Beispiel einer komplexen Planung einer Nasenoperation

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Am Beispiel dieses Patienten soll demonstriert werden, wie komplex die ästhetische Nasenchirurgie ist, welche Überlegungen in eine Operationsplanung einfließen können und wie hilfreich das Simulationsprogramm ist.

Die Nase dieses sehr großen (189 cm) Mannes ist kurz, sie hat einen leichten Höcker, der Nasolabialwinkel ist sehr stumpf (160°), die Spitze etwas verbreitert. Für einen Mann hat die Nase eine ungünstige Form, weil sie selbst für eine Frau zu „stupsnasig“ wäre.

Der Patient verlangte nach einer Höckerabtragung, einer Verschmälerung der Nasenspitze und insgesamt nach einer etwas „männlicheren“ Nase.

Für die gewünschte „Vermännlichung“ muss diese Nase verlängert und der Nasolabialwinkel verkleinert werden.

Außer der Höckerabtragung kann bei diesem Patienten aber nichts standardmäßig realisiert werden.

  • Bereits die Spitzenverschmälerung ist problematisch, weil die übliche Methode mittels Flügelknorpelverschmälerung notwendigerweise zu einer Aufwärtsrotation der Nasenspitze geführt hätte und damit den ohnehin viel zu stumpfen Nasolabialwinkel noch weiter geöffnet (abgestumpft) hätte.
  • Die Verlängerung der Nase in der vorhandenen Ebene des Nasenrückens
    ist auch nicht möglich, weil aufgrund des stumpfen Nasolabialwinkels die Projektion viel zu stark zunehmen würde.

Ausführliche Informationen zum Thema Nasenkorrektur können Sie hier erfahren.

Daher musste ein Weg gewählt werden, der sowohl die Nase verlängert, die Projektion unverändert lässt, bzw. verkleinert, und den Nasolabialwinkel reduziert. Die Lösung lag in der Nasenwurzel: diese lag glücklicherweise eher tief, und es wurde entschieden, die Nasenwurzel anzuheben. Die Anhebung mit etwa 3 mm Knorpel hatte folgende Effekte:

1. Der Höcker wurde fast ausgeglichen und dadurch musste nur noch wenig Knochen entfernt werden
2. Die Richtung der Verlängerung wurde nach unten verlagert, dadurch musste weniger verlängert werden
3. Der wichtigste Punkt: Durch die Änderung der Verlängerungsrichtung entstand gleichzeitig eine Projektionsverminderung

 

planung 4
Um die kurze Nase zu verlängern und den viel zu stumpfen Nasolabialwinkel zu verkleinern, müssen verlängernde Knorpelspangen eingebracht werden. Bei Beibehaltung der vorhandenen Ebene des Nasenrückens würde zum Erreichen eines normalen Nasolabialwinkels die Nase zu lang und die Projektion zu stark werden (linkes Bild). Durch Anheben der Nasenwurzel erreicht man eine Änderung der Verlängerungsebene und erzielt die gewünschte Nasenverlängerung sowie die Verkleinerung des Nasolabialwinkels ohne die Projektion übermäßig zu verstärken. Durch die Nasenwurzelerhöhung wird das Ausmaß der Höckerabtragung deutlich herabgesetzt (man muss nur feilen), und man erspart sich die Spreader grafts, weil kein Open roof gemacht wird.

 

serie 1a
serie 1b
serie 1c
Leichte Höckernase, hängende, breite und leicht verschobene Nasenspitze. Höckerabtragung, Verschmälerung der Nasenspitze und des Nasenrückens, Anhebung, Verschmälerung und Begradigung der Nasenspitze.

 

serie 2a
serie 2b
serie 2c
Höckernase, Schiefnase, eingefallene Nasenflügel, hängende Nasenspitze.

Höckerabtragung, Begradigung der Nase, Korrektur der Flügelknorpel, Anhebung der Nasenspitze.

 

serie 3a
serie 3b
serie 3c
Leichter Höcker, sehr breiter Nasenrücken, breite Nasenspitze. Hidden Columella. Höckerabtragung, Verschmälerung des Nasenrückens und der Nasenspitze. Verbesserung der seitlichen Einsehbarkeit der Nasenlöcher.

Aktualisiert: 19.02.2018

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