Kieferfehlstellung OP

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Unter einer Dysgnathie versteht man unterschiedlich ausgeprägte Fehlstellungen von Kiefer und Kausystem. Meist liegen dabei Diskrepanzen im Größenverhältnis zwischen Ober- und Unterkiefer (Makro- oder Mikrognathie) oder aber Abweichungen in den Lagebeziehungen der Kiefer zueinander vor. Optisch besonders auffällig sind so genannte Sagittale Dysgnathien, bei welchen ein vorstehender Unterkiefer zu einem stark hervortretenden Kinn führt, oder aber eine Unterkiefer-Rücklage ein fliehendes Kinn verursacht. Etwa fünf Prozent der mitteleuropäischen Bevölkerung leiden unter medizinisch behandlungsbedürftigen Dysgnathien.

Beschwerden

Neben ästhetischen Beeinträchtigungen durch deutlich sichtbare Formveränderungen des Gesichtes, führen Dysgnathien häufig auch zu funktionellen Störungen wie  Kauproblemen und einer dementsprechend erschwerten Nahrungsaufnahme, Einschränkungen hinsichtlich der Phonetik, sowie Fehlbelastungen von Zähnen und Kiefergelenken. Hieraus resultieren wiederum oftmals Schädigungen des Zahnhalteapparates sowie Kopf-, Nacken-, und Rückenschmerzen. Auch Tinitus, Schwindelgefühle und Atemaussetzer im Schlaf (Schlafapnoe) können als Folge einer unbehandelten Dysgnathie auftreten.

Ursachen

Zu den Ursachen von Dysgnathien zählen neben Erblichkeit, angeborenen Fehlbildungen und Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten auch hormonelle Störungen während der Wachstumsphase. Angewohnheiten wie Daumenlutschen und Lippensaugen im Kindheitsalter sowie Frakturen des Gesichts können ebenfalls zu einer nachträglichen Fehlstellung der Kiefer führen.

Diagnose

Um Grad und Ausprägung einer Dysgnathie festzustellen, findet neben einer Untersuchung der Zähne auch eine Diagnostik durch bildgebende Verfahren wie Computertomographie und Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) statt. Zusätzlich werden meist 3D-Computersimulationen eingesetzt, um mögliche Verbesserungen durch eine Operation zu verdeutlichen.

Dysgnathie Patientin vor Behandlung3 Dysgnathie Patientin nach Behandlung
Patientin vor Behandlung Patientin nach Behandlung

Therapie

Leichte Dysgnathien: Nicht alle Dysgnathien müssen operativ behandelt werden. Geringfügige Zahnfehlstellungen (dentoalveoläre Dysgnathien) lassen sich insbesondere bei Kindern meist gut alleine durch kieferorthopädische Regulierungen behandeln. Hierbei kommen in der Regel lose Zahnspangen oder festsitzende Brackets zur Anwendung, welche regelmäßig durch den Kieferorthopäden angepasst werden müssen.
Schwere Dysgnathien: Sind die Kieferknochen in ihrer Lagebeziehung zueinander deutlich verschoben (skelettale Dysgnathie), kann in der Regel nur eine chirurgische Verlagerung der Kiefer eine deutliche Besserung erzielen. Auch hier muss eine kieferorthopädische Vor- und Nachbehandlung stattfinden, um die Zähne optimal an die neue Kieferstellung anzupassen. So ist im Vorfeld der Operation das Tragen einer festen Zahnspange zur Ausformung und Harmonisierung der Zahnbögen erforderlich. Auch kann es notwendig werden, evtl. störende Weißheitszähne oder Zahnprothesen bei Behandlungsbeginn zu entfernen.

Wie die Operation selbst ausgeführt wird, hängt maßgeblich von Art und Ausprägung der Kieferfehlstellung ab. Eine häufig angewendete Methode ist die sagittale Osteotomie, bei welcher der Kiefer gespalten, anschließend verlagert und mit Hilfe von Titanplatten in seiner neuen Position fixiert wird. Die eingebrachten Fixierungen können nach etwa einem Jahr während einer relativ kurzen Operation wieder entfernt werden. In der Regel entstehen hierbei keine sichtbaren Narben, da alle Operationsschritte vom Mund aus vorgenommen werden können. Etwa sechs Wochen nach der Operation beginnt schließlich die kieferorthopädische Feineinstellung der Zähne. Hierzu muss erneut für etwa ein halbes Jahr eine feste Zahnspange getragen werden, um die Zähne in eine optimale Endposition zu bringen.

Therapiedauer

Gemeinsam mit der notwendigen kieferchirurgischen Vor- und Nachsorge beträgt die Gesamttherapiedauer bei operativ behandelten  Dysgnathien je nach Art und Schwere der Fehlstellung etwa zwei bis drei Jahre. Insbesondere die kieferorthopädische Vorbehandlung fordert mit einer Dauer von 8 bis 16 Monaten dem Patienten Geduld ab. Im Anschluss an die Operation kann nach etwa drei Wochen wieder feste Nahrung aufgenommen und auch Sport getrieben werden. Entsprechende Eingriffe werden am sinnvollsten im jungen Erwachsenenalter vorgenommen. Oparationen in der Wachstumsphase sollten nach Möglichkeit vermieden werden, da die langfristigen Erfolgschancen bei voll ausgebildeten Skeletteilen am höchsten sind.

Aktualisiert: 07.01.2014

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