Behandlung der Hyperhidrose (übermäßiges Schwitzen)

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Menschen, die an übermäßigem Schwitzen leiden, sind häufig sozial ausgegrenzt. Die Ursache für übermäßige Schweißbildung ist eine Überproduktion der Schweißdrüsen. Sie tritt überwiegend örtlich begrenzt an Handflächen, Fußsohlen, in Achselhöhlen oder im Nacken- und Lendenbereich sowie in der Leistengegend. Es wird zwischen konstitutioneller und symptomatischer Hyperhidrose unterschieden: bei chronischen Infektionskrankheiten oder endokrinen Erkrankungen, peripheren Neuropathien usw. Hyperhidrose kann hormonell bedingt sein und in der Pubertät, in den Wechseljahren sowie während der Schwangerschaft auftreten. Behandelt wird sie mit diversen kosmetischen Deodorants bzw. Bädern oder im Rahmen der Ästhetischen Medizin und Plastischen Chirurgie mit Botulinumtoxin, Laser und Radiofrequenz. Das Schwitzen kann auch operativ behandelt werden.

Die Absonderung von Schweiß ist eine natürliche Körperreaktion. Über den Nervus Sympathikus, der Teil des vegetativen Nervensystems ist, reguliert der Körper seine Temperatur, indem bei einer drohenden Überhitzung Schweiß absondert wird, welcher verdunstet und den Körper kühlt.

Produziert der Körper jedoch mehr Schweiß, als zur Kühlung benötigt wird, liegt eine Erkrankung vor, welche Mediziner als Hyperhidrose bezeichnen.

Von übermäßiger Schweißproduktion können diese Bereiche betroffen sein:

  • Hände
  • Füße
  • Achselhöhlen
  • Leistengegend
  • Schamleiste
  • Kopf- und Nackenbereich 

Dabei scheiden Betroffene in einer Minute bis zu 100 Milliliter Schweiß aus. Dies entspricht einer durchschnittlichen Schweißabsonderung bei gesunden, nicht Sport treibenden Erwachsenen pro Tag. 

Bei Betroffenen führt die Hyperhidrose häufig zum sozialen Rückzug. Das mehrmalige Wechseln der Bekleidung sowie Angst, durch unangenehmen Körpergeruch aufzufallen, können sowohl das Berufs- als auch das Privatleben stark einschränken.

Ursachen für Hyperhidrose

Ursachen für ein übermäßiges Schwitzen sind vielfältig und zum Teil noch nicht abschließend erforscht. Tritt das übermäßige Schwitzen bereits in der Jugend auf, liegt sehr wahrscheinlich eine erbliche Veranlagung zugrunde.

Ausgelöst durch die Annahme von Medikamenten oder anderen Erkrankungen wie Diabetes, Schilddrüsenfunktionsstörungen oder neurologische Störungen, kann die Hyperhidrose auch in späteren Lebensjahren beginnen.

 Behandlung der Hyperhidrose
Behandlung der Hyperhidrose

Indikation zur Behandlung der Hyperhidrose 

Indikation für eine Hyperhidrose ist eine Schweißproduktion von über 100 Millilitern in der Minute. Liegt diese vor, sind die Ursachen für das übermäßige Schwitzen zu klären.

Sofern andere Erkrankungen oder die Einnahme von Medikamenten als Ursache für das übermäßige Schwitzen ausscheiden, stehen Betroffenen mehrere Möglichkeiten zu Behandlung der Hyperhidrose zur Auswahl.

Behandlungsmethoden

Grundsätzlich zwischen zwei unterschiedliche Möglichkeiten, die Schweißproduktion zu minimieren, unterschieden: konservative Behandlung durch die Injektion von Botulinumtoxin oder ein chirurgischer Eingriff.

Während bei der konservativen Variante mit Botulinumtoxin die Behandlung aller betroffenen Körperregionen möglich ist, jedoch im Abstand von ungefähr sechs Monaten wiederholt werden muss, bietet die operative Entfernung der Schweißdrüsen eine dauerhafte Lösung.

Einmal entfernte Schweißdrüsen wachsen nicht nach. Zu beachten ist allerdings, dass mit einer chirurgischen Entfernung bisher lediglich das Areal unter den Achselhöhlen trockengelegt werden kann.

Chirurgische Entfernung der Schweißdrüsen

Eine chirurgische Entfernung der Schweißdrüsen kann auf mehrere Arten erfolgen: Schweißdrüsenabsaugung, Hyperhidrosebehandlung mittels Laser oder durch eine Ausschaltung des Nervus Sympathikus.

Ist das Drüsengewebe einmal entfernt, ist das Problem des Schwitzens gelöst. Gleich welche Methode durchgeführt wird, sollten zunächst Lage und Ausdehnung der Schweißdrüsen festgestellt und ein Blutbild erstellt werden.

Mit Hilfe einer genauen Diagnostik kann der behandelnde Arzt so feststellen, ob sich die Drüsen beispielsweise auch über den Brustkorb erstrecken. Der Eingriff selbst erfolgt ambulant und minimal-invasiv unter Lokalanästhesie, auf Wunsch auch im Dämmerschlaf.

Schweißdrüsenabsaugung

Ist der Patient sediert, werden durch kleine Schnitte, die später kaum zu sehen sein werden, Kanülen in den Achselbereich eingeführt und die Schweißdrüsen aus der Lederhaut bzw. dem Unterhautfettgewebe abgesaugt. Zusätzlich kann eine Kürretage (Ausschabung) der abgesaugten Areale angeschlossen werden.

Die Operation ist schmerzfrei und erfolgt mit speziellen Kanülen, welche sehr sicher sind. Zu Verletzungen oder Blutungen kommt es nur in sehr seltenen Fällen. Nach dem Eingriff ist der Patient kaum eingeschränkt, lediglich für zwei Wochen ist einen Kompressionweste zu tragen. 

Nach der Schweißdrüsenabsaugung bemerkt der Patient sofort den Rückgang der Schweißsekretion. In der Regel hält der Effekt lebenslang an. In sehr seltenen Fällen, kann es später zu einer erneuten Zunahme der Schweißbildung kommen.

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Lasertherapie bei Hyperhidrose 

Hyperhidrosebehandlung mittels Laser

Neben einer Absaugung kann eine Hyperhidrose auch mit Hilfe einer Lasertherapie behandelt werden. Hierzu wird durch kleine Schnitte an den Achselhöhlen eine Laserfaser in das Gewebe eingeführt.

Ist der Laser aktiviert, wird durch die Hitzeentwicklung das umliegende Gewebe inklusive der Schweißdrüsen zerstört. Die funktionsunfähigen Zellen werden vom Körper abtransportiert. Um ein umfassendes Ergebnis zu erzielen, können bis zu zwei Sitzungen nötig sein.

Hyperhidrosebehandlung und Nervus Sympathicus

In sehr schweren Fällen der Hyperhidrose kann auch eine Sympathektomie oder Sympathikusblockade durchgeführt werden.

Hierbei wird über einen endoskopischen Eingriff der Nervus Sympathicus, welche über eine Signalsteuerung die Schweißbildung regelt, ausgeschaltet. Dies kann auf unterschiedliche Arten, durch Durchtrennung, Verödung oder durch Abklammerung mit einem Metallklip geschehen.

Hyperhidrosebehandlung durch Miradry

Bei Miradry handelt es sich um ein Radiofrequenzgerät, das mittels kleiner Nadeln Strom in die Haut appliziert. Dabei entsteht Wärme, die dazu benutzt wird, die Schweißdrüsen zu zerstören.

Da die dafür benötigte Energie hoch ist, ist die Behandlung schmerzhaft. Daher wird vorher eine entspreche Anästhesie des Behandlungsgebietes vorgenommen. In einigen Fällen ist eine einzige Behandlung mit Miradry zur Behandlung des Achselschwitzens nicht ausreichend und es muss eine zweite Behandlung erfolgen.

Hyperhidrose
Hyperhidrose: übermäßige Schweißproduktion

Postoperatives Vorgehen nach einer Schweißdrüsenabsaugung

Der Patient kann bereits einen Tag nach dem Eingriff wieder Duschen, es ist mit einer gesellschaftlichen Auszeit von ca. zwei Tagen zu rechnen.

Sportliche Aktivitäten können in der Regel nach einer kurzen Erholungsphase wieder problemlos ausgeführt werden.

Risiken der Behandlung der Hyperhidrose

Chirurgische Maßnahmen bei übermäßigem Schwitzen sind sehr sicher. In sehr seltenen Fällen kommt es zu vorübergehenden kleinen Beeinträchtigungen in Form von Blutergüssen, Schwellungen oder Verhärtungen unter den Achseln. Auch können für einen kurzen Zeitraum Schmerzen auftreten, sowie funktionelle Beeinträchtigungen oder Nachblutungen. Dies ist aber sehr selten.

Mögliche Komplikationen nach einer Schweißdrüsenabsaugung

Die Schweißdrüsenabsaugung ist eigentlich ein recht sicherer Eingriff, da der Arzt unmittelbar unter der Haut arbeitet und nicht in tiefere Schichten vordringt. Trotzdem gibt es, wie bei jedem chirurgischen Eingriff, mögliche Komplikationen. Am häufigsten treten Blutergüsse auf, die sich in seltenen Fällen abkapseln und dann abpunktiert werden müssen.

Das gleiche ist beim Auftreten von Seromen der Fall. Hier handelt es sich um eine Ansammlung von Wundflüssigkeit, die unter anderem von einer Verletzung der Lymphgefäße herrühren kann. Behandelt werden sie durch Punktion und einem Kompressionsverband. In der Regel sind die Komplikationen nach dem Eingriff nur von kurzer Dauer und für den Patienten nicht sehr belastend.

Weitere Infos zum Thema Hyperhidosebehandlung und Schweisdrüsenabsaugung finden Sie auf der Webseite von Herrn Dr. Thriene

Publiziert: 05.04.2019

Autor

Als Facharzt für Allgemeinmedizin der Erwachsenen leitet Dr. Thriene die Praxis für Ästhetische Medizin und Anti-Aging in München und spezialisiert sich auf Faltenbehandlung (z.B. Faltenkorrektur mit Botox, Faltenbehandlung mit Fillern, Nasenkorrektur ohne OP) und körperformende Verfahren.

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