Bauchdeckenstraffung, Fettabsaugung und Venushügellifting: Welche Behandlung ist wann sinnvoll?

Bauchdeckenstraffung, Fettabsaugung oder beides?
Ein flacher und harmonisch geformter Bauch ist für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil des eigenen Körpergefühls. Nach Schwangerschaften, deutlicher Gewichtsabnahme oder mit zunehmendem Alter können sich jedoch Fettpolster, Hautüberschüsse und eine Erschlaffung der Bauchdecke entwickeln. Auch der Venushügel kann von diesen Veränderungen betroffen sein und sollte bei der Beurteilung der gesamten Körperkontur berücksichtigt werden.
Wann reicht eine Fettabsaugung aus?
Eine Fettabsaugung eignet sich besonders dann, wenn vor allem umschriebene Fettpolster vorhanden sind, die Haut noch ausreichend elastisch ist und kein ausgeprägter Bauchwandbruch beziehungsweise keine relevante Schwäche der Bauchwand vorliegt. Nach der Entfernung des Fettgewebes kann sich die Haut in diesen Fällen wieder gut an die neue Körperkontur anlegen.
Ein einfaches Beispiel: Stellen Sie sich ein gut sitzendes T-Shirt vor, unter dem Sie einen dünnen Pullover tragen. Ziehen Sie den Pullover aus, sitzt das T-Shirt weiterhin gut. Ähnlich verhält es sich bei einer Fettabsaugung. Voraussetzung ist jedoch eine ausreichende Hautelastizität und eine stabile Bauchwand.
Auch am Unterbauch oder am Venushügel kann eine Fettabsaugung sinnvoll sein, wenn dort hauptsächlich ein Fettüberschuss besteht und die Haut noch genügend Spannkraft besitzt.
Wann reicht eine Fettabsaugung nicht mehr aus?
Nach einer Schwangerschaft oder einer starken Gewichtsabnahme bleibt häufig überschüssige Haut zurück. Diese kann durch eine reine Fettabsaugung nicht entfernt werden.
Ist das T-Shirt selbst ausgeleiert und wirft Falten, sitzt es auch ohne Pullover zu weit. Genauso verhält es sich mit überschüssiger Haut. Wird lediglich Fett entfernt, kann die Haut weiterhin locker oder faltig bleiben. In solchen Fällen kann eine Bauchdeckenstraffung sinnvoll sein.
Was passiert bei einer Bauchdeckenstraffung?
Bei einer Bauchdeckenstraffung, medizinisch Abdominoplastik, wird überschüssige Haut am Unterbauch entfernt. Je nach Befund kann gleichzeitig vorhandenes Fettgewebe reduziert werden. Ist die Bauchwand nach Schwangerschaften erschlafft und liegen beispielsweise auseinandergewichene gerade Bauchmuskeln im Sinne einer Rektusdiastase vor, kann in geeigneten Fällen zusätzlich eine Straffung der Bauchwand erfolgen.
Für ein harmonisches Ergebnis sollte dabei nicht nur der Bauch isoliert betrachtet werden. Auch Unterbauch, Leiste und Venushügel spielen für die gesamte Körperkontur eine wichtige Rolle.

Warum sollte der Venushügel mitbeurteilt werden?
Der Venushügel, auch Mons pubis oder Schamhügel genannt, liegt unmittelbar unterhalb des Unterbauches. Nach Schwangerschaften, deutlicher Gewichtsabnahme oder durch altersbedingte Gewebeerschlaffung kann sich seine Form und Position verändern. Auch eine individuelle anatomische Ausprägung kann eine Rolle spielen.
Bei einer Bauchdeckenstraffung wird die Haut des Unterbauches neu positioniert. Dadurch kann sich auch die Kontur des Venushügels verändern. In manchen Fällen kann ein bereits vorhandener Gewebeüberschuss stärker auffallen. Deshalb sollte der Venushügel bei der Planung einer Bauchdeckenstraffung mitbeurteilt werden.
Wann ist ein Venushügellifting sinnvoll?
Ein Venushügellifting kommt insbesondere bei einem abgesunkenen Venushügel oder bei überschüssiger Haut und Gewebe infrage. Neben ästhetischen Gründen können bei ausgeprägten Veränderungen auch Reibung oder Druck, beispielsweise beim Tragen enger Kleidung, störend sein.
Entscheidend ist wiederum die Ursache. Bei einem überwiegenden Fettüberschuss kann eine Fettabsaugung ausreichen. Sind zusätzlich überschüssige Haut oder eine deutliche Gewebeerschlaffung vorhanden, kann eine operative Straffung notwendig werden. Ziel ist nicht die möglichst starke Reduktion, sondern eine natürliche und harmonische Anpassung an den Unterbauch.
Welche Rolle spielt das Bindegewebe?
Bei einem operativen Venushügellifting sind neben der Haut auch die tieferen Gewebeschichten von Bedeutung. Unter der Haut befindet sich eine feste Bindegewebsschicht, die dem Gewebe Stabilität gibt und bei der Operation zur zusätzlichen Fixierung genutzt werden kann.
Bei entsprechender anatomischer Situation kann diese stabile Bindegewebsschicht mit einer festen Gewebestruktur des Unterbauches verbunden werden. Dadurch wird die gewünschte Position des Venushügels nicht ausschließlich über die Hautnaht gehalten. Ein Teil der Zugkräfte kann auf die tieferen Gewebeschichten übertragen werden.
Ziel dieser Technik ist eine möglichst spannungsarme Hautnaht und eine stabile Positionierung des Gewebes. Ob eine solche zusätzliche Fixierung sinnvoll ist, hängt vom individuellen Befund und insbesondere davon ab, ob gleichzeitig eine Bauchdeckenstraffung durchgeführt wird.
Wann ist eine Kombination sinnvoll?
Bei manchen Patientinnen und Patienten ist die Kombination verschiedener Verfahren sinnvoll. Eine Bauchdeckenstraffung kann überschüssige Haut entfernen und die Bauchdecke straffen. Eine Fettabsaugung kann zusätzliche Fettpolster an Bauch, Taille oder Flanken reduzieren. Ist der Venushügel ebenfalls abgesunken oder vergrößert, kann ein Venushügellifting die Kontur ergänzen.
Der Vorteil einer solchen ganzheitlichen Betrachtung besteht darin, dass Bauch, Unterbauch, Taille und Venushügel als zusammenhängende Körperregion betrachtet werden. Es geht dabei nicht darum, möglichst viele Eingriffe zu kombinieren, sondern genau die Maßnahmen auszuwählen, die für die individuelle Ausgangssituation sinnvoll sind.
Warum ist die persönliche Beratung wichtig?
Die passende Behandlung lässt sich nicht allein anhand eines Fotos bestimmen. Bei der Untersuchung wird beurteilt, wie viel Fettgewebe vorhanden ist, wie elastisch die Haut ist, ob ein Hautüberschuss besteht und wie die Bauchwand beschaffen ist. Auch Form und Position des Venushügels werden berücksichtigt.
Erst danach lässt sich sinnvoll entscheiden, ob eine Fettabsaugung, eine Bauchdeckenstraffung, ein Venushügellifting oder eine Kombination infrage kommt. Dabei sollten auch die persönlichen Wünsche und ein realistisches Behandlungsergebnis berücksichtigt werden.

Was ist nach einem Venushügellifting zu beachten?
Wie bei jedem operativen Eingriff können Schwellungen und Blutergüsse auftreten. Die Blutergüsse können sich dabei auch im Bereich der Schamlippen zeigen und in den ersten Tagen nach der Operation entsprechend sichtbar sein. Je nach Umfang des Eingriffs sind außerdem vorübergehende Sensibilitätsveränderungen möglich.
Zu den allgemeinen Risiken gehören unter anderem Nachblutungen, Serome, Wundheilungsstörungen, Infektionen, Narbenveränderungen und Asymmetrien. Auch eine erneute Erschlaffung des Gewebes ist grundsätzlich möglich.
Die Nachbehandlung richtet sich nach dem Umfang des Eingriffs und danach, ob gleichzeitig eine Bauchdeckenstraffung oder Fettabsaugung durchgeführt wurde. Je nach Situation kann für einen bestimmten Zeitraum Kompressionswäsche empfohlen werden. Körperliche Belastungen und Sport sollten zunächst vermieden und anschließend entsprechend der ärztlichen Empfehlung schrittweise gesteigert werden. Regelmäßige Wundkontrollen unterstützen einen sicheren Heilungsverlauf.
Unser Fazit
Nicht jede Fettansammlung benötigt eine Fettabsaugung und nicht jede erschlaffte Bauchdecke muss automatisch operiert werden. Das Gleiche gilt für den Venushügel.
Liegt hauptsächlich ein Fettüberschuss vor, kann eine Fettabsaugung ausreichend sein. Bei überschüssiger Haut kann dagegen eine Bauchdeckenstraffung notwendig werden. Ist zusätzlich der Venushügel erschlafft oder abgesunken, kann ein Venushügellifting die Körperkontur harmonisch ergänzen.
Bei einer operativen Straffung kann die zusätzliche Stabilisierung der tieferen Gewebeschichten, beispielsweise durch eine Fixierung an einer festen Bindegewebsschicht des Unterbauches, dazu beitragen, die Hautnaht zu entlasten und die gewünschte Position des Gewebes zu unterstützen.
Unser Ziel ist nicht, einzelne Körperregionen möglichst stark zu verändern, sondern die natürliche Körperform harmonisch zu unterstreichen. Welche Behandlung oder Kombination von Verfahren dafür geeignet ist, lässt sich am zuverlässigsten im persönlichen Beratungsgespräch und nach einer sorgfältigen Untersuchung feststellen.






