ungewohnt an und man hat zwei, drei Tage lang Probleme beim Zubeißen und Kauen. Allerdings legen sich diese Schwierigkeiten ziemlich schnell. Im letzten halben Jahr wurden die Feinkorrekturen vorgenommen. Zur Kontrolle, für den Drahtwechsel und die Anpassung der Zahngummis habe ich zurzeit alle sechs Wochen einen Termin, wobei Termine und Wartezeiten immer kurz sind. Alles in allem habe ich den Eindruck, dass sich der verhältnismäßig geringe Aufwand gelohnt hat, wenn man das heutige Ergebnis sieht. Heute freue ich mich allerdings darauf, die Spange wieder loszuwerden - auch, wenn das Resultat noch nicht perfekt ist. Eine herausnehmbare Zahnspange, die man nachts trägt, soll dann dafür sorgen, dass sich die Zähne nicht erneut verschieben.

Wie hoch ist der Pflegeaufwand bei einer festen Zahnspange?

Das Zähneputzen nimmt mit einer festen Zahnspange schon mehr Zeit in Anspruch. Man verwendet dafür spezielle, kleine Bürstchen, die Essensreste auch hinter den Drähten beseitigen können. An diesen erhöhten Pflegeaufwand habe ich mich aber schnell gewöhnt. Schon nach kurzer Zeit wird es zur Gewohnheit, nach jedem Essen sofort ins Bad zu gehen. Zur Vorbeugung von Zahnerkrankungen ist bei Zahnspangenträgern die professionelle Zahnreinigung besonders wichtig. Mit ihrer Hilfe werden auch die schwer zugänglichen Stellen zweimal pro Jahr gründlich gereinigt. Außerdem wird Fluor auf die Zahnoberflächen aufgetragen, der einen guten Schutz vor Kariesbakterien bietet.

Wie war die Resonanz aus Ihrem Umfeld darauf, dass Sie als Erwachsene mit Drähten im Mund herumlaufen?

Am Anfang war ich schon sehr unsicher, wie meine Freunde und Kollegen auf das Drahtgestell reagieren würden. Ich habe versucht, die Zahnspange zu verstecken und weniger gelächelt. Natürlich zieht so eine Zahnspange zunächst viel Aufmerksamkeit auf sich. Allerdings habe ich dann nur positive Reaktionen erlebt. Viele Leute haben mir sogar verraten, dass sie selbst schon über eine kieferorthopädische Behandlung nachgedacht hätten. Schöne Zähne steigern die Attraktivität und tragen zu mehr Selbstbewusstsein bei. Ich würde daher auch anderen Erwachsenen zu einer Zahnspange raten, wenn sie mit ihrer Zahnsituation unglücklich sind.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Ergebnis der Behandlung?

Insgesamt bin ich mit dem kosmetischen Ergebnis der Behandlung sehr zufrieden, auch wenn mich zurzeit noch meine Schneidezähne stören, die leicht ungleichmäßig wirken. Meine Kieferorthopädin ist allerdings der Meinung, dass meine Frontzähne natürlich schön sind, da echte Zähne nun einmal meistens keine gerade Kante haben. Veneers wären eine Möglichkeit, diesen kleinen "Makel" zu beheben. Doch die Behandlung hat mir weitaus mehr gebracht als schöne Zähne: Vor der kieferorthopädischen Behandlung hatte ich oft Kopfschmerzen. Bei der Röntgenuntersuchung am Anfang stellte sich dann heraus, dass ich eine leichte Kieferfehlstellung hatte. Seit diese behoben ist, sind auch die Kopfschmerzen weg.

* Name von der Redaktion geändert.

Aktualisiert: 14.03.2017

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Registrierter Benutzer 10.01.2018
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Ausgezeichnete Behandlung. Dr. Prechtel konnte den vermurksten Fall eines Kollegen trotzdem noch hinbekommen. Endlich habe ich Ruhe. Besser gleich zum Arzt mit entsprechend hoher chirurgischer Qualifikation.

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