Mommy Makeover: Narbenverlauf, Schnitttechnik, Heilung

Wer über ein Mommy Makeover nachdenkt, wünscht sich meist die körperliche Silhouette zurück, die vor der Schwangerschaft bestand. Dabei handelt es sich in der Regel um eine Kombination aus einer Bauchdeckenstraffung (Abdominoplastik) und einer Brustkorrektur (Straffung mit oder ohne Implantat). Als Facharzt ist es mir ein Anliegen, ganz offen mit Ihnen zu sprechen: Eine Operation ohne Narben gibt es nicht. Das Ziel moderner ästhetischer und plastischer Chirurgie ist es jedoch, diese Narben so unauffällig wie möglich zu platzieren und so fein wie möglich zu vernähen.
Wo genau verlaufen die Schnitte? Das hängt stark von der gewählten Methode und den individuellen körperlichen Voraussetzungen ab.
Dr. med. Mathias Kremer-Thum, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Berlin-Friedrichshain informiert Sie ausführlich zu diesem Thema.
Die Narbenführung bei der Bauchdeckenstraffung
Bei der Straffung des Bauches muss überschüssige Haut entfernt werden. Die gängigste Schnitttechnik verläuft dabei horizontal im Unterbauch, knapp oberhalb des Schamhügels.
- Die Position: Der Schnitt wird so tief wie möglich gesetzt, damit die spätere Narbe gut durch Unterwäsche oder eine Bikinihose verdeckt werden kann.
- Die Länge: Die Länge der Narbe variiert. Bei einer sogenannten „Mini-Abdominoplastik“ ist sie kürzer. Bei einer klassischen, vollständigen Bauchdeckenstraffung reicht sie meist von Beckenknochen zu Beckenknochen.
- Der Bauchnabel: Da bei einer großen Straffung die Haut nach unten gezogen wird, muss der Bauchnabel neu positioniert werden. Hier entsteht eine kleine, kreisrunde Narbe direkt im Inneren oder am Rand des Nabels, die später kaum noch sichtbar ist.
Schnitttechniken an der Brust: Von I bis T
Die Bruststraffung (Mastopexie) ist oft der zweite Teil des Mommy Makeovers. Je nachdem, wie viel Hautüberschuss besteht und ob ein Implantat eingesetzt wird, gibt es drei klassische Schnittmuster:
- Der periareoläre Schnitt (O-Schnitt): Hier verläuft die Narbe lediglich kreisförmig um den Warzenhof. Diese Technik eignet sich nur für sehr kleine Straffungen.
- Der vertikale Schnitt (I-Schnitt oder Lollipop-Technik): Zusätzlich zum Schnitt um den Warzenhof verläuft eine Narbe senkrecht nach unten zur Unterbrustfalte. Dies ist eine sehr häufige Technik bei moderatem Hautüberschuss.
- Der T-Schnitt (Anker-Technik): Bei großem Hautüberschuss wird die vertikale Narbe durch einen horizontalen Schnitt in der Unterbrustfalte ergänzt (das umgedrehte T). Auch wenn das nach „viel Narbe“ klingt: Die horizontale Linie verschwindet später gut in der natürlichen Falte der Brust.
Wie stark sind die Narben zu sehen?
Die Sichtbarkeit von Narben durchläuft verschiedene Phasen. Ein ehrliches Wort zur Heilung: Geduld ist Ihr wichtigster Begleiter. Direkt nach der OP sind die Schnittlinien rötlich und manchmal leicht erhaben. Das ist ein völlig normaler Teil des Wundheilungsprozesses. In den ersten Wochen ist das Gewebe aktiv.
Zwischen dem 6. und 12. Monat geschieht dann das, worauf wir hinarbeiten: Die Narbenreifung. Die Rötung lässt nach, das Gewebe wird weicher und die Linie wird deutlich blasser. Bei den meisten Patientinnen bleibt am Ende eine feine, helle Linie zurück, die sich kaum vom umliegenden Hautton unterscheidet.
Auch die Genetik spielt hier eine Rolle. Manche Menschen neigen zu sehr feiner Heilung, andere entwickeln minimal breitere Narben. Ein erfahrener Chirurg wird jedoch immer Nahttechniken verwenden (wie die mehrschichtige Naht), um die Spannung auf der Hautoberfläche zu minimieren und so die Voraussetzungen für eine feine Narbe zu schaffen.
Kann man das Verblassen unterstützen?
Ja, Sie können aktiv zu einem schönen Ergebnis beitragen. Sobald die Wunden verschlossen und die Krusten abgefallen sind (meist nach 2-3 Wochen), beginnt die Narbenpflege:
- Narbensalben oder Silikone: Diese halten das Gewebe geschmeidig und können das Risiko für wulstige Narben senken.
- Sonnenschutz: Frische Narben dürfen im ersten Jahr keiner direkten UV-Strahlung ausgesetzt werden, da sie sich sonst dunkel verfärben können (Hyperpigmentierung). Kleben Sie die Narben beim Sonnenbaden ab oder nutzen Sie einen sehr hohen Lichtschutzfaktor.
- Rauchverzicht: Nikotin verengt die Gefäße und stört die Durchblutung erheblich. Für eine unsichtbare Narbe ist eine gute Durchblutung jedoch essenziell.
Empfehlung
Beim Mommy Makeover tauschen wir überschüssige, oft gerissene Haut und erschlafftes Gewebe gegen straffe Konturen und feine Narbenlinien. Dank moderner Schnitttechniken lassen sich diese Linien heute meist hervorragend in der Bikini-Zone oder der Unterbrustfalte verstecken. Wenn Sie realistische Erwartungen haben und Ihrem Körper die nötige Zeit zur Heilung geben, werden die Narben im Vergleich zum gewonnenen neuen Körpergefühl schnell zur Nebensache.
Für jede Mommy Makeover OP ist das persönliche Beratungsgespräch der erste Schritt. Ich lade Sie herzlich ein, sich in einem Gespräch mit mir einen genauen Überblick zu verschaffen. Ich beantworte all Ihre Fragen, auch zum Thema Schnittführung und Narbenpflege und bin auch in der kompletten Nachsorge für Sie ansprechbar.
Autor: Dr. med. Mathias Kremer-Thum Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie Praxis für Plastische Chirurgie Berlin



