Macrolane ist ein minimalinvasiv verwendetes Material zur Brustvergrößerung und Gesäßmodellierung und zum Auffüllen von Unebenheiten und Körperfehlern. Macrolane basiert auf einer stabilisierten Hyaluronsäure nicht-tierischen Ursprungs. Die Wirkung der Behandlung hält zwischen 9 und 18 Monate an, im Allgemeinen wird die Wirkungsdauer mit 12 Monaten angegeben.

Macrolane enthält Hyaluronsäure in zwei verschiedenen Dichten: Macrolane VRF20 und Macrolane VRF30. VRF steht für Volume Restoration Factor (Volumen-Wiederherstellungsfaktor) und beschreibt die Formstabilität des Produkts. Macrolane wurde im Jahr 2006 in Europa für die ästhetische Volumenwiederherstellung und Körperformung zugelassen und erhielt eine CE-Kennzeichnung. In den Vereinigten Staaten wurde das Produkt nicht zugelassen.

Wem nützt Macrolane?

Der Körperkonturenfüller Macrolane ist für folgende Personentypen ideal geeignet:

  • Junge Frauen vor der Schwangerschaft, die ihre Brust um eine Körbchengröße vergrößern möchten
  • Frauen nach dem Stillen mit leicht schlaffen Brüsten, die eine vollere Form wünschen
  • Personen, die ihre Gesäß- und/oder Wadengröße vergrößern möchten
  • Männer, die den Brustbereich oder Unebenheiten der Brust auffüllen möchten

 

Anwendung

Macrolane wird invasiv angewendet; daher müssen sämtliche Verfahren zur Sicherstellung der Sterilität eingehalten werden. Das Verfahren sollte in einer chirurgischen Praxis ausgeführt werden, in der die entsprechende Ausstattung vorhanden ist, um auf etwaige Komplikationen angemessen reagieren zu können. Das Produkt muss in die subkutane Gewebeschicht eingeführt werden. Die Mindestdicke der Gewebeschicht über eingeführtem Macrolane VRF20 beträgt 1 Zentimeter. Die Mindestdicke der Gewebeschicht über eingeführtem Macrolane VRF30 ist höher. Bei Brustvergrößerungen wird empfohlen, Macrolane zwischen Brustdrüse und Brustmuskel einzuführen. Für jede Seite wird eine Macrolane-Menge von ca. 100 – 150 ml verwendet. Beim Gesäß werden insgesamt 200 – 250 ml (für beide Seiten) zwischen die Muskeln injiziert. Bei Brust- und Gesäßvergrößerungen wird Macrolane in einem Bolus (an einer Stelle) eingeführt, wo es eine Tasche bildet. Die Größe der Tasche variiert je nach zugeführter Macrolane-Menge. Das Material verbleibt für die Dauer von rund 12 Monaten im Gewebe.

Erholungsphase

Nach der Anwendung von Macrolane muss die Injektionsstelle mit größter Sorgfalt behandelt werden, um Infektionen vorzubeugen. Nach der Behandlung muss für die Dauer von mindestens einer Woche ein Stütz-BH oder elastische Unterbekleidung getragen werden, um ein Wandern oder unerwünschtes Verrutschen des Füllmaterials zu verhindern. Die Einnahme von Antibiotika wird für die Dauer von mindestens drei Tagen empfohlen.

Nebenwirkungen und potenzielle Komplikationen

Wie bei jedem Füllmaterial können auch hier nach der Anwendungen Nebenwirkungen auftreten. Folgende Nebenwirkungen werden am häufigsten beobachtet: Rötung, Schwellung, Juckreiz und/oder Hämatome. Die meisten Nebenwirkungen klingen innerhalb von zwei Wochen spontan ab.

Weitere Komplikationen: Infektion der Injektionsstelle, mögliche Abszessbilding, Fistel mit austretendem Produkt, Migration an eine andere Stelle, fühlbare und sichtbare Unebenheit oder Beulen, kapselförmige Kontraktion mit Verformung und vorzeitiger Absorption (innerhalb von sechs Monaten nach der Anwendung). Bei rund 12 % der Patienten treten Beulen auf, bei 30 % kapselförmige Kontraktionen und bei 25 % wunde Stellen. Die häufigsten Komplikationen bei Brustvergrößerungen sind verkapselte Beulen, Brustdrüsenfibrose und/oder Infektionen. Der prozentuale Anteil von Komplikationen wird auf 25 – 30 % geschätzt. Auch das Auftreten eines Pneumothorax wurde nach einer Brustvergrößerung mit Macrolane gemeldet. Ein Durchstoßen der Brustwand führte in diesem Fall zu einer Luftansammlung im Pleuraraum und damit zum Kollabieren der Lunge.

Auch wenn nicht nachgewiesen wurde, dass Macrolane eine negative Auswirkung auf die Brustdrüse hat, wird Frauen mit hochgefährlichem parenchymalem Krankheitsbild, einer Vorgeschichte mit Brustkrebs, ungeklärtem Befund in den Brüsten oder auch größeren gutartigen Zysten davon abgeraten. Vor der Anwendung von Macrolane sollten sich Frauen in einer Mammografie-Praxis untersuchen lassen, um mögliche pathologische Befunde in den Brüsten vorab auszuschließen.

Brust- und Gesäßvergrößerungen mit Macrolane

Eine Brust- oder Gesäßvergrößerung mit Macrolane ist technisch gesehen einfach, doch sprechen immer mehr Einwände gegen seinen Einsatz. Von der Perspektive der Kunden aus ist der Hauptgrund für ihre Unzufriedenheit der Preis der Behandlung, einmal abgesehen von den Beschwerden auf die Komplikationen. Der Preis ist mit dem einer standardmäßigen Brust- oder Gesäßvergrößerung mit Silikonimplantaten vergleichbar, die Wirkung hält jedoch nur vorübergehend an. Außerdem wird die zugesagte Wirkungsdauer von 12 Monaten nicht immer erreicht, und das Produkt wird häufig früher absorbiert.

Die Beschwerden von Kunden wie Ärzten weisen auf eine hohe Anzahl von Komplikationen hin, die schwierig zu beseitigen sind und über lange Zeit behandelt werden müssen. Mammografie-Experten haben starke Einwände gegen die Verwendung von Macrolane zur Brustvergrößerung geäußert. Abgesehen von Verschattungen, die durch das gekapselte Material entstehen, zeigen sich signifikante Veränderungen des Parenchyms der Brust, die eine adäquate Beurteilung der Drüsen verhindern. Experten sind zu Recht beunruhigt, dass dadurch pathologische Befunde übersehen werden könnten.

Weitere Einwände betreffen den nicht erforschten Einfluss und Spätauswirkungen der Anwendung von großen Mengen von Hyaluronsäure auf den Körper. Aus diesen Gründen wurde die Verwendung von Macrolane in Frankreich und Großbritannien seit 2012 offiziell untersagt. Auch in anderen Ländern sind plastische Chirurgen zunehmend misstrauischer gegenüber der Verwendung dieses Produkts.

Aktualisiert: 22.07.2013

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