Methoden der Bruststraffung mit Implantat

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Die operative Bruststraffung (Mastopexie), besonders wenn dabei zusätzlich Brustimplantate zum Einsatz kommen, ist operationstechnisch ein relativ anspruchsvoller Eingriff. Eine Bruststraffung alleine, ohne Implantat, geht infolge der notwendigen Hautstraffung immer mit Narben einher, besonders wenn es sich um eine deutlich abgesenkte erschlaffte Brust (Ptose) mit eingeschränkter Hautelastizität handelt.

Bruststraffung mit Implantat
Ausführliches Beratungsgespräch mit der Wahl geeigneter Brustimplantate

Die mit zunehmendem Alter sich verändernde Brustsilhouette hat fast immer im oberen Bereich (Decolleté) deutlich an Fülle verloren was in der Regel der eigentliche Grund für die persönliche Unzufriedenheit ist.

Wenn bei dieser Ausgangssituation die Brust lediglich gestrafft und der Brustwarzen-Vorhofkomplex operativ angehoben wird, ist das ästhetische Ergebnis oft insofern wenig zufriedenstellend, als die gewünschte obere Betonung der Brustsilhouette, das “upper filling” nicht optimal erreicht wird.

Um dies zu vermeiden kann durch die Implantation geeigneter Brustimplantate bei einer ptotisch hängenden Brust die Brustform deutlich verbessert und der Brustsilhouette die frühere jugendlichere Form weitgehend zurückgegeben werden.

Gleichzeitig wird durch die Bruststraffung mit Implantaten meist auch ein dauerhafteres Ergebnis bei verkürzten Mastopexie-Narben erreicht, dies allerdings unter Inkaufnahme von Brustimplantaten und der damit möglicherweise verbundenen Problemfelder.

Diese Details müssen in den präoperativen Beratungsgesprächen verständlich und ausführlich mit der Patientin erörtert werden.

Techniken und Operationsmethoden

Welche Methoden der Bruststraffung mit Implantat gibt es?

Bei den für eine bevorstehende Bruststraffung zu beratenden Patientinnen handelt es sich um verschiedene Situationen und Größen einer meist mehr oder weniger hängenden Brust mit einem individuell unterschiedlichen Anteil von Drüsengewebe und überschüssiger Haut.

Bruststraffung mit Implantat
Brustimplantate verbessern die Brustform

Dementsprechend kommen verschiedene Techniken und Operationsmethoden infrage mit dem Ziel den vorhandenen Hautüberschuß zu verkleinern und dabei die Brustwarzen-Vorhofposition sowie ggf. zusätzlich das Brustvolumen zu verändern. Hierbei ist oft eine gewisse operativ-methodische Vielseitigkeit notwendig.

Alleinige Brustvergrößerung

Wenn beispielsweise lediglich der obere Brustpol abgeflacht ist kann bereits eine alleinige Implantataugmentation z.B. unter Brustmuskel (UBM) ohne zusätzliche Straffung zu dem gewünschten Ergebnis führen, besonders wenn es sich um eine kleine Involutionsbrust handelt.

Dabei können entsprechende Implantate den bestehenden Hautüberschuß aus- füllend kompensieren und erlauben gleichzeitig eine kürzere Narbenführung im Vergleich zu den Narben einer Standard-Mastopexie ohne Implantat. In der Regel kommt es durch das Implantat alleine bereits zu einer gewissen Anhebung des Brustwarzenvorhof-Komplexes.

Nach extremer Gewichtsabnahme bei inzwischen relativ schlanken Patientinnen können entsprechend dimensionierte Implantate des Typs “very high profile” unter Brustmuskel positioniert zu einem recht guten Ergebnis führen.

Periareolare Exzision

Wenn der Brustwarzenvorhof-Komplex nur geringgradig abgesenkt ist und hier lediglich eine minimal-straffende Anhebung von 1-2 cm erreicht werden soll, kann eine obere halbmondförmige sogenannte periareolare Exzision bereits straffend ausreichen, wobei vom unteren Vorhofrand aus die zusätzliche Brustvergrößerung mit Implantaten vorgenommen werden kann.

Bruststraffung mit Implantat
Richtige Methode für eine attraktive Brustform 

Zirkumareolare Exzision

Die sogenannte zirkumareolare Exzision, die um den Warzenvorhof rundherum geführt wird, ergibt nur eine mäßige Bruststraffung und ist für Patientinnen mit sogenannten tubulären Brüsten bzw. deutlich vergrößerten Vorhöfen geeignet.

Sie kann mit der Brustvergrößerung durch Implantate von einem unteren periareolaren Zugang kombiniert werden.

Zirkumareolare in Kombination mit vertikaler Exzision 

Bei Patientinnen mit einer mäßig hängenden Brust oder einer Brust mit Durchhängen der unteren Anteile des Brustdrüsenkörpers kann über eine zirkumareolare Hautexzision in Kombination mit einer mehr oder weniger ausgedehnten vertikalelliptischen Exzision unter Einbindung eines Implantats eine gute Straffung mit Anhebung des Brustwarzenvorhof-Komplexes erreicht werden.

Vertikale und  horizontale Exzision

Bei Patientinnen mit einer ausgeprägten Ptose, bei denen eine größere Anhebung des Brustwarzenvorhof-Komplexes mit Straffung notwendig ist, muss mit einer vertikalen und ergänzenden horizontalen Exzision gearbeitet werden.

Wobei z.B. ein rundes Implantat ohne zusätzliche Narbe von der unteren horizontalen Exzisionsfigur aus unter den Brustmuskel positioniert werden kann. Dies führt meist zu einer effektiven Straffung mit guter Füllung auch des oberen Brustpols.

Welche Methode der Bruststraffung mit Implantat im Individualfall tatsächlich zur Anwendung kommt kann letztlich immer nur im Rahmen einer direkten klinischen Untersuchung entschieden werden.

Die Wahl der richtigen Methode und des Implantats

Welche Kriterien berücksichtigen Sie bei der Wahl der geeigneten Methode der Bruststraffung mit Implantat?

Bei der Wahl der geeigneten möglichst narbensparenden Methode der Bruststraffung mit Implantat spielen eine wichtige Rolle:

  • die bestehende Ausgangssituation der Brust
  • die gewünschte Ergebnisgröße und Form
  • die gegebenen anatomischen Voraussetzungen
  • ggf. bereits erfolgte Voroperationen
Bruststraffung mit Implantat
Gesamtkonzept für die Wahl der richtigen Implantate

Oft steht in den Beratungsgesprächen seitens der Patientinnen im Schwerpunkt neben der Straffung die Frage nach der Implantatgröße im Vordergrund.

Allerdings spielen, wie auch bei der alleinigen Brustvergrößerung mit Implantaten, für die Form und die optisch wirkende Brustgröße weitere Parameter, die in das Gesamtkonzept eingehen müssen, eine wesentliche Rolle:

  • Implantattyp: rund oder anatomisch
  • Implantathöhe und Breite
  • Projektion des Implantats
  • prozentuale Implantatfüllung
  • LVC (lower ventral curvature)
  • Gelkonsistenz und Formstabilität
  • der die Brust umgebende Weichteilmantel
  • die Implantatpositionierung: unter oder über Brustmuskel (UBM/ÜBM)

All diese Kriterien müssen auch bei der Bruststraffung mit Implantat berücksichtigt werden.

Schonende narbensparende Technik

Gibt es eine besonders schonende Technik und mit welcher Methode können wir ein narbensparendes Ergebnis erzielen?

Bei einer nur minimal hängenden Brust ohne den Wunsch zur Vergrößerung, wenn also nur der Volumenverlust straffend kompensiert werden soll, ist die Straffung durch den alleinigen Implantateffekt sicher der schonendste und narbensparendste Eingriff.

Schrittweise eingreifender und technisch schwieriger sind dann die zusätzlich brustvergrößernden Operationen, die mit der sogenannten periareolaren Technik, zirkumareolaren Technik, vertikalen Narbentechnik, vertikalen und kurzen horizontalen Technik und schließlich vertikalen und horizontalen Technik (inverted T) verbunden sind.

Bruststraffung mit Implantat
Schonende narbensparende Technik der Bruststraffung mit Vergrößerung

Da es sich stets um eine individuelle Befundsituation handelt, sollte auch das operative Vorgehen z.B. im Sinne einer narbensparenden Technik individuell angepasst sein.

Zu einer narbensparenden Technik kommt es z.B. bei einer Brustvergrößerung mit Straffung, wenn die Implantate prinzipiell über einen Schnitt eingesetzt werden, der sowieso im Straffungsbereich liegt, sodass keine zusätzliche Narbe entsteht.

Insgesamt gehört die Augmentationsmastopexie mit Implantaten, wenn sie narbensparend durchgeführt wird, sicher zu den operativ sehr anspruchsvollen Eingriffen in der ästhetischen Brustchirurgie, wobei betont werden muss, dass dieser Eingriff ohne entsprechende Narben nicht möglich ist.

Operative Vielseitigkeit für eine attraktive Brustform 

Welche von diesen Methoden bevorzugen Sie?

Jeder erfahrene ästhetische Operateur der Brust (w/m/d) hat seine eigene meist etwas modifizierte OP-Technik und Behandlungsphilosophie, wobei es oft mehrere Wege gibt, die zum Ziel führen.

Je nach der individuellen Ausgangssituatioin kommt eine der beschriebenen OP-Techniken zur Anwendung, wobei ich generell die Vollnarkose bevorzuge.

Eine Reihe von Augmentationsmastopexien lässt sich erfolgreich bereits durch eine alleinige narbensparende straffende Augmentation mit Hilfe eines geeigneten Implantats, bevorzugt unter Brustmuskel, z.B. von der Brustumschlagfalte aus durchführen.

Bei einem größeren Hautüberschuss steht allerdings die vertikale elliptische Schnittführung, wenn notwendig ergänzt durch eine straffende horizontale Schnittführung im Bereich der Brustumschlagfalte, im Vordergrund.

Bruststraffung mit Implantat
Attraktive Brust nach Vergrößerungsoperation

Hinsichtlich der Brustimplantate bevorzuge ich relativ oft auch runde mikrotexturierte Implantate mit 85 % Gelfüllung unter Brustmuskel positioniert, die gegenüber anatomischen Implantaten einen besser betonten natürlich wirkenden oberen Brustpol mit schönem Decolleté ergeben ohne das, allerdings geringe, Rotationsrisiko anatomischer Implantate.

Da die Situation einer hängenden Brust, der damit verbundenen überschüssigen Haut, des Alterungsprozesses und der gewünschten Brustvergrößerung im Einzelfall sehr unterschiedlich sein kann, sollte für ein zufriedenstellendes Ergebnis ein Spektrum verschiedener operativer Techniken verfügbar sein, um individuell in einem Eingriff Position und Größe des Brustwarzen-Vorhofs, den Hautüberschuss und das Brustvolumen zu ändern.

Um dabei eine attraktive Brustform zu erreichen bedarf es einer gewissen operativen Vielseitigkeit.

Vielen Dank, Herr Prof. Michel, für Ihre ausführlichen Antworten!

Aktualisiert: 21.08.2019

Autor

Als international anerkannter Facharzt für Frauenheilkunde & Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für ästhetische, plastische und wiederherstellende Operationsverfahren in der Gynäkologie e.V. ist Prof. Michel in der Kreisklinik Groß-Umstadt als Leiter der Sektion Plastische Gynäkologie tätig.

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