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In den letzten 15 Jahren des 20. Jahrhunderts haben einige hervorragende Kollegen Techniken eingeführt, die ganz wesentlich zur Verbesserung der Langzeitergebnisse beitrugen (Verhinderung von Verziehungen und Verformungen durch unvorhersehbare Narbenbildungen). Ebenso wurden neue Techniken geschaffen, die bislang nicht durchführbare Korrekturen an der Nase ermöglichten. Ich hatte zwischen 1990 und 2002 die Gelegenheit, durch Besuche bei einigen dieser weltbekannten Größen (Gilbert Aiach, Bahman Guyuron, Eugene Tardy, John Tebbetts, Dan Toirumi, Chagai Tsur) mein theoretisches und operatives Spektrum im Bereich der Nasenchirurgie entscheidend zu erweitern. Die nachstehend beschriebenen Techniken standen damals nicht einmal in den gängigen Lehrbüchern, mit Ausnahme der asenenzyklopädie von Thomas Rees aus dem Jahr 1994. Erst um das Jahr 2000 erschienen die wirklich guten und moderneren Werke. In Wien hatte ich Eingriffe auf so hohem chirurgischen Niveau nie gesehen. Fast noch wichtiger als die Erweiterung meines chirurgischen Spektrums war aber für mich das Erlernen einer neuen Dimension operativer Konzeption. Details und Zusammenhänge wurden mir klar, die ich bislang einfach nicht gekannt hatte.

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Den wichtigsten Fortschritt stellt meiner Ansicht nach das Prinzip dar, Formveränderungen des Nasenknorpels nicht durch dessen Zerschneidung oder Teilentfernung zu erreichen, sondern durch den Einsatz formgebender Nähte. Bei der konventionellen Technik wird beispielsweise durch Einschneiden in den Dom des Nasenflügelknorpels eine Schwächung seiner Spannung und damit eine Verschmälerung der Nasenspitze bewirkt. Die durch Einschnitte bedingte Schwächung des Knorpels kann nach Jahren zu massiven Formveränderungen führen, wenn Vernarbungsprozesse den instabil gemachten Knorpel verziehen. Im Gegensatz dazu wird beim Setzen von formenden Nähten die Stabilität der Nasenknorpel nicht geschwächt, sondern sie bleibt vollständig erhalten.

Zusammen mit der Entwicklung dieser Nahttechniken begann man zur Formveränderung und Stabilisierung auch selbst geschnitzte kleine Knorpelstücke (sog. „Struts“) zu verwenden. Hierfür wird ein Teil der knorpeligen Nasenscheidewand herangezogen, und auf einer speziellen Metallschablone (nach Dr. Aiache) können bequem die 2 mm breiten und 1 mm dicken Knorpelstücke zugeschnitzt werden. Sie dienen zur Begradigung, Stabilisierung, Abstützung, Aufpolsterung, Verbreiterung etc.

Zusammenfassend können die wichtigsten technischen Entwicklungen der letzten Jahre wie folgt beschrieben werden. Zur ästhetischen Korrektur der Nase wird das Prinzip der „Bastelstube“ herangezogen: Es wird genäht und geflickt, hinzugefügt und weggenommen, gebogen und begradigt, wobei darauf geachtet wird, nichts zu zerstören oder zu schwächen, sondern stabil zu formen. Wer diesen Fortschritt nicht mitgemacht hat, operiert nicht „state of the art“.

Struts
Operative 1a
operative 1b
operative 1c

Aktualisiert: 20.02.2018

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