Brustverkleinerung oder Bruststraffung: Wann welcher Eingriff sinnvoll ist

Brustverkleinerung oder Bruststraffung: Wann welcher Eingriff sinnvoll ist
Lüdenscheid
Plastischer Chirurg
Dr. med. Petra Scheffer, Fachärztin in Lüdenscheid, ist spezialisiert auf plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie sowie Handchirurgie an der Ästhetik Hellersen.
Erstellt am Gestern · Aktualisierung: Gestern

Wenn das Gewicht der Brust zur Belastung wird

Eine stark ausgeprägte Brust kann den Bewegungsapparat erheblich belasten. Durch das zusätzliche Gewicht entstehen häufig Nacken- und Schulterschmerzen sowie chronische Rückenschmerzen. Vor allem die Wirbelsäule steht dabei unter erhöhter Belastung. Vorhandene Beschwerden können sich durch das zusätzliche Gewicht weiter verstärken.

Neben diesen orthopädischen Beschwerden berichten viele Patientinnen von schmerzhaften Druckstellen durch BH-Träger, die durch das Gewicht der Brust entstehen. Auch alltägliche Bewegungen oder körperliche Aktivitäten können dadurch erschwert werden. Beim Sport kann die Pendelbewegung der Brust zu schmerzhaften Zugbelastungen führen. Einige Frauen verzichten deshalb auf bestimmte Aktivitäten oder treiben deutlich weniger Sport, als sie eigentlich möchten.

Ein weiteres häufiges Problem betrifft die Haut in der Unterbrustfalte. Dort liegt die Brust direkt auf der Haut des Brustkorbs, wodurch sich Feuchtigkeit ansammelt. Häufig entstehen Rötungen, Hautreizungen oder sogar wunde Stellen. Viele Patientinnen versuchen zunächst, diese Beschwerden mit Cremes, Puder oder Einlagen zu lindern. Meist bringen diese Maßnahmen jedoch keine dauerhafte Verbesserung.

Bei einer hängenden Brust ohne starkes Gewicht stehen körperliche Beschwerden meist weniger im Vordergrund. Dennoch können auch hier Bewegungen der Brust sowie Hautreizungen in der Unterbrustfalte auftreten. Neben diesen körperlichen Faktoren spielt bei vielen Patientinnen auch der ästhetische Aspekt eine wichtige Rolle.

Brustverkleinerung oder Bruststraffung – wo liegt der Unterschied?

Brustverkleinerung und Bruststraffung verfolgen unterschiedliche therapeutische Ziele. Bei einer Brustverkleinerung wird überschüssiges Brustdrüsengewebe entfernt, um das Volumen der Brust zu reduzieren. Häufig werden pro Seite über 500 Gramm Gewebe entnommen. Durch diese Gewichtsreduktion kann sich die Belastung für Rücken und Schultern deutlich verringern. Das entfernte Gewebe wird routinemäßig histologisch untersucht, um mögliche krankhafte Veränderungen auszuschließen.

Im Rahmen der Operation wird die Brust gleichzeitig neu geformt. Die Brustwarze wird auf eine anatomisch höhere Position versetzt und das verbleibende Gewebe so modelliert, dass eine harmonische Brustform entsteht und somit die Brust auch gestrafft wird.

Bei einer Bruststraffung hingegen steht nicht die Verkleinerung des Volumens im Vordergrund. Ziel des Eingriffs ist es, überschüssige Haut zu entfernen und die Brust neu zu modellieren, sodass sie wieder höher und straffer sitzt. Das vorhandene Brustgewebe bleibt dabei erhalten.

Welche Methode im Einzelfall sinnvoll ist, hängt vor allem von der Größe der Brust und vom Ausmaß der Hauterschlaffung ab. Eine erschlaffte Brust kann beispielsweise nach Schwangerschaften, im Laufe des natürlichen Alterungsprozesses oder auch nach einer stärkeren Gewichtsabnahme entstehen, wenn das Brustvolumen kleiner wird und überschüssige Haut zurückbleibt.

Welche Operationsmethoden zum Einsatz kommen

Je nach Ausgangsbefund kommen unterschiedliche Operationstechniken zum Einsatz. Bei einer Brustverkleinerung entsteht häufig ein Narbenverlauf in Form eines umgekehrten T. Dabei verläuft eine Narbe um den Warzenhof, eine senkrechte Narbe bis zur Unterbrustfalte sowie eine Narbe entlang der Unterbrustfalte. Wenn weniger Gewebe entfernt werden muss, kann die horizontale Narbe verkürzt werden, sodass eine sogenannte L-Narbe entsteht.

Auch bei der Bruststraffung gibt es verschiedene Varianten. Bei geringem Hautüberschuss kann eine zirkuläre Straffung um den Warzenhof ausreichen. Diese Methode wird häufig als „Donut“-Technik nach Bennelli bezeichnet. Bei stärkerer Erschlaffung erfolgt zusätzlich eine senkrechte Narbe bis zur Unterbrustfalte. Bei ausgeprägter Hauterschlaffung kann ebenfalls ein umgekehrter T-förmiger Narbenverlauf notwendig sein.

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff können auch hier Wundheilungsstörungen auftreten. Besonders im Bereich der Unterbrustfalte besteht durch die Spannung auf der Narbe ein etwas erhöhtes Risiko. Diese Komplikationen lassen sich jedoch in den meisten Fällen konservativ behandeln. Narben sind zunächst gerötet und verblassen im Verlauf von sechs bis neun Monaten deutlich.

Heilung und Rückkehr in den Alltag

Nach dem Eingriff tragen Patientinnen in der Regel sechs Wochen lang einen speziellen Kompressions-BH, der die Heilung unterstützt und die Brust stabilisiert. Duschen ist meist bereits nach wenigen Tagen erlaubt. Baden empfiehlt sich erst, wenn die Wunden vollständig verheilt sind, meist nach etwa zwei bis drei Wochen. Dann kann zudem mit der Narbenpflege und -massage begonnen werden.

Die Rückkehr in den Alltag erfolgt schrittweise. Büroarbeit ist häufig nach rund zwei Wochen wieder möglich, körperlich belastende Tätigkeiten sollten jedoch vier bis sechs Wochen pausieren. Auch sportliche Aktivitäten werden langsam gesteigert. Leichte Bewegung wie Spaziergänge oder Wandern ist meist früh wieder möglich, Sportarten mit stärkerer Brustbewegung wie Joggen oder Schwimmen sollten dagegen erst nach etwa sechs Wochen aufgenommen werden.

Sensibilität und Stillfähigkeit nach der Operation

Vorübergehende Veränderungen der Sensibilität sind nach einer Brustoperation möglich. Während des Eingriffs werden kleine Hautnerven durchtrennt, die im Verlauf der Heilung wieder in das Gewebe einwachsen. Deshalb sind Gefühlsveränderungen unmittelbar nach der Operation zunächst normal, verbessern sich jedoch in den meisten Fällen mit der Zeit deutlich.

Auch die Stillfähigkeit bleibt in der Regel erhalten. Bei einer Bruststraffung wird ausschließlich Haut entfernt, sodass die Milchdrüsen vollständig bestehen bleiben. Bei einer Brustverkleinerung wird zwar ein Teil der Drüse entfernt, die Verbindungen der Restdrüse zur Brustwarze bleiben jedoch erhalten. Ein geringes Restrisiko für eine eingeschränkte Stillfähigkeit kann dennoch bestehen.

Wann sich das endgültige Ergebnis zeigt

Auch wenn sich die Brustform unmittelbar nach der Operation bereits verändert, benötigt das Gewebe Zeit, um sich vollständig anzupassen. Schwellungen gehen zurück, Verhärtungen werden weicher und das Gewebe lockert sich. Dadurch entwickelt sich die Brust schrittweise in ihre endgültige Form. Das finale Ergebnis ist erst nach etwa vier bis sechs Monaten sichtbar.

Grundsätzlich bleibt das Operationsergebnis langfristig stabil. Veränderungen können jedoch durch natürliche Faktoren wie den Alterungsprozess, Schwangerschaft oder stärkere Gewichtsschwankungen entstehen, da sich dadurch Hautelastizität und Brustvolumen verändern.

Mehr Lebensqualität durch eine individuell geplante Behandlung

Brustverkleinerung und Bruststraffung gehören zu den etablierten Verfahren der plastisch-ästhetischen Chirurgie. Beide Eingriffe können sowohl funktionelle Beschwerden als auch ästhetische Beeinträchtigungen verbessern. Entscheidend für ein gutes Ergebnis ist eine sorgfältige individuelle Planung, bei der sowohl die anatomischen Voraussetzungen als auch die persönlichen Wünsche der Patientin berücksichtigt werden.

Moderne Operationstechniken ermöglichen heute natürliche und langfristig stabile Ergebnisse. Für viele Patientinnen bedeutet ein solcher Eingriff daher nicht nur eine Veränderung der Körperform, sondern auch eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität.

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