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Kryolipolyse ist ein effektives körperformendes Verfahren. Auf welchem Prinzip funktioniert die Kryolipolyse und wie kann man durch Kälte die Fettzellen zerstören? Erfahren Sie in unserer Beschreibung, ob Sie ein idealer Kandidat für die Kryolipolyse-Behandlung sind, oder ob eher eine Fettabsaugung in Frage kommt. Wie wird die Kryolipolyse durchgeführt und mit welchen Kosten sollte man rechnen? Alle wichtigen Informationen bezüglich der Kryolipolyse-Behandlung finden Sie in unserem Text.

Was versteht man unter dem Begriff Kryolipolyse?

Die Kryolipolyse ist ein nicht-invasives Verfahren zur Reduktion unerwünschter Fettpolster mit dem Ziel der Umfangsreduktion und Körperformung. Der Name ist aus dem altgriechischen abgeleitet (kryos = Frost/Eis, lipa = Fett und lysis = Lösung / Auflösung) und erklärt sich so schon fast von selbst: Durch die Anwendung von Kälte wird Fett dazu gebracht, sich aufzulösen.

Diese Art der Fettreduzierung und Körperformung gewinnt seit einigen Jahren zunehmend an Bedeutung, da die technische Entwicklung schnell voranschreitet und die Ergebnisse bei richtiger Patientenauswahl und Anwendung hochwertiger Geräte eine hohe Patientenzufriedenheit an den Tag legen.

Das Ziel der Behandlung ist, lokale Fettpolster zu reduzieren und so den Umfang und die Körperform zu verbessern. Zur Gewichtsreduktion ist das Verfahren nicht geeignet.

Wieso funktioniert die Kryolipolyse?

Das Verfahren beruht auf dem Prinzip, dass Fettzellen anders auf Kälte reagieren als das umliegende Gewebe. Das in der Zelle gespeicherte Fett hat die Eigenschaft, ab ca. 4° auszukristallisieren. Die übrigen Zellen in der Haut und im Unterhautfettgewebe bestehen zum Großteil aus Wasser. Wasser bleibt jedoch bis zu einer Temperatur von 0°C - durch den Salzgehalt sogar darunter – flüssig. Die Fettzelle wird durch das erstarrte Fett so stark beeinträchtigt, dass sie abstirbt. Die Zelle wird dann samt dem innenliegenden Fett innerhalb der nächsten Wochen durch den Körper abgebaut. Das ist auch der Grund, weshalb das Ergebnis der Kryolipolyse-Behandlung erst nach 8-10 Wochen erkennbar ist.

Abgebaute Zelle sind auf Dauer eliminiert. Der Körper bildet an dieser Stelle keine neuen Fettzellen, um den Verlust auszugleichen. Somit ist das Ergebnis – ähnlich einer Fettabsaugung – von Dauer.

Für wen ist die Kryolipolyse geeignet?

Die Kryolipolyse ist sehr gut für Patienten geeignet, die an bestimmten Stellen ihres Körpers einen Fettüberschuss haben, der störend erscheint. Häufig handelt es sich hierbei um diät- und sportresistente Fettdepots. Somit stellen sich auch oft Patienten vor, die sehr aktiv und ernährungsbewusst sind.

Grundsätzlich lassen sich aber auch andere Fettverteilungsstörungen wie Lipo-Dystrophie oder Lipolymphödem mit diesem Verfahren behandeln.

Die Mehrzahl der Patienten fragt diese Behandlung für die Bereiche Bauch, Hüften, Oberschenkel und Knie nach. Grundsätzlich lassen sich aber auch anderen Stellen des Körpers behandeln, so z.B. das Kinn.

Wie läuft eine Kryolipolyse-Behandlung ab?

Vor einer Kryolipolyse-Behandlung muss eine eingehende Untersuchung des Patienten erfolgen. Das erfolgt in der Regel im Rahmen eines ausführlichen Erstgesprächs. Hier wird
der behandelnde Arzt auch auf andere Gesundheitsfragen eingehen, um abzuschätzen, ob die Behandlung sinnvoll ist.

Im Rahmen der Kryolipolyse-Behandlung sollten immer Umfangsmessungen und Fotoaufnahmen erfolgen, um den Erfolg auch objektiv nachvollziehen zu können.

Am Tag der Kryolipolyse-Behandlung wird zunächst der Behandlungsbereich exakt markiert. In Abhängigkeit des Areals findet die Behandlung in Rücken- oder Bauchlage statt. An den Beinen kann es sinnvoll sein, in einer leicht sitzenden Position zu arbeiten. Wichtig ist eine entspannte Körperposition, da diese für die Zeit der Behandlung (60-70min) zu halten ist.

Zum Schutz der Haut wird eine spezielle Gel-Folie auf das zu behandelnde Areal aufgebracht. Hochwertige Geräte sind mit verschiedenen Applikatoren ausgestattet, die den unterschiedlich geformten Körperoberflächen gerecht werden. Nur so lässt sich die notwenige Kühlung des Areals sicherstellen.

Kryolipolyse
Beispiele unterschiedlich großer und verschieden geformter Applikatoren für die Kryolipolyse-Behandlung (Foto: Privates Archiv von Herrn Alexander Eisenbrand)

Um das Areal nachhaltig zu kühlen, wird über ein vordefiniertes Vakuum die Haut und das Unterhautfettgewebe in den Applikator eingesaugt. Dann erfolgt in der Regel von 2 Seiten das kontinuierliche Abkühlen.

Kryolipolyse
Schematische Darstellung eines Applikators mit angesaugtem Fettgewebe (gelb dargestellt) bei der Kryolipolyse-Behandlung (Foto: Privates Archiv von Herrn Alexander Eisenbrand)

Die Behandlung eines Areals dauert ca. 60-70 Minuten. Bei mehreren Arealen entsprechend länger. Nach Abnahme des Applikators zeigt sich in der Regel der sog. „butterstick effect“: Die zuvor angesaugte Haut und das Fettgewebe behalten durch das auskristallisierte Fett die Applikator-Form als Negativabdruck bei. Durch anschließendes Ausmassieren erfolgt die vollständige Glättung des Areals. Bestehen bleibt lediglich eine flächige Rötung, die ein bis zwei Stunden anhalten kann. Die nachhaltige Kühlung lässt sich noch viele Minuten nach der Behandlung ertasten und spiegelt die Qualität der Behandlung wider.

Kryolipolyse
Direkt nach der Kryolipolyse-Behandlung:  „butterstick effect“ direkt nach Abnahme des Applikators, Befund direkt nach Massieren (Foto: Privates Archiv von Herrn Alexander Eisenbrand)

Neuer Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Stoßwellentherapie direkt vor und nach der Behandlung das Ergebnis nochmals verbessern kann. Hintergrund dieser Beobachtung ist, dass durch diese Behandlung die Fettzellen vor der Kryolipolyse in einen erhöhten Stoffwechselzustand versetzt werden. In dieser Situation sind sie auch für folgende Einflüsse – wie eine starke Abkühlung - sensibler.

Die Stoßwelle nach Behandlung sorgt dafür, dass auch noch Fettzellen zerstört werden, die ohne die Stoßwelle keine ausreichende Schädigung erhalten hätten.

Konsequenz ist eine Verbesserung des Ergebnisses um ca. 20% bezogen auf die Umfangsreduktion.

Mit einer Kryolipolyse-Behandlung lassen sich bis zu 30% der Fettzellen im behandelnden Areal auf Dauer reduzieren. Grundsätzlich sind im selben Areal auch weitere Anwendungen denkbar, wenn der Erfolg nach einer Behandlung für den Patienten noch nicht ausreichend ist. Häufig rückt nach einer erfolgreichen Behandlung an einer Stelle aber auch das Anschlussareal in den Fokus des Patienten. So lassen sich sukzessive auch größere Areale, z.B. an Bauch oder Rücken, nachhaltig in Form und Umfang verbessern.

Was kostet eine Kryolipolyse-Behandlung?

Neben ausgebildeten Ärzten bieten mittlerweile auch immer mehr Kosmetikstudios und reine „Kryolipolyse-Studios“ die Behandlung. So vielfältig wie das Angebot ist auch die Preisspanne: Teilweise werden Behandlungen ab 99 Euro angeboten. Die Erfahrung zeigt aber, dass gute Ergebnisse nicht zu diesem Preis zu haben sind. Realistische Preise für die Behandlung eines Areals beginnen – in Abhängigkeit von der Fläche – ab 500 Euro. Der Preis spiegelt hier vor allem die Güte des Gerätes und die Nachhaltigkeit des Ergebnisses wider. Bei Kombination mehrerer Areale werden auch Kombi-Preise angeboten. Wird das System mit anderen Therapien wie z.B. einer Stoßwellen-Behandlung kombiniert, können die Preise ebenfalls höher sein.

Ist die zu behandelnde Fläche sehr groß oder werden Behandlungen an verschiedenen Körperregionen gewünscht, sollte mit dem Patienten besprochen werden, ob eine Liposuktion aus Kosten- und Ergebnissicht besser geeignet erscheint.

Welche Maßnahmen sind nach einer Kryolipolyse-Behandlung wichtig?

Eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Flüssigkeitsaufnahme haben sich als hilfreich erwiesen. Um die Stoffwechselaktivität hoch zu halten, ist sportliche Betätigung sinnvoll. Hiermit kann bereits am Behandlungstag begonnen werden. Eine Kompressionsbehandlung wie nach einer Fettabsaugung ist nicht nötig.

Grundsätzlich unterstützt ein gesunder Lebensstil ein schnelles und nachhaltiges Ergebnis.

Ab wann ist das endgültige Resultat nach der Behandlung zu sehen?

Nach der Behandlung muss zunächst für einige Stunden mit Rötung gerechnet werden. Innerhalb der folgenden Tage kommt eine Schwellungsneigung dazu. Diese kann in unterschiedlicher Ausprägung bis zu 4 Wochen anhalten.

Ein nachvollziehbares Ergebnis tritt in der Regel frühestens nach 6-8 Wochen ein. Teilweise werden weitere positive Veränderungen auch nach 10-12 Wochen berichtet.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass mit einer Kryolipolyse-Behandlung bis zu 30% des Fettgewebes an der jeweiligen Stelle reduziert werden kann.

Eine absolute Maßzahl in Bezug auf den Erfolg lässt sich nicht geben, da die Körperform, Fettmenge und Stoffwechsellage Einfluss auf das Ergebnis nehmen. An Bauch und Hüfte können aber Umfangsreduktionen von 6-8cm durch eine Sitzung erzielt werden. Eine Reduktion um 3-4 cm ist häufig. Allerdings gibt es auch Patienten, bei denen der Erfolg geringer ausfällt.

Um einen objektiven Vergleich zwischen vorher und nachher zu haben, sollten vom Behandler Fotoaufnahmen der jeweiligen Region gemacht werden und der Umfang gemessen werden.

Wünschen sich Patienten ein sehr gut vorhersehbares Ergebnis und handelt es sich um größere Areale, muss als Alternative zur Kryolipolyse die Fettabsaugung diskutiert werden.

Wenn jedoch eine OP grundsätzlich abgelehnt wird, ist die Kryolipolyse eine der besten nicht-invasiven Methoden, um eine dauerhafte Umfangsreduktion und Körperformung zu erzielen.

Ist nach der Kryolipolyse-Behandlung mit Beschwerden oder gar Ausfallzeit zu rechnen?

Die Beschwerden nach der Behandlung sind gering. Neben einer lokalen Rötung können gelegentlich kleine Hämatome durch den Ansaugunterdruck entstehen. Diese heilen aber in der Regel schnell ab. Sehr selten sind Erfrierungen im Bereich des behandelten Areals. Ursache hierfür können Fehlfunktionen des Geräts oder fehlerhaftes Anlegen der Gel-Folie sein. Bei technisch ausgereiften Geräten und gut geschulten Anwendern ist das Risiko für eine Erfrierung aber sehr gering.

Häufig treten Missempfindungen oder Sensibilitätsstörungen während der Behandlung aber auch mehrere Tage bis hin zu einigen Wochen auf. Auch muskelkaterartige Beschwerden werden beschrieben.

Gerade im Bereich des Bauchs entwickeln sich im Zuge des Fettabbaus knötchenartige Veränderungen, die teilweise deutlich zu spüren sind. Das ist Ausdruck der gewünschten lokalen Entzündungsreaktion und als positives Zeichen für den Behandlungserfolg zu werten. 

Eine berufliche oder sportliche Ausfallzeit muss in der Regel nicht einkalkuliert werden.

Auf Sauna oder Solarium sollte wegen der Wärmeeinwirkung mit möglicher Schwellungsneigung für einige Tage verzichtet werden.

In welchen Fällen kann die Behandlung nicht durchgeführt werden?

Grundsätzlich ist die Kryolipolyse nicht für Patienten geeignet, die an deutlichem Übergewicht leiden und so eine Gewichtsreduktion herbeiführen wollen.

Es gibt aber auch Erkrankungen oder Zustände, bei den eine Kryolipolyse-Behandlung nicht durchgeführt werden soll. Diese sind unter anderem:

Überempfindlichkeit gegen Kälteeinwirkung (Raynaud-Syndrom, Kryoglobulinämie, Kälte-Hypoproteinämie), schwere Leber- oder Nierenerkrankungen, schlecht eingestellter Diabetes Mellitus (Zuckerkrankheit), chronisch entzündliche Erkrankungen, akute Verletzungen und Wunden im Behandlungsareal, systemische Erkrankungen mit Bezug zu Haut oder Fett, Tumorerkrankungen sowie in Schwangerschaft und Stillzeit.

Die Aufzählung stellt keine abschließende Liste dar. Eine eingehende Anamnese und Untersuchung des Patienten ist also vor der Kryolipolyse-Behandlung unumgänglich, um keinen Schaden durch die Behandlung herbeizuführen.

Kryolipolyse – eine hervorragende Therapie zur nichtoperativen Körperformung

Mit der Kryolipolyse wurde ein Verfahren etabliert, das hervorragend geeignet ist, lokale Fettdepots nachhaltig zu reduzieren. Ziel ist stets eine Verbesserung der Körperform und/oder eine Umfangsreduktion im entsprechenden Areal. Nicht geeignet ist das Verfahren zur Gewichtsreduktion.

Bereits mit einer Anwendung werden gute Ergebnisse erzielt. Der Behandlungserfolg ist erst nach 8-10 Wochen zu sehen. Die Auswahl eines gut geschulten Anwenders und der Einsatz eines hochwertigen Gerätes sind entscheidend für den Erfolg.

Die Risiken und Gefahren der Behandlung sind als gering anzusehen. Mit Sensibilitätsstörungen und muskelkaterartigen Schmerzen muss aber für einige Zeit gerechnet werden.

Eine Folgebehandlung im gleichen Areal ist in der Regel jederzeit möglich. Häufig werden Behandlungen für die Anschlussregionen nachgefragt, wenn der Erfolg an einer Stelle gut war.
Bei hochwertigen Geräten muss mit Kosten ab 500 Euro pro eine Kryolipolyse-Behandlung und Areal gerechnet werden.

Publiziert: 04.04.2018

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Alexander Eisenbrand
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Schweinfurt, 12 Jahre Erfahrung
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Caro25 16.12.2017
Zufrieden

Ich war zur Kryolipolyse in der Praxis Alexander Eisenbrand in Schweinfut:) Ich bin mehr als begeistert und zufrieden mit dem Verfahren an sich. Es ist eine gute Methode um kleine Problemzonen loszuwerden ohne OP und ohn... Mehr 

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