Guten Tag, ich hoffe, dass mir hier ein Arzt, möglichst aus der plastischen Chirurgie oder mit Erfahrung mit Bauchdeckenstraffungen und Rektusraffungen, eine Einschätzung geben kann. Ich hatte im Oktober 2025 eine Bauchdeckenstraffung mit Rektusraffung. Bereits unmittelbar nach der Operation hatte ich sehr starke Schmerzen beim Atmen. In den ersten Wochen war ich extrem erschöpft und konnte zunächst kaum aufrecht gehen bzw. längere Zeit stehen. Auch heute, etwa ein Jahr nach der Operation, habe ich noch Beschwerden. Ich empfinde insbesondere ein starkes Spannungs-, Druck- und Zuggefühl tief in der Bauchwand, teilweise wie ein „inneres Korsett“. Im Stehen ist die Spannung deutlich stärker und das Aufrechtstehen fühlt sich für mich sehr anstrengend an. Im Liegen empfinde ich eine deutliche Entlastung. Beim tiefen Einatmen habe ich teilweise das Gefühl, dass die Bauchwand nicht richtig nachgeben bzw. sich entspannen kann. Dadurch fühlt sich das Atmen insbesondere im Stehen oder bei Belastung erschwert an und ich bekomme Herzrasen und Atemnot. Ich frage mich deshalb, ob eine zu straff durchgeführte Rektusraffung bzw. eine dauerhaft erhöhte Spannung der Bauchwand grundsätzlich solche Beschwerden verursachen könnte – insbesondere auch eine Einschränkung der Atemmechanik.
Meine Fragen an die Ärzte wären:
Kann eine zu straffe Rektusraffung langfristig ein starkes inneres Spannungs- oder Druckgefühl verursachen? Falls tatsächlich eine mechanische Überstraffung festgestellt würde: Welche Möglichkeiten einer Revision gibt es? Kann man eine bestehende Rektusraffung teilweise lockern oder einzelne Nähte lösen, ohne die gesamte Bauchdeckenstraffung rückgängig zu machen?
Liebe Grüße
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Guten Tag,
vielen Dank für Ihre Schilderung. Die beschriebenen Beschwerden sind ein Jahr nach einer Bauchdeckenstraffung mit Rektusraffung sehr untypisch. Ein Spannungsgefühl und eine leicht eingeschränkte Atmung sind in den ersten Wochen normal, bilden sich aber meist innerhalb weniger Monate zurück.
Mögliche Ursachen wie Nervenreizungen, Serome, Verwachsungen oder ein Bruch sollten durch eine klinische Untersuchung und Ultraschall abgeklärt werden. Herzrasen und Atemnot lassen Sie bitte zusätzlich internistisch untersuchen.
Bestätigt sich eine Überstraffung, kann die Rektusraffung grundsätzlich teilweise gelöst werden, ohne die gesamte Straffung rückgängig zu machen. Ob dies sinnvoll ist, lässt sich erst nach einer Untersuchung beim Operateur oder einem Plastischen Chirurgen beurteilen.
Herzliche Grüße
Dr. med. Njde Hambarchian
Standort Köln und Hamburg
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