Scheidenplastik (Vaginoplastik)

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Für viele Frauen stellt ein erschlaffter Scheideneingang ein ernsthaftes sexuelles Problem dar, das die Partnerschaft stark belastet. Die hintere Scheiden-Damm-Plastik ist eine chirurgische Methode zur Korrektur eines erschlafften Scheideneinganges und damit zur Wiederherstellung eines erfüllten Sexuallebens.

Wann ist eine Scheidenstraffung sinnvoll?

Die Scheide (Vagina) ist ein Hohlorgan, das aus einem Muskelschlauch aus glatter Muskulatur (nicht willentlich steuerbar) besteht und mit der Scheidenhaut ausgekleidet ist. Durch die ausgeprägten Querfalten der Scheidenhaut (Rugae vaginales) an der vorderen und hinteren Scheidenwand ist die Scheide innen sehr dehnbar. Im unteren (dem Scheideneingang nahen) Anteil ist sie von der Beckenbodenmuskulatur (willentlich steuerbar, z.B. „Kneifen“) umgeben. Sie dient der Sexualität und ist wesentlicher Teil des Geburtskanals.

Durch natürliche Alterungsvorgänge, vor allem aber durch Geburten, die die Elastizität der Scheide und der sie umgebenden Muskulatur erheblich beeinträchtigen können, ist es möglich, dass verschiedene, teils Krankheitswert besitzende Veränderungen eintreten. Dies besonders, wenn eine konstitutionelle Bindegewebsschwäche dazukommt.

Zum einen kann es zu einer Senkung der Scheidenwände (mit oder ohne Gebärmuttersenkung) kommen (Deszensus vaginalis), zum anderen kann es zusätzlich oder alleine auftretend zu einer dauerhaften Dehnung der Beckenbodenmuskulatur und damit zu einer Weitung des unteren Scheidenanteils kommen.

Viele Frauen sind von einer solchen Weitung und einem Elastizitätsverlust ihrer Scheide betroffen. Als Folge davon ist die Empfindsamkeit der Frauen in diesem Körperbereich stark reduziert, das sexuelle Stimulationsvermögen kann vermindert sein. Dieser Verlust des sexuellen Empfindungsvermögens führt natürlich zu einer starken Beeinträchtigung des Sexuallebens und oft auch zu erheblichen Partnerschaftsproblemen.

Ein erfülltes Sexualleben ist für viele Männer und Frauen eine wichtige Grundlage für ein harmonisches Zusammenleben. Um dieses wieder zu ermöglichen, kann durch eine Operation, einer Scheidenstraffung, die Erweiterung des unteren Scheidenanteils durch eine Straffung der Beckenbodenmuskulatur dauerhaft korrigiert und das Lustempfinden deutlich verbessert werden.

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Der Ablauf der Scheidenverengung

Zuerst wird bei einer gynäkologischen Voruntersuchung ein genauer Befund der Scheide und des muskulären Beckenbodens erhoben und die Scheiden-Operation exakt geplant und mit der Patientin besprochen.

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Dann kommt der Tag der ambulanten Operation. Ein Narkosearzt leitet eine Vollnarkose ein, der Operateur legt die zu erreichende Weite des Scheideneinganges fest.

Der erste Schritt bei der Scheidenstraffung – Scheidenverengung – medizinischer Begriff: „hintere Scheiden-Damm-Plastik“ - ist eine Teilentfernung von Scheidenhaut der hinteren (dem Darm zugewandten) Scheidenhaut. Das Wichtigste für den Erfolg einer solchen Operation und für die dauerhafte Verbesserung des Sexualempfindens ist aber nicht die Resektion von Scheidenhautanteilen sondern der nächste Schritt, es erfolgt von dort aus eine Raffung der die Scheide umgebenden Muskulatur, also eine Raffung von Teilen der Beckenbodenmuskulatur und die Rekonstruktion von Bindegewebsstrukturen (Faszien).

Dadurch wird der Scheideneingang und die sich daran anschließenden Scheidenanteile dauerhaft verengt. Es wird selbstauflösendes Fadenmaterial verwendet, die Fäden sind vom Körper nach ungefähr 6 Wochen resorbiert. Die Operation dauert ca. 30 – 45 Minuten (bei korrekter Durchführung mit Muskulaturstraffung immer in Vollnarkose im Gegensatz zu reiner Scheidenhautentfernung, die auch in örtlicher Betäubung erfolgen kann) und ist ein verhältnismäßig risikoarmer Eingriff.

Was ist nach der hinteren Scheidenplastik zu beachten?

Postoperativ muss aber immer beachtet werden: Auch wenn nach der Scheidenverengung von außen außer einer Hautnaht nicht viel zu sehen ist, unter der Haut und neben der Scheide ist in der Tiefe viel Gewebe gestrafft worden, einige Tage nach der Operation können durchaus Schmerzen auftreten. Diese sind aber immer mit Schmerztabletten ausreichend zu behandeln.

Bei Eingriffen im Intimbereich der Frau wie einer Scheidenverengung sollte sich die Patientin an den Tagen nach der ambulanten Operation etwas schonen, sich keinen größeren körperlichen Belastungen aussetzen, sonst ist erst einmal nichts zu beachten. Für die Zeit der Wundheilung sollten die operierten Gewebestrukturen in Ruhe verheilen.

Es gilt für die nächsten 3 Wochen der Grundsatz: Was Schmerzen verursacht, sollte vermieden werden. Eine Krankschreibung 1 - 3 Wochen nach der Operation wird meistens verordnet. Die sichtbaren Fäden der Scheidennaht und der Hautnaht lösen sich nach 3 – 4 Wochen. Ca. 10 Tage nach der Operation findet eine Nachuntersuchung statt.

Die innerliche und äußerliche Wundheilung ist nach ca. 6 Wochen abgeschlossen. 3 – 4 Wochen nach der Operation sollte die Patientin schon einmal das Operationsgebiet mit den Fingern abtasten, Sex ist nach 5 – 6 Wochen möglich, lustvoller und erfüllender als vor der Vaginoplastik. Das Operationsresultat bleibt normalerweise dauerhaft bestehen.

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Mögliche Komplikationen bei Scheidenplastik 

Die Scheidenverengung ist ein relativ komplikationsarmer Eingriff. Die häufigste Problematik ist eine mögliche Wundinfektion, da dieser Operationsbereich nicht immer absolut keimfrei zu halten ist, auch wenn nach der Scheidenverengung die Wunde mit Plasterspray verschlossen wird. Wundinfektionen sind aber meist relativ einfach mit örtlichen Desinfektionsmitteln zu behandeln.

Auch kann es in den Wochen nach der Operation immer mal wieder zu lokalen Schmerzen kommen, die aber mit einfachen Schmerztabletten ausreichend zu behandeln sind. Bei einer gründlichen Voruntersuchung und einer exakten Operationsplanung sind andere negative Operationsfolgen, die zu dauerhaften Problemen führen, nahezu ausgeschlossen.

Wann ist operative Scheidenstraffung nicht sinnvoll?

Bei Frauen, bei denen nicht nur die Elastizität der Scheide und des Scheideneinganges vermindert ist sondern es auch zu einer deutlichen Senkung der gesamten Scheide, also der vorderen und hinteren Scheidenwand gekommen ist, reicht eine alleinige hintere Scheiden-Damm-Plastik nicht aus.

Auch wenn die Gebärmutter tiefer getreten ist (Descensus uteri) müssen andere, eingreifendere Operationstechniken, die nicht ambulant angewendet werden können, zum Einsatz kommen.

Fazit

Mit der beschriebenen Operationsmethode, der Scheidenstraffung, die eine Straffung der Beckenbodenmuskulatur beinhaltet, ist es möglich, einen Elastizitätsverlust des Scheideneinganges dauerhaft zu beseitigen. Durch die Operation kann der untere und äußere Scheidenanteil deutlich gestrafft und der Scheideneingang verengt werden.

So kann für beide Sexualpartner das Lustempfinden wieder gesteigert werden und ein erfülltes Sexualleben in der Partnerschaft wiederhergestellt werden.

Aktualisiert: 03.12.2018

Autor

Dr. Hirsch ist Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe und arbeitet in der Frauenarztpraxis am Potsdamer Platz in Berlin. Ausser auf Intimchirurgie (Schamlippenoperationen, Scheidenverengung) ist die Praxis, in der noch zwei Frauenärztinnen arbeiten, spezialisiert auf hormonfreie Verhüng

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