Als “Vasektomie” wird die Sterilisation (dauerhafte Empfängnisverhütung) beim Mann bezeichnet. Hierbei werden die Samenleiter im Hodensack des Mannes durchtrennt. Der Eingriff erfolgt ambulant unter örtlicher Betäubung oder im Dämmerschlaf. Hodensack und Samenleiter werden freigelegt, ca. 1-3 cm des Samenleiters entfernt und die Schnittstellen anschließend verödet.

Die Hormonproduktion und Erektionsfähigkeit bleiben erhalten, die Spermien werden jedoch vom Körper resorbiert, da sie nach Durchtrennung des Samenleiters nicht mehr abgeführt werden können. Das Ejakulat enthält also keine Spermien mehr.

Welche Auswirkungen hat eine Vasektomie?

Häufig machen sich Patienten Sorgen, dass eine Vasektomie Auswirkungen auf Ihren Sexualtrieb oder ihre Männlichkeiten haben könnte. Dies ist jedoch nicht der Fall. Der Hormonproduktion läuft unverändert weiter, sodass sich weder Stimmung, Bartwuchs noch die Libido oder das Ereketionsvermögen verändern. Durch die Vasektomie wird einzig verhindert, dass sich weiterhin Samenzellen im Ejakulat befinden. Dieses verändert sich durch die Durchtrennung der Samenleiter jedoch weder in seiner Menge noch seiner Beschaffenheit.

„Traditionelle“ Vasektomie

Zunächst wird die Haut über dem Samenleiter mit einem kleinen Schnitt von etwa 0,5 cm bis 1 cm geöffnet. Dann wird der Samenleiter freigelegt, durchtrennt und ein etwa 1-3 cm langes Stück des Samenleiters entfernt. Die Schnittstellen werden elektrisch verödet und vernäht. Somit wird im Samenleiter der Transportweg der Spermien unterbrochen. Anschließend werden die jeweiligen Enden in verschiedenen Gewebeschichten des Hodensackes eingeführt. Der gleiche Vorgang wird danach auf der anderen Seite durchgeführt. Insgesamt ist mit einer Behandlungsdauer von ca 30 Minuten zu rechnen. Nach der OP wird ein steriler Verband angebracht.

"Non-scalpel" Vasektomie (NSV)

Bei der non-scalpel Vasektomie wird nur eine kleine Hautöffnung von ca. 10 mm vorgenommen, bei der die Freilegung des Samenleiters minimal-invasiv erfolgt.
Hierbei sind das Schmerzrisiko sowie das Risiko von Nachblutungen und Infektionen sehr gering. Die Hodensackhaut (Skrotalhaut) wird an einer oder zwei Stellen punktiert, an welchen die Haut mit einer Klemme gespreizt wird. Die Öffnung wird so weit gedehnt, bis der Operateur an die Samenleiter gelangt und mit einer besonderen Halteklemme an den Samenleiter gelangt. Der weitere Verlauf (Samenleiterdurchtrennung etc.) gleicht der „traditionellen“ Vasektomie. Allerdings ist es nicht nötig, dass die Haut nach dem Eingriff vernäht wird, da die Operationsöffnung von alleine zuwächst. Der Eingriff dauert ca. 15 Minuten.
Bei der „No-needle-no-scalpel“ Vasektomie (NN-NSV) wird außerdem auf eine Betäubungsspritze verzichtet, da eine spezielle, nadellose Betäubung („Jet Injektion“) angewendet wird, bei der die zu behandelnden Flächen um den Samenleiter herum betäubt werden können.

Postoperatives Vorgehen

Nach der Operation sollte das behandelte Areal gekühlt werden, um etwaige Schwellungen zu behandeln. Es können leichte, ziehende Schmerzen im Hodensack auftreten, welche bis zu 2 bis 3 Tagen nach der Operation anhalten. Auftretenden Schmerzen kann jedoch mit Analgetika entgegengewirkt werden. Der Patient sollte sich ca. eine Woche lang schonen und auf sportliche oder sexuelle Aktivitäten verzichten.

Risiken

Bei jedem operativen Eingriff kann es zu kleinen Komplikationen wie Blutungen, Schwellungen oder Infektionen kommen. Wird die Vasektomie von einem erfahrenen Arzt durchgeführt, ist jedoch nicht mit Komplikationen zu rechnen.

Zeugungsunfähigkeit

Die Zeugungsunfähigkeit des Mannes setzt nicht unmittelbar nach der Vasektomie ein. Bis zu 12 Wochen nach dem Eingriff können sich noch Spermien in der Samenflüssigkeit befinden, sodass in diesem Zeitraum die Anwendung alternativer Verhütungsmittel anzuraten ist.
Um festzustellen, ob die Vasektomie erfolgreich verlaufen ist, werden in zeitlichen Abständen Kontrolluntersuchungen vorgenommen. Bei diesen so genannten Spermiogrammen erfolgt eine Analyse des Ejakulats im Labor. Auf diese Weise kann der Zeitpunkt sicher gestellt werden, ab dem der Mann nicht mehr zeugungsfähig ist. In der Regel werden zumeist 2 bis 3 Kontrolluntersuchungen in Abständen von je 4 Wochen durchgeführt.

Rückoperation (Vasovasostomie)

Wird die Rückoperation von einem erfahrenen Spezialisten durchgeführt, liegt die Erfolgschance bei über 95%.

Die Vasovasostomie oder auch Refertilisierungsoperation kann auch bei entzündlich bedingten Verschlüssen der Samenleiter oder angeborenen Fehlbildungen angewandt werden.
Hierbei werden über zwei kleine Hautschnitte im Bereich des Hodensackes die Samenleiter freigelegegt und anschließend und mit einer speziellen Nahttechnik mit feinsten Nähten wieder aneinander gefügt. Der Eingriff dauert etwa 2 Stunden und erfolgt unter Vollnarkose.

In den ersten 10 Tagen nach der Operation sollte auf Schwimmen und Baden verzichtet werden, 48 Stunden nach der OP darf allerdings wieder geduscht werden. Bis zu 2 Wochen nach der Operation sollte eine enge Unterhose bzw. ein Suspensorium getragen werden. Nach einigen Tagen ist der Patient wieder arbeitstüchtig, allerdings sollte ca. 3 Wochen lang auf Sport oder körperlich anstrengende Aktivitäten verzichtet werden.
Außerdem sollte für etwa 4 Wochen auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden.
Im Abstand von 6 bis 12 Wochen finden Nachkontrollen statt um den Heilungsprozess zu untersuchen und den Spermienanteil in der Samenflüssigkeit zu messen.

Publiziert: 14.06.2017

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