Behandlung von übermäßigen Schwitzen (Hyperhidrose) durch chirurgische Eingriffe

Die Absonderung von Schweiß ist eine natürliche Körperreaktion. Über den Nervus Sympathikus, der Teil des vegetativen Nervensystems ist, reguliert der Körper seine Temperatur, indem bei einer drohenden Überhitzung Schweiß absondert wird, welcher verdunstet und den Körper kühlt.

Produziert der Körper jedoch mehr Schweiß, als zur Kühlung benötigt wird, liegt eine Erkrankung vor, welche Medizinern als Hyperhidrose bezeichnen. Symptomatisch hierfür sind schweißnasse Hände, Füße und Achselhöhlen, auch Leistengegend, Schamleiste  oder Kopf- und Nackenbereich können von übermäßiger Schweißproduktion betroffen sein. Dabei scheiden Betroffene in einer Minute bis zu 100 Milliliter Schweiß aus. Dies entspricht einer durchschnittlichen Schweißabsonderung bei gesunden, nicht Sport treibenden Erwachsenen pro Tag.

Bei Betroffenen führt die Hyperhidrose häufig zum sozialen Rückzug. Das mehrmalige Wechseln der Bekleidung sowie Angst, durch unangenehmen Körpergeruch aufzufallen, können sowohl das Berufs- als auch das Privatleben stark einschränken.

Ursachen für Hyperhidrose

Ursachen für ein übermäßiges Schwitzen sind vielfältig und zum Teil noch nicht abschließend erforscht. Tritt das übermäßige Schwitzen bereits in der Jugend auf, liegt sehr wahrscheinlich eine erbliche Veranlagung zugrunde. Ausgelöst durch die Annahme von Medikamenten oder anderen Erkrankungen wie Diabetes, Schilddrüsenfunktionsstörungen oder neurologische Störungen, kann die Hyperhidrose auch in späteren Lebensjahren beginnen.

Indikation

Indikation für eine Hyperhidrose ist eine Schweißproduktion von über 100 Millilitern in der Minute. Liegt diese vor, sind die Ursachen für das übermäßige Schwitzen zu klären. Sofern andere Erkrankungen oder die Einnahme von Medikamenten als Ursache für das übermäßige Schwitzen ausscheiden, stehen Betroffenen mehrere Möglichkeiten zu Behandlung der Hyperhidrose zur Auswahl.

Behandlungsmethoden

Grundsätzlich zwischen zwei unterschiedliche Möglichkeiten, die Schweißproduktion zu minimieren, unterschieden: konservative Behandlung durch die Injektion von Botulinumtoxin oder ein chirurgischer Eingriff.
Während bei der konservativen Variante mit Botox die Behandlung aller betroffenen Körperregionen möglich ist, jedoch im Abstand von ungefähr sechs Monaten wiederholt werden muss, bietet die operative Entfernung der Schweißdrüsen eine dauerhafte Lösung. Einmal entfernte Schweißdrüsen wachsen nicht nach. Zu beachten ist allerdings, dass mit einer chirurgischen Entfernung bisher lediglich das Areal unter den Achselhöhlen trockengelegt werden kann.

Chirurgische Entfernung der Schweißdrüsen

poceni nadmerne hyperhidróza muz podpazi kosileEine chirurgische Entfernung der Schweißdrüsen kann auf mehrere Arten erfolgen: Schweißdrüsenabsaugung, Hyperhidrosebehandlung mittels Laser oder durch eine Ausschaltung des Nervus Sympathikus. Ist das Drüsengewebe einmal entfernt, ist das Problem des Schwitzens gelöst. Gleich welche Methode durchgeführt wird, sollten zunächst Lage und Ausdehnung der Schweißdrüsen festgestellt und ein Blutbild erstellt werden. Mit Hilfe einer genauen Diagnostik kann der behandelnde Arzt so feststellen, ob sich die Drüsen beispielsweise auch über den Brustkorb erstrecken. Der Eingriff selbst erfolgt ambulant und minimal-invasiv unter Lokalanästhesie, auf Wunsch auch im Dämmerschlaf.

Schweißdrüsenabsaugung

Ist der Patient sediert, werden durch kleine Schnitte, die später kaum zu sehen sein werden, Kanülen in den Achselbereich eingeführt und die Schweißdrüsen aus der Lederhaut bzw. dem Unterhautfettgewebe abgesaugt. Zusätzlich kann eine Kürretage (Ausschabung) der abgesaugten Areale angeschlossen werden. Die Operation ist schmerzfrei und erfolgt mit speziellen Kanülen, welche sehr sicher sind. Zu Verletzungen oder Blutungen kommt es nur in sehr seltenen Fällen. Nach dem Eingriff ist der Patient kaum eingeschränkt, lediglich für zwei Wochen ist einen Kompressionweste zu tragen.

Hyperhidrosebehandlung mittels Laser

Neben einer Absaugung kann eine Hyperhidrose auch mit Hilfe einer Lasertherapie behandelt werden. Hierzu wird durch kleine Schnitte an den Achselhöhlen eine Laserfaser in das Gewebe eingeführt. Ist der Laser aktiviert, wird durch die Hitzeentwicklung das umliegende Gewebe inklusive der Schweißdrüsen zerstört. Die funktionsunfähigen Zellen werden vom Körper abtransportiert. Um ein umfassendes Ergebnis zu erzielen, können bis zu zwei Sitzungen nötig sein.

Hyperhidrosebehandlung und Nervus Sympathicus

In sehr schweren Fällen der Hyperhidrose kann auch eine Sympathektomie oder Sympathikusblockade durchgeführt werden. Hierbei wird über einen endoskopischen Eingriff der Nervus Sympathicus, welche über eine Signalsteuerung die Schweißbildung regelt, ausgeschaltet. Dies kann auf unterschiedliche Arten, durch Durchtrennung, Verödung oder durch Abklammerung mit einem Metallklip geschehen.

Postoperatives Vorgehen

Der Patient kann bereits einen Tag nach dem Eingriff wieder Duschen, es ist mit einer gesellschaftlichen Auszeit von ca. zwei Tagen zu rechnen. Sportliche Aktivitäten können in der Regel nach einer kurzen Erholungsphase wieder problemlos ausgeführt werden.

Risiken

Chirurgische Maßnahmen bei übermäßigem Schwitzen sind sehr sicher.  In sehr seltenen Fällen kommt es zu vorübergehenden kleinen Beeinträchtigungen in Form von Blutergüssen, Schwellungen oder Verhärtungen unter den Achseln. Auch können für einen kurzen Zeitraum Schmerzen auftreten, sowie funktionelle Beeinträchtigungen oder Nachblutungen. Dies ist aber sehr selten.

Aktualisiert: 22.10.2015

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