Ohren anlegen: Welche Methoden gibt es?

München
Schönheitschirurgie
Dr. Sawatzki, erfahrener Experte für Kopf- und Halsästhetik, bietet Facelifts, Nasen- und Lidkorrekturen sowie minimal-invasive Behandlungen an. Beeindruckende Ergebnisse durch höchste Fachkompetenz.
Erstellt am 9.07.2026 · Aktualisierung: 9.07.2026

Herr Dr. Sawatzki, was versteht man unter einer Ohranlegeplastik?

Bei einer Ohranlegeplastik, medizinisch auch Otopexie genannt, werden abstehende Ohren chirurgisch korrigiert. Ziel ist es, die Ohrmuschel näher an den Kopf anzulegen und eine natürlich wirkende, harmonische Ohrform zu erreichen.

Abstehende Ohren sind meist angeboren. Häufig ist die natürliche Ohrfalte, die sogenannte Anthelix, nicht ausreichend ausgebildet oder die Ohrmuschel ist stärker ausgeprägt. Beides kann dazu führen, dass die Ohren deutlich vom Kopf abstehen.

Wann ist eine Ohranlegeplastik sinnvoll?

Eine Ohranlegeplastik kann sinnvoll sein, wenn Patientinnen oder Patienten ihre abstehenden Ohren als störend empfinden. Gerade im Kindes- oder Jugendalter können abstehende Ohren auch psychisch belasten, etwa durch Hänseleien. Aber auch viele Erwachsene entscheiden sich aus ästhetischen Gründen für eine Korrektur.

Wichtig ist immer eine genaue Untersuchung der Ohrform. Nicht jedes abstehende Ohr hat dieselbe Ursache. Deshalb muss vor der Operation individuell beurteilt werden, welche Technik am besten geeignet ist.

Welche Methoden gibt es beim Ohrenanlegen?

Es gibt verschiedene etablierte Methoden, mit denen abstehende Ohren korrigiert werden können. Dazu gehören unter anderem die Techniken nach Pitanguy, Converse, Mustarde und Stenström.

Welche Methode angewendet wird, hängt von der jeweiligen Anatomie ab. Entscheidend ist zum Beispiel, ob die Ohrmuschel zu stark ausgeprägt ist, ob die Anthelixfalte fehlt oder ob der Ohrknorpel besonders kräftig ist. In vielen Fällen werden verschiedene Techniken miteinander kombiniert.

Was passiert bei der Methode nach Pitanguy?

Die Methode nach Pitanguy kommt vor allem dann infrage, wenn die Ohrmuschel, also die sogenannte Concha, sehr ausgeprägt ist. In diesem Fall steht das Ohr häufig stärker vom Kopf ab.

Bei dieser Technik wird der Knorpel der Ohrmuschel reduziert oder so angepasst, dass das Ohr näher an den Kopf gebracht werden kann. Der Vorteil liegt darin, dass sich die Ohrprojektion gut kontrollieren lässt. Die Methode eignet sich besonders bei einer deutlich hervortretenden Ohrmuschel.

Wann wird die Methode nach Converse eingesetzt?

Die Converse-Technik eignet sich besonders bei festem oder stark ausgeprägtem Ohrknorpel. Dabei wird der Knorpel gezielt eingeschnitten und anschließend neu modelliert.

Diese Methode kann sinnvoll sein, wenn sich der Knorpel mit reinen Nahttechniken nicht ausreichend formen lässt. Durch die gezielte Bearbeitung wird der Knorpel flexibler und kann dauerhaft in eine neue Position gebracht werden.

Was ist die Methode nach Mustarde?

Die Methode nach Mustarde ist eine sehr häufig angewendete Technik beim Ohrenanlegen. Dabei wird die gewünschte Ohrfalte mit feinen, dauerhaften Nähten geformt.

Wenn die Anthelixfalte nicht ausreichend ausgebildet ist, kann das Ohr stärker abstehen. Durch die Nahttechnik wird der Knorpel so modelliert, dass eine neue, natürlich wirkende Falte entsteht. Diese Methode ist knorpelschonend und erlaubt eine sehr präzise Formgebung.

Was zeichnet die Methode nach Stenström aus?

Bei der Stenström-Technik wird der Ohrknorpel vorsichtig angeraut. Dadurch wird er flexibler und kann sich leichter in die gewünschte Form legen.

Diese Methode wird häufig eingesetzt, um eine natürliche Anthelixfalte zu erzeugen. Der Zugang erfolgt in der Regel hinter dem Ohr, sodass keine sichtbaren Narben auf der Vorderseite entstehen. Der Vorteil liegt in der natürlichen Formbildung des Ohrknorpels.

Werden die Methoden auch kombiniert?

Ja, sehr häufig. In der Praxis zeigt sich oft, dass nicht nur ein einzelner anatomischer Faktor für das abstehende Ohr verantwortlich ist. Manchmal ist die Anthelixfalte zu schwach ausgebildet, gleichzeitig ist aber auch die Ohrmuschel stärker ausgeprägt.

In solchen Fällen kann eine Kombination verschiedener Techniken sinnvoll sein. Ziel ist immer ein möglichst natürliches, symmetrisches und dauerhaft stabiles Ergebnis.

Wie läuft eine Ohranlegeplastik ab?

Der Eingriff erfolgt meist über einen Schnitt hinter dem Ohr. Über diesen Zugang kann der Ohrknorpel modelliert, geschwächt, reduziert oder mit Nähten in eine neue Form gebracht werden.

Die Operation dauert in der Regel etwa 60 bis 90 Minuten und kann meist ambulant durchgeführt werden. Die genaue Dauer hängt davon ab, welche Technik angewendet wird und ob eine oder beide Seiten korrigiert werden.

Welche Betäubung ist möglich?

Bei Erwachsenen kann eine Ohranlegeplastik häufig in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Auf Wunsch ist auch ein Dämmerschlaf möglich.

Bei Kindern wird der Eingriff häufig in Vollnarkose vorgenommen. Welche Betäubungsform geeignet ist, wird im persönlichen Beratungsgespräch individuell besprochen.

Sind nach der Operation Narben sichtbar?

Die Schnitte liegen in der Regel hinter dem Ohr. Dadurch sind die Narben später kaum sichtbar, da sie in der natürlichen Falte zwischen Ohr und Kopf verlaufen.

In den ersten Wochen kann die Narbe noch leicht gerötet oder empfindlich sein. Mit der Zeit verblasst sie normalerweise deutlich.

Was muss nach dem Ohrenanlegen beachtet werden?

Nach der Operation wird zunächst ein Kopfverband getragen, der die Ohren schützt und die neue Form stabilisiert. Dieser Verband bleibt meist einige Tage bestehen.

Anschließend empfiehlt sich für etwa zwei bis drei Wochen ein elastisches Stirnband, vor allem nachts. Dadurch werden die Ohren geschützt und ein Umknicken während des Schlafs vermieden.

Wann ist man wieder gesellschaftsfähig?

Leichte Schwellungen, Spannungsgefühl oder Blutergüsse können in den ersten Tagen auftreten. Die meisten Patientinnen und Patienten sind nach etwa sieben bis zehn Tagen wieder gesellschaftsfähig.

Körperliche Schonung ist in der Anfangszeit dennoch wichtig, damit die neue Ohrform stabil einheilen kann.

Wann darf man wieder Sport machen?

Leichter Sport ist meist nach etwa zwei bis drei Wochen wieder möglich. Kontaktsportarten oder Sportarten, bei denen die Ohren gestoßen oder umgeknickt werden könnten, sollten für etwa vier bis sechs Wochen vermieden werden.

Ist das Ergebnis dauerhaft?

Ja, das Ergebnis einer Ohranlegeplastik ist in der Regel dauerhaft. Der Ohrknorpel wird chirurgisch geformt und stabilisiert, sodass die neue Ohrposition langfristig erhalten bleibt.

Voraussetzung ist eine sorgfältige Operationstechnik und eine konsequente Nachsorge in den ersten Wochen nach dem Eingriff.

Für wen eignet sich eine Ohranlegeplastik?

Eine Ohranlegeplastik eignet sich für Patientinnen und Patienten, die sich durch abstehende Ohren gestört fühlen und sich eine harmonischere Ohrform wünschen.

Wichtig ist eine realistische Erwartung. Ziel ist nicht, beide Ohren vollkommen identisch wirken zu lassen. Entscheidend ist eine natürliche Verbesserung der Ohrstellung und eine Ohrform, die harmonisch zum Gesicht passt.

Herr Dr. Sawatzki, warum ist die individuelle Planung so wichtig?

Jedes Ohr ist anders. Deshalb sollte vor der Operation genau analysiert werden, welche Strukturen korrigiert werden müssen. Dabei wird beurteilt, wie stark die Ohren abstehen, ob die Anthelixfalte ausreichend ausgebildet ist, wie kräftig der Ohrknorpel ist und ob die Ohrmuschel besonders prominent ist.

Erst danach lässt sich entscheiden, welche Methode oder Methodenkombination am besten geeignet ist. Eine sorgfältige Planung ist entscheidend für ein natürliches und dauerhaft stabiles Ergebnis.

Fazit: Welche Methode ist die richtige?

Die eine richtige Methode zum Ohrenanlegen gibt es nicht. Entscheidend ist immer die individuelle Anatomie.

Bei einer stark ausgeprägten Ohrmuschel kann die Methode nach Pitanguy sinnvoll sein. Bei kräftigem Knorpel kommt die Converse-Technik infrage. Für die Formung der natürlichen Ohrfalte wird häufig die Methode nach Mustarde eingesetzt. Die Stenström-Technik kann zusätzlich helfen, den Knorpel schonend zu formen.

Im persönlichen Beratungsgespräch kann Dr. Sawatzki beurteilen, welche Methode für die jeweilige Ohrform am besten geeignet ist.

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