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Fast jeder kennt sie - lästige Fettpolster, die sich auch durch eine Ernährungsumstellung oder Sport nicht reduzieren lassen. Seit Anfang des Jahres 2016 steht für genau dieses Problem auch in Deutschland eine völlig neue Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung: SculpSure®, der weltweit erste und bisher einzige Laser, der von der FDA (amerikanische Zulassungsbehörde für Medizinprodukte) für die hyperthermische nicht-invase Fettreduzierung und Körpermodellierung durch Wärme zugelassen worden ist.

Für wen ist die Behandlung geeignet?

Der ideale Patient besitzt einen BMI (Body Mass Index) bis zu 30 und möchte lokale Fettpolster, die trotz Bewegung oder Verringerung der Kalorienzufuhr als störend empfunden werden, ohne Operation reduzieren.
Das Verfahren ist, bedingt durch die geringe Energie-Absorption im Hautfarbstoff (Melanin) für alle Hauttypen (I-VI) geeignet.

Welche Areale können behandelt werden?

Im Prinzip können all diejenigen Bereiche behandelt werden, die über "greifbares" Fett verfügen und eine Positionierung der Applikatoren zulassen. Dank der sehr flexiblen Positionierungsmöglichkeiten, die keine "Ansaugung", wie beispielsweise bei der Kryolipolyse, nötig machen, ist dies an fast allen, als störend empfundenen Fettpolstern am Körper, möglich:

  • Oberbauch
  • Unterbauch
  • Flanken ("love-handles")
  • Rücken (z.B. Speckröllchen im BH-Bereich)
  • Oberschenkelaußenseiten ("Reiterhosen")
  • Oberschenkelinnenseiten
  • Knie
  • Waden
  • Oberarme

SculpSure Behandlung MK3 9386

Findet vor einer Behandlung ein ärztliches Aufklärungsgespräch und eine Untersuchung statt?

Selbstverständlich ist ein Aufklärungs- und Beratungsgespräch durch einen speziell qualifizierten Arzt unabdingbar. Zunächst wird die medizinische Vorgeschichte des Patienten erhoben, um entscheiden zu können, ob der jeweilige Interessent tatsächlich für das Verfahren geeignet ist (Ausschlusskriterien sind beispielsweise: Schwangerschaft oder Stillzeit, offene Wunden oder Narben im Behandlungsbereich, unbehandelte Bauchwandhernie)

SculpSure front

Natürlich erfolgt im Rahmen des Gespräches auch eine Aufklärung über etwaige Risiken und Nebenwirkungen, sowie die zu erwartenden Behandlungskosten.

Im Anschluss erfolgt eine exakte Fotodokumentation und Untersuchung zur Bestimmung des Ausgangszustandes, um den Behandlungserfolg später quantifizieren zu können.

Diese beinhaltet: Umfangsmessungen des Behandlungsareals, Bestimmung des Gewichts, Messung des Körperfettgehalts (zum Beispiel mittels BIA oder Kaliper) oder auch eine Bestimmung der Fettschichtdicke mittels Ultraschallmessung.
Daraufhin wird das Behandlungsareal markiert und die Anzahl und Position der Applikatoren festgelegt.

Ablauf der Behandlung

Nach Abschluss der Vorbereitungen wird die Haut wenn nötig von Cremerückständen befreit und die Positionsrahmen der Applikatoren mithilfe eines Gurtes am zu behandelnden Fettpolster befestigt. Auf die sich nun vorwölbenden "Fett-Kissen" wird eine spezielle Lotion aufgetragen, die eine einwandfreie Funktion der Kontaktelektroden des Lasers gewährleistet.

Diese signalisieren zu jedem Zeitpunkt der Behandlung die optimale Position des Laserkopfes auf der Haut, um sowohl den Kontakt der integrierten Kühlung sicherzustellen, als auch ein unbeabsichtigtes Abstrahlen des Laserlichtes zu vermeiden. Im Falle eines Kontaktverlustes schaltet das Gerät den betroffenen Applikator sofort ab und pausiert die Behandlung. Dieses Sicherheitssystem ist bislang auf dem Markt einzigartig.

Nach der korrekten Positionierung der Laserköpfe, die sowohl am Applikator durch LEDs als auch am Gerätedisplay angezeigt ist, wird die Behandlung gestartet.

SculpSure Behandlung MK3 9504

Die Energieabgabe durch den Laser erfolgt in Intervallen, wohingegen die Kontaktkühlung der Haut während der kompletten Behandlung aufrechterhalten wird. Der Patient empfindet aus diesem Grund einen "wellenförmigen" Wechsel von Wärme und Kühlung.

Das Ziel ist eine Einstellung der Behandlungsintensität, bei der die Wärmephase sehr deutlich spürbar, jedoch nicht als schmerzhaft empfunden werden soll.
Zu jedem Zeitpunkt der Behandlung kann zur Erhöhung des Komforts bei unangenehmen Wärmeempfindungen eine zusätzliche Kühlphase aktiviert werden. Zusätzlich hat der Patient die Möglichkeit, die Behandlung jederzeit mit Hilfe eines Handknopfes zu pausieren.

Nach 25 Minuten ist die Behandlung beendet, die Applikatoren werden entfernt und die Kontaktlotion abgewischt. Der Patient kann nun wieder seinem normalen Alltag nachgehen.

Wirkungsweise

Technisch betrachtet handelt es sich um einen Diodenlaser mit einer Wellenlänge von 1060 nm, welcher eine hohe Energie-Absorption im Fettgewebe bei gleichzeitig niedriger Absorption in der Haut ermöglicht.

Nach 4 Minuten wird das Temperaturoptimum von 42-47 °C erreicht und weitere 21 Minuten aufrechterhalten. Insgesamt 25 Minuten sind ausreichend, um eine sog. Apoptose, also eine programmierte Zell- Zerstörung von Teilen des Fettgewebes, einzuleiten. Die so zerstörten Fettzellen werden im Laufe der kommenden Wochen vom Lymphsystem des Körpers abtransportiert.

Ergebnisse der Behandlung

In MRT-Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass mit einer einzigen Behandlung bis zu 24 % des behandelten Fettgewebes dauerhaft reduziert wurde. In aller Regel bemerkt der Patient bereits nach 6 Wochen erste Ergebnisse, das Endresultat ist nach 12 Wochen sichtbar und der Fettabbau abgeschlossen.

Wird das Gewebe auch gestrafft?

Durch eine Stimulation der Kollagen- und Elastinproduktion aufgrund der Erwärmung kommt es neben der Zerstörung von Fettzellen auch zu einer moderaten Straffung. Dies stellt einen deutlichen Vorteil im Vergleich zu vielen anderen Verfahren dar.

Sicherheit, Risiken und Nebenwirkungen der Behandlung

Die implementierten Sicherheitssysteme:

  • automatische Abschaltung bei Kontaktverlust der Applikatorsensoren
  • integrierte Kontaktkühlung
  • minimale Absorption in die Dermis

Schwerwiegende Nebenwirkungen sind bei korrekter Anwendung bisher nicht bekannt. Während der Behandlung kann ein deutliches Wärmegefühl empfunden werden, in den Tagen nach der Behandlung kann es zu einem leichten "Ziehen" im Applikatorbereich kommen. Auch eine leichte Rosafärbung oder Rötung, Empfindlichkeit, Schwellungen, leichte Schmerzen, Juckreiz und Verfestigung sind möglich.

SculpSure Illu Wirkweise 11 2015

Verhaltens-Hinweise

Sie sollten sich 7 Tage vor und nach einer Behandlung nicht der Sonne aussetzen. Vor der Behandlung sollten alle Cremes oder Öle entfernt werden.
Während der Zeit des Fettabbaus sollte eine Gewichtszunahme vermieden werden, um den optimalen Behandlungserfolg zu gewährleisten.
Achten Sie (insbesondere in den ersten Tagen) auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Zusammen mit einer täglichen kurzen Massage des Behandlungsbereichs können Sie so den Abtransport der zerstörten Fettzellen durch das Lymphsystem des Körpers fördern.

Der Patient kann sofort nach der 25-minütigen Behandlung wieder seinem Alltag nachgehen, weshalb auch von einer sog. "lunchtime-procedure" gesprochen wird.

Kosten der Behandlung

Im Durchschnitt werden in Deutschland ca. 250-300 € je Applikator berechnet, in den USA liegen die Kosten je Applikator höher, häufig bei 400 US$.

Alternativen

Neben anderen, oft mit deutlich längerer Behandlungsdauer oder erhöhten Nebenwirkungen (z. B. Schmerzen, blaue Flecken, etc.) verbundenen Methoden der nicht-operativen Fettreduktion, ist bis dato die operative Fettabsaugung Goldstandard. SculpSure® stellt für all diejenigen Patienten eine Alternative dar, die nicht krankhaft adipös sind und lokalisierte Fettpolster in möglichst geringer Zeit ohne Ausfallzeiten reduzieren möchten. Eine operative Fettabsaugung kann die Methode aber nicht ersetzen.

Zusammenfassung

Mit SculpSure® steht eine weitere sichere und schmerzarme Methode zur Verfügung, um Fettgewebe ohne Operation oder Spritzen zu reduzieren.

Merkmale:

  • nur 25 Minuten Behandlungszeit
  • bis zu 24% Reduktion des Fettgewebes im behandelten Areal
  • Gewebestraffung durch Stimulation der Kollagen- und Elastinproduktion
  • sehr gutes Sicherheitsprofil
  • FDA-Zertifizierung
  • keine "Downtime"
  • flexibel positionierbares Applikatorsystem
  • geeignet für alle Hauttypen (I-VI)

Insbesondere die Kryolipolyse hat durch dieses neue Verfahren eine ernstzunehmende Konkurrenz bekommen. Die Behandlungszeit ist deutlich kürzer, die Applikatoren wesentlich flexibler positionierbar, durch das fehlende Vakuum gibt es keinerlei blauen Flecken etc. Auch andere kältebedingte Nebenwirkungen, wie zum Beispiel die gefürchteten, teilweise über Wochen therapiebedürftigen Dysästhesien, entfallen. Insgesamt scheint das Risikoprofil im Vergleich zur Kryolipolyse für SculpSure® zu sprechen, auch wenn die Studienanzahl aktuell noch deutlich geringer ist.

Größere Fettmengen lassen sich mit keinem nicht-invasiven Verfahren zur Fettreduktion sinnvoll behandeln. Hier ist die operative Fettabsaugung weiterhin Goldstandard.

Hinweis

Diese Informationen erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Sie können und sollen nicht das ärztliche Beratungs- und Aufklärungsgespräch ersetzen.

Publiziert: 29.07.2016

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