Liposuktion, Fettabsaugung Techniken

Techniken der Liposuktion

Bei den Techniken der Fettabsaugung unterscheiden wir unter trockenen und nassen Techniken (ohne oder mit Lösung). Nach dem eingesetzten Gerät und Kanületyp unterscheiden wir zwischen konventioneller Fettabsaugung, Vibrations-, Ultraschall- und Laser-Liposuktion. Bei allen Techniken wird zerstörtes Fettgewebe mithilfe einer dünnen Hohlnadel - Kanüle abgesaugt. Die Kanüle wird unter die Haut eingeführt und das überflüssige Fett wird mithilfe von Vakuum abgesaugt. Die verschiedenen Methoden der Fettabsaugung und Anästhesie können auch kombiniert werden. Das endgültige Ergebnis hängt davon ab, wie umfangreich der abzusaugende Bereich ist, wie erfahren der den Eingriff durchführende Chirurg ist sowie welche Technik und Anästhesie eingesetzt wurde.

Konventionelle Fettabsaugung

Trockene Technik: Bei dieser Technik wird unter das Fettgewebe keine Flüssigkeit injiziert, daher also die Bezeichnung "trockene Technik". Bei dieser Methode der Fettabsaugung muss mehr Vakuum eingesetzt werden, was größere Blutverluste, Gewebeverletzungen oder im Ergebnis größere Unregelmäßigkeiten an der Haut zu Folge haben kann. Die trockene Technik der Fettabsaugung gilt heutzutage als überholt und wird fast nicht mehr eingesetzt.

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Nasse Techniken: In die Unterhaut wird Flüssigkeit injiziert, die den Raum nach dem abgesaugten Fett auszufüllen hat. Die Flüssigkeit ist eine Mischung mit physiologischer Lösung (Kochsalzlösung), Adrenalin (der das Zusammenziehen der Blutgefäße anregt) und sie kann auch ein Betäubungsmittel enthalten. Diese Nasse Technik hilft, das Fett leichter abzusaugen, vermindert den Blutverlust und bei Zugabe von Betäubungsmittel wirkt anästhetisch während und nach der Operation. Die injizierte Flüssigkeit hilft außerdem, die Anzahl der blauen Flecken nach dem Eingriff zu verringern.

  • Nasse Technik (einfache nasse Technik)

Das Volumen der injizierten Flüssigkeit ist in diesem Fall kleiner als die vorausgesetzte abgesaugte Fettmenge. Meist 200 – 300 ml Flüssigkeit pro abzusaugenden Bereich.

  • Supernass-Technik

Das Volumen der injizierten Flüssigkeit ist bei dieser Technik ungefähr gleich wie die vorausgesetzte abgesaugte Fettmenge. Diese Methode ist ähnlich wie die Tumeszenztechnik, die Flüssigkeit enthält jedoch meist kein lokales Anästhetikum oder nur eine kleine Menge.

  • Tumeszenztechnik

Im Falle der Tumeszenz-Technik wird in den Unterhautbereich der behandelten Körperpartie ein großes Flüssigkeitsvolumen mit Hilfe einer 12 cm großen Nadel injiziert, die über einen Schlauch mit einem Beutel mit der Lösung verbunden ist. Die Lösung wird nur langsam und nach und nach mit Hilfe einer Pumpe injiziert, die durch den Arzt mit dem Fuß gesteuert wird, sodass er den Durchfluss einfach kontrollieren kann. Die Tumeszenzlösung enthält ein lokales Betäubungsmittel, meist Lidocain, der die lokale Betäubung des behandelten Bereiches bewirkt. Dies ermöglicht, die Fettabsaugung ohne Vollnarkose durchzuführen. Die Liposuktion, der unter lokaler Betäubung erfolgt, dauert länger als die Liposuktion unter Vollnarkose. Es ist dadurch bedingt, dass der Arzt auf die Wirkung des Betäubungsmittels warten und die Lösung nach und nach in die einzelnen Bereich unmittelbar vor der Fettabsaugung injizieren muss. Die Menge des Betäubungsmittels und dadurch auch die Lösungsmenge hängt vom Gewicht des Patienten ab. Das Volumen der Flüssigkeit ist meist 2 - 3mal größer als das abzusaugende Fettvolumen. Das Ergebnis ist eine feste Schwellung – Tumeszenz, Kühlung und Weißwerden der Haut in dem behandelten Bereich. Nach dem Injizieren der Tumeszenzlösung kann das Fett abgesaugt werden. Das Fettabsaugen erfolgt mit Hilfe einer Kanüle, die über einen Schlauch mit einem Gerät verbunden ist, der durch Vakuum das Absaugen des Fetts bewirkt. Bei dieser Technik können unterschiedliche Kanületypen eingesetzt werden. Der größte Vorteil ist die Möglichkeit, die Lage des Patienten zu ändern, da der Eingriff unter lokaler Betäubung erfolgt. Der Patient ist wach und kann sich nach Bedarf umdrehen, den Arm oder das Bein hochheben oder eventuell auch aufstehen. Ein Teil des Fetts kann nach einer Prüfung auch im Stehen abgesaugt werden und somit das endgültige Ergebnis anpassen.

Vibrations-Lipolyse – PAL (power assisted liposuction)

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Vacuson LP 60

Die Vibrations-Lipolyse besteht im Einsatz sog. Vibrationskanüle, die schnelle Schwingungsbewegungen im Bereich von 0,5 – 1 mm ausführt. Die Kanüle ist mit einem speziellen Gerät verbunden, der die erforderliche Energie erzeugt. Das Gerät kann durch das Fettgewebe mit höherem Bindegewebegehalt schonender durchdringen – z.B. am Gesäß oder Rücken. Zu Ende der Fettabsaugung hilft es, die letzten Mängel der abgesaugten Fläche sowie die Randpartien so zu glätten, dass der Übergang zwischen der abgesaugten und nicht abgesaugten Fläche gleichmäßig und glatt ist. Es wird zum Beispiel bei wiederholtem Eingriff in das Gewebe verwendet. Die meisten Kliniken setzen das moderne Gerät Vacuson LP-60 ein, dessen Bestandteil auch eine Vibrationskanüle, eine Vorrichtung zur Infiltration der Lösung sowie zum Fettabsaugen sind. Zurzeit gilt als die modernste, und laut den meisten Experten auch die effektivste und schonendeste Methode die Kombination der Tumeszenz-Liposuktion, die dank der Zugabe eines Betäubungsmittels in die Lösung unter lokaler Anästhesie erfolgt, unter Einsatz der Vibrationskanüle.

Ultraschall-Liposuktion – UAL (ultrasonic-assisted liposuction)

Die Ultraschall-Liposuktion oder auch assistierte Liposuktion setzt zur Fettabsaugung auch eine spezielle, Ultraschallenergie erzeugende Kanüle. Diese Energie wirkt auf die Fettzellenwände und verflüssigt das Fett. Die Ultraschall-Liposuktion wird gewöhnlich in feinfaserigen Körperpartien, wie am oberen Rücken oder an der erweiterten männlichen Brust, eingesetzt.

Vorteilhaft bei der Ultraschall-Liposuktion ist die Fähigkeit, durch Gewebe mit höherem Bindegewebegehalt durchzudringen, z.B. durch Fettgewebe. Sie kann auch nach einer vorherigen Liposuktion eingesetzt werden und verursacht weniger Blutverlust. Bei Ultraschall-Liposuktion, wenn sie nicht richtig ausgeführt ist, droht jedoch ein höheres Risiko der Hautverbrennung. Die eigene Fettabsaugung erfolgt gleich, wie bei anderen Techniken der Liposuktion. Die Kombination der Tumeszenzmethode mit dem Einsatz einer Ultraschallkanüle ist auch geeignet, wird jedoch wegen der höheren Kosten des Ultraschallgerätes weniger verwendet.

Unter der Bezeichnung Ultraschall-Liposuktion begegnen wir auch häufig einer nichtinvasiven Methode der Fettentfernung, bei der die Ultraschallenergie auf das Fettgewebe einwirkt, ohne die Haut zu verletzen. Die Fettzellen werden zerstört und dann durch den natürlichen Stoffwechsel aus dem Körper ausgeschieden. Geräte, die mit dieser modernen Technologie arbeiten, sind z.B. Ultracontour und Ultraschape. Die Bezeichnung als nichtinvasive Liposuktion oder E-UAL – external ultrasonic-assisted liposuction kann etwas irreführend sein, da es sich um keine Fettabsaugung in dem richtigen Sinne des Wortes handelt. Das Fett wird nicht abgesaugt (lipo-Fett, suction – Absaugung).

Laserliposuktion

Bei der Laserliposuktion, die auch als Laserlipolyse bezeichnet wird, wird eine 1 - 2 mm starke Kanüle mit Laserstrahl verwendet. Bei der Schwingungen der Kanüle wirkt die Energie des Laserstrahls direkt auf die Fettzelle, zersetzt diese und ermöglicht ihre Ausscheidung. Der Laserstrahl wirkt auch auf die Unterhaut, wo er die Kollagenfasern straft. Das verflüssigte Fettgewebe wird bei kleinen Bereichen meist nicht abgesaugt. Durch den natürlichen Stoffwechsel werden die Fettzellen nach und nach resorbiert. Bei größeren behandelten Bereichen muss das mit Laser zersetzte Fettgewebe schonend abgesaugt werden. Nach dem eingesetzten Laser unterscheiden wir zwischen SmartLipo und CoolLipo. Die meisten Kliniken verwenden für die Fettabsaugung eine Vibrationskanüle mit Absauggerät, also eine Kombination der Laser- und Vibrationsliposuktion.

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Entscheidend bei allen Liposuktionstechniken ist insbesondere der Durchmesser der eingesetzten Liposuktions-Kanülen. Breitere Kanülen saugen größere Fettmengen ab und sparen somit die Zeit. Nach diesen Kanülen bleibt jedoch mehr Freiraum und dies verursacht größere Unregelmäßigkeiten an der Hautoberfläche. Zurzeit werden meist Kanülen mit kleinerem Durchmesser eingesetzt, da sie als schonender gelten.

Bei der ambulanten Durchführung der Fettabsaugung, die unter örtlicher Betäubung erfolgt, ist es empfehlenswert, keine große Fettmenge auf einmal abzusaugen, sondern den Eingriff in mehrere Sitzungen aufzuteilen. Zusammen mit Ihrem Fett verlieren Sie auch Wasser, Vitamine und etliche Nährstoffe, was einen Kollapszustand (Schock) zu Folge haben kann. Umfangreichere Fettabsaugungen (mehr als 5 Liter Fett) sollten mit der nassen Technik unter Vollnarkose erfolgen. Diese erfordern eine sorgfältige postoperative Pflege, zu der auch ein 1 - 2tägiger Klinikaufenthalt, Ersatz der verlorenen Flüssigkeiten durch Infusionslösungen und die Schmerzlinderung gehört.

Aktualisiert: 17.06.2013

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Dr.med. Rolf Bartsch

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Wien, 14 Jahre Erfahrung
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