Brustrekonstruktion

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Die Brustrekonstruktion wird bei den Patientinnen durchgeführt, die eine maligne Erkrankung überstehen haben und die Brust wurde in Rahmen der Heilung operativ entfernt. Bei dem rekonstruktivem Eingriff kann man die eigenen Muskellappen, weiter künstliche Brustimplantate oder eine Kombination von beiden diesen Methoden verwenden. Die Operation in der Vollnarkose dauert etwa 2-6 Stunden, Hospitalisation 1-3 Wochen, Rekonvaleszenz 2-4 Wochen, mit Sport kann man nach 3 Monaten beginnen.

Der Brustverlust oder die Brustdeformation bei der Behandlung eines bösartigen Tumors verletzt die Frau in zweierlei Hinsicht. Neben Angst vor dem weiteren Schicksal, der Therapie und dem Gesundheitszustand leiden die meisten Frauen unter Befürchtungen, wie ihr Leben durch den Verlust eines so dominanten Weiblichkeitssymbols geändert wird.

Ein Beweis dafür ist auch die Tatsache, dass sehr viele Frauen bei der ersten Information über den Charakter der Krankheit und über die vorgeschlagene Behandlung deutlich besser reagieren, wenn sie gleichzeitig mit der Information über die erforderliche Brustentfernung auch über die Möglichkeiten der Brustrekonstruktion erfahren.

Die Behandlung von Frauen mit bösartigem Brusttumor ist eine fachübergreifende Therapie, an der ein Mammologe, Chirurg, Onkologe, Radiodiagnostiker, Pathologe, Frauenarzt und nicht zuletzt auch ein Psychologe beteiligt sind. Die Brustrekonstruktion gehört in den Bereich der plastischen Chirurgie. Die Entscheidung darüber, ob und wann die Operation durchzuführen ist, hängt jedoch vom Onkologen, Psychologen und manchmal auch vom Genetiker ab.

Chirurgische Therapiemethoden des Brustkrebses

Die Möglichkeiten der Brustrekonstruktion hängen vom Umfang des chirurgisch entfernten Gewebes ab.

  • Radikale Mastektomie (Entfernung des Brustgewebes): Die Brust wird vollständig samt Haut oberhalb der Brust entfernt.

  • Eingriff, der das Brustgewebe schont: Der Tumor wird mit ausreichendem „Rand“ um den Tumor herum entfernt. Die Brust bleibt in einer möglichst akzeptablen Form beibehalten. Danach kann die Brust nachträglich korrigiert werden.

  • Eingriff, der die Haut schont: Die Brustdrüse wird samt Brustwarze und Warzenhof entfernt. Die Haut wird jedoch belassen.

  • Subkutane Mastektomie (Entfernung des Brustgewebes): Bei dieser Operation entfernt der Chirurg die ganze Brustdrüse, jedoch die Haut mit der Brustwarze und dem Warzenhof werden für die Möglichkeiten der nachträglichen Brustrekonstruktion beibehalten.

Sind Sie eine geeignete Kandidatin für die Brustrekonstruktion

Patientin nach der Brustentfernung muss sich der Brustrekonstruktion nicht unterziehen. In diesem Fall trägt sie im BH eine äußerliche Dauerprothese (es handelt sich um eine individuell gefertigte Brustimitation). Diese äußerliche Prothese ist an den Körper nicht fest gebunden. Die Frau bestimmt selbst, ob sie sich dem Brustaufbau unterzieht oder nicht. Es ist wichtig, dass die Patientin psychisch stabil in ihren Entscheidungen ist. Sie sollte die Möglichkeiten der plastischen Chirurgie realistisch beurteilen. Es ist wichtig zu wissen, dass die neu geschaffene Brust die natürliche Brust nie genau ersetzen kann. Auch ist mit Narben zu rechnen, und zwar häufig auch an Stellen außerhalb der Brust (z.B. auf dem Rücken oder Bauch). Gesundheitlich sollte die Frau nicht unter solchen Krankheiten leiden wie Diabetes, Gefäßkrankheiten, Herzkrankheiten. Ein anderes gesundheitliches Risiko, welches das Ergebnis der Rekonstruktion gefährden kann, ist die Fettleibigkeit der Patientin. Auch das Rauchen kann die Rekonstruktion komplizieren, deshalb wird der Patientin empfohlen, das Rauchen aufzugeben, was auch wegen der onkologischen Erkrankung mehr als wünschenswert ist. Erlaubt der psychische und gesundheitliche Zustand der Patientin die Brustrekonstruktion, sollte sie eine Stellungnahme des Onkologen und Radiologen über die Beendung der Therapie haben.

Zeitpunkt der Brustrekonstruktion

Eine der möglichen Varianten ist die sog. sofortige Brustrekonstruktion. In diesem Fall wird bei einer Anästhesie der Brusttumor mit einem Teil oder der ganzen Brust entfernt und der Defekt gleich korrigiert. Am meisten wird diese Vorgehensweise bei sog. vorsorglichen Operationen angewandt. Hierbei handelt es sich um Eingriffe, bei denen das potentiell gefährliche Gewebe entfernt wird. Bei der Brust wird in diesen Fällen meist die subkutane Mastektomie durchgeführt, bei der nur das Brustdrüsengewebe unter Belassung der Brusthaut und des Warzenhofs entfernt wird. Die Rekonstruktion erfolgt dann meist mit Silikonimplantaten. Die sofortige Brustrekonstruktion kann vorteilhaft auch beim Eingriff eingesetzt werden, beim dem die Brusthaut beibehalten wird. Die Frau leidet dann in diesem Fall nicht unter dem psychischen Stress wegen Brustverlust.

Die andere Möglichkeit ist sog. verzögerte Brustrekonstruktion. Hierbei erfolgt der Brustaufbau erst nach dem Abschluss aller Untersuchungen, die das Stadium und den Charakter des Brusttumors ermitteln sollen, also nach einigen Wochen bis Monaten. Es handelt sich um Fälle, in denen der chirurgische Eingriff nicht durch onkologische Behandlung ergänzt werden muss, und wird nur sehr selten durchgeführt.

Meist erfolgt die Brustrekonstruktion nach der Beendung der onkologischen Therapie und nach negativen Ergebnissen aller auf eventuelle sekundäre Tumorausbreitung gerichteten Untersuchungen. Die Brustrekonstruktion erfolgt dann gewöhnlich nach mehr als einem Jahr ab dem primären Eingriff.

Methoden des Brustaufbaus

Der Brustaufbau erfolgt in mehreren Etappen. Zuerst werden die Haut und das Brustgewebe ersetzt und die Brüste so korrigiert, dass sie symmetrisch sind. In der zweiten Etappe wird der Brustwarzenhof modelliert, in der dritten dann die Brustwarze rekonstruiert. Das Ziel ist, natürliche und symmetrische Brust zu schaffen. Prinzipiell gibt es 3 Möglichkeiten der Brustrekonstruktion:

  • Brustaufbau mit Eigengewebe (Verlagerung der Haut, Unterhaut und ggf. des Muskels an die Stelle der fehlenden Brust)

  • Brustaufbau mit synthetischem Material (Silikonimplantat, Implantat mit Kochsalzlösung oder Implantat mit der Kombination von Silikon und Kochsalzlösung)

  • Kombination des Eigengewebes mit Implantat (Verlagerung der Haut und Unterhaut aus der unmittelbaren Umgebung der fehlenden Brust und Füllung mit Implantat)

Brustaufbau mit Eigengewebe

Bei dieser Methode werden Muskellappen aus dem umliegenden oder aus anderen Körperbereichen genutzt. Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose und dauert in Abhängigkeit vom eingesetzten Lappen ung. 2 bis 6 Stunden.

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Am häufigsten wird der sog. TRAM-Lappen (Tranverse rectus abdominis musculocutaneous flap - Lappen aus dem Bauchquermuskel). Es handelt sich um Gewebe aus der Unterbauchregion der Frau. Zum größten Tel besteht er aus Unterhautfett mit Haut. Das Ergebnis ist eine bogenförmige Narbe, ähnlich wie bei kosmetischen Bauchdeckenstraffungen.

Dieses Gewebe kann in den Bereich der fehlenden Brust verschiedentlich verpflanzt werden:

Gestielter TRAM-Lappen

  • unter Nutzung eines der Muskeln, die die Bauchwand bilden. Es ist die älteste bei der Brustrekonstruktion verwendete Methode. Es muss dabei der Defekt in der Bauchwand korrigiert werden, um einen Bauchbruch zu vermeiden. Deshalb wird dieser Bereich oft mit einem Netz abgedeckt, ähnlich wie bei der Behandlung größerer Bauchbrüche.

Dieser Eingriff kann auf allen Arbeitsstellen der plastischen Chirurgie erfolgen, an welchen Brustrekonstruktionen durchgeführt werden. Der Hauptnachteil dieser Methode beruht in der Abtrennung von 60-100% des geraden Bauchmuskels auf einer und im schlimmeren Fall auch auf der anderen Seite. Dies verursacht eine große Schwächung der Bauchwand.

Freier TRAM-Lappen

  • das Gewebe kann von den Gefäßen ganz getrennt und in den erforderlichen Bereich verpflanzt werden, im Zielbereich sind die Lappengefäße wieder an den Blutkreislauf anzuschließen.

In diesem Fall erfolgt das Vernähen der Gefäße unter Mikroskop. Deshalb kann eine ähnliche Brustrekonstruktion nur an solchen Kliniken plastischer Chirurgie erfolgen, wo auch mikrochirurgische Eingriffe durchgeführt werden.

Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass nur ein kleiner Defekt in den Bauwandmuskeln entsteht und/oder bei der Verwendung des sog. DIEP-Lappens (Deep Inferior Epigastric Perforator Flap - perforierter Lappen auf Gefäßbündel) entsteht überhaupt kein Funktionsdefekt. Da die mikrochirurgischen Techniken heutzutage bereits auf einem hohen Niveau sind, ist der freie TRAM-Lappen besser mit Gefäßen versorgt als der gestielte Lappen. Der mikrochirurgische Eingriff ist zeitlich sehr aufwendig, deshalb wird bei einer beidseitigen Brustrekonstruktion lieber eine andere Methode gewählt. Auch die postoperative Pflege ist schwieriger als beim gestielten TRAM-Lappen.

Der Nachteil ist i.d.R. eine längere Operationsdauer und kompliziertere postoperative Pflege.

Latissimus-dorsi-Lappen

Der andere Bereich, der vorteilhaft zum Ersatz des Brustgewebes eingesetzt wird, ist ein Teil des breiten Rückenmuskels, der samt einer kleinen Hautinsel auf die vordere Brustkorbseite umgedreht wird. Der Vorteil besteht eindeutig darin, dass das Gewebe verlagert wird, ohne die Mikrozirkulation zu unterbrechen. Das Gewebe des breiten Rückenmuskels ist zum Aufbau einer kleinen Brust geeignet.

Zur Verlagerung des erforderlichen Gewebes sind auch andere Körperbereiche geeignet, die jedoch viel weniger genutzt werden. Es sind insbesondere der Gesäßmuskel, Spanner der breiten Faszie.

Vorteile des Brustaufbaus mit Eigengewebe:

  • kein körperfremdes Gewebe

  • psychologischer Gesichtspunkt

  • kleineres Risiko im bestrahlten Bereich

  • die Korrektur der anderen Brust ist nicht immer erforderlich

  • kosmetisches Aussehen des Abnahmebereiches

  • der Bauchlappen bietet Haut und Fett zum Aufbau auch großer Brüste

Nachteile des Brustaufbaus mit Eigengewebe:

  • längerer operativer Eingriff

  • Gefahr eines Defekts an der Abnahmestelle, Bauchbruch, Probleme mit der Körperhaltung und Rückenschmerzen

  • mehr komplizierte postoperative Pflege

Brustaufbau mit synthetischem Material

Bei einer sehr kleinen Brust kann der Brustaufbau auch direkt durch den Einsatz eines Implantats in den Bereich erfolgen. Diese Technik wird bei subkutanen Eingriffen und bei Eingriffen eingesetzt, die das Brustgewebe oder die Haut schonen.

Bei einer größeren Brust kann in die aufzubauende Stelle ein besonderer Implantattyp, sog. Gewebeexpander, eingesetzt werden. Es handelt sich um einen Silikonbeutel mit Füllventil. Nach der Operation wird es durch die Haut mit einer Spritze nach und nach bis zur geforderten Größe gefüllt (um ca. 200 ml mehr als das geplante Implantat). Die Füllung erfolgt im Abstand 1-2 Wochen und bei einem Füllvorgang wird in den Expander 50-100 ml Gel oder Kochsalzlösung injiziert. Die Gesamtdauer, die zur Füllung des Expanders erforderlich ist, sind 5-6 Wochen. Dabei dehnt sich die Haut oberhalb des Expanders aus. Somit wird ausreichendes Gewebe gebildet, mit dem dann ein Implantat genügender Größe überdeckt werden kann. Nach 1-5 Monaten, nach dem die Endgröße des Expanders erreicht wurde, wird er durch ein Silikonimplantat ersetzt oder das bestehende gefüllte Implantat wird als Dauerlösung belassen.

Vorteile

  • Es müssen keine Hautlappen kompliziert verlagert werden.

  • Die Methode ist insbesondere für Patientinnen geeignet, deren Haut nach der Strahlungstherapie nicht beschädigt ist (nach der Radiotherapie kann die Haut fein sein).

  • Ist eine Nachoperation erforderlich, so kann jede beliebige andere Methode eingesetzt werden (z.B. der Latissimus-dorsi-Lappen).

Nachteile

  • Hoher Preis des Expanders.

  • Erforderliche Arztbesuche zur Füllung des Expanders.

  • Gefahr, dass sich der Expander von sich selbst leert.

Die letzte Möglichkeit in dieser Brustaufbau-Gruppe ist die Verwendung eines sog. Becker-Implantats. Grundsätzlich handelt es sich um ein Implantat, welches aus zwei Kammern besteht. Die eine ist mit Silikon gefüllt und die zweite wird mit Kochsalzlösung bis zur geforderten Größe gefüllt. Es kann also als ein Expander-Implantat bezeichnet werden.

Kombination von Eigengewebe und synthetischem Material

Bei dieser Methode wird die zur Überdeckung des eingesetzten Implantats erforderliche Haut durch die Verpflanzung der Haut aus der unmittelbaren Region gewonnen. Am häufigsten wird ein Latissimus-dorsi-Lappen aus dem Bereich der anliegenden Körperseite verpflanzt.

Eine andere Methode, die noch nicht so lange verwendet wird, ist die Verpflanzung der Haut aus dem anliegenden Bauchbereich, sog. Bauchlappen. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass bei der Operation eigentlich keine neue Narbe entsteht, da der Eingriff aus der Narbe nach der Brustentfernung geführt wird. Die Operation erfolgt unter Vollnarkose und dauert 2-5 Stunden.

Vorteile des Brustaufbaus mit synthetischem Material:

  • kürzerer operativer Eingriff

  • wenig komplizierte postoperative Pflege

  • geeignet für kleinere Brust und schlanke Frauen

  • kein Funktionsdefekt der Bauchwand

Nachteile des Brustaufbaus mit synthetischem Material:

  • psychologischer Moment bei der Verwendung eines körperfremden Materials

  • problematische Nutzung im bestrahlten Bereich

  • Komplikationen bei der Anheilung des Implantats (Bildung einer Kapsel)

  • Korrektur der anderen Brust bei größerer Brust erforderlich

Brustaufbau bei Eingriffen, die das Brustgewebe schonen

Diese Methode wird immer häufiger eingesetzt. Dieses Prinzip wird in sog. prophylaktischer Mastektomie eingesetzt – also bei der Entfernung des Brustgewebes bei Frauen, bei denen in der Familien-Krankengeschichte Brustkrebs vorkommt und ein unklarer mammographischer Befund gegeben ist. Die Rekonstruktionstechniken, die danach folgen, nutzen die klassischen Methoden der Bruststraffung. Meist ist eine beidseitige Brustkorrektur erforderlich, um Symmetrie zu erreichen. Mehr zu diesen Eingriffen finden Sie unter Bruststraffung (Breast-lift, Mastopexie).

Nächste Etappe der Brustrekonstruktion

In den nächsten Etappen befassen wir uns mit der Korrektur der Symmetrie des kontralateralen Brustgewebes. Dann folgt der Aufbau des Warzenhofs mit der Brustwarze, sofern diese Strukturen bei der Mastektomie selbst nicht behalten wurden.

Korrektur der Symmetrie

Mit diesem Thema haben wir uns bereits in einem anderen Artikel befasst. Zur gleichen Zeit werden ggf. die Größe und die Form der zweiten Brust korrigiert (Brustkorrektur).

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Nach mehreren Monaten (1-3) werden die neue Brustwarze und der Warzenhof rekonstruiert.

Warzenhofaufbau:

  • NICHTCHIRURGISCHE BEHANDLUNG

o Tätowierung

o Prothetische Lösung

  • CHIRURGISCHE BEHANDLUNG

o Übertragung eines Teils des Warzenhofs aus der anderen Brust

o Übertragung eines Hautimplantats aus der oberen Schenkelinnenseite.

In der heutigen Chirurgie befassen wir uns mit dem Aufbau symmetrischer und farbidentischer Brustwarzen. Die erektile Funktion können wir noch nicht ersetzen, jedoch auch trotzdem hilft eine gelungene Operation Frauen, ihr Selbstbewusstsein wieder zu gewinnen.

Der Ersatz des Warzenhofs mit der Brustwarze kann mit einer nichtchirurgischen (Tätowierung, Prothetik) und/oder chirurgischen Methode erfolgen. Häufig kann die Tätowierung mit der chirurgischen Lösung kombiniert werden, wobei die Farbe des transplantierten Gewebes korrigiert wird. Die Tätowierung kann auch ohne Rekonstruktion eingesetzt werden, der Warzenhof mit der Brustwarze sieht dann jedoch ziemlich unnatürlich aus. Das Pigment ist sehr stabil, kann jedoch manchmal dunkler werden oder den Farbton anderweitig ändern. Wegen der Änderungen in der Farbe muss die Tätowierung wiederholt werden. Prothetische Ersatze werden heutzutage nur selten eingesetzt.

Für den chirurgischen Aufbau des Warzenhofs werden Hautspäne aus dem anderen Warzenhof oder aus der Schenkelinnenseite eingesetzt. Es kann ein Hautspan aus einer beliebigen Stelle genutzt werden, z.B. aus der Narbe nach der Mastektomie, jedoch in diesem Fall muss der Warzenhof durch Tätowierung gefärbt werden. Der Aufbau der Brustwarze ist eine schwierigere Aufgabe. Der Chirurge muss eine in der Form symmetrische und farblich identische Brustwarze modellieren. Die letzte Etappe der Rekonstruktion erfolgt ung. in 3 Monaten nach dem Aufbau des Brustgewebes. Es ist wichtig, dass das Brustgewebe geheilt und seine Form stabil ist. Ist der Aufbau des Warzenhofs mit der Brustwarze einseitig, so ist der Chirurg um eine symmetrische Rekonstruktion bemüht. Erfolgt die Rekonstruktion beidseitig, so wählt der Chirurge die Form, die Größe sowie die Lage der Warzenhöfe nach Normen. Der Warzenhof ist ca. 10-12 cm von der Brustkorbmitte und ca. 20-22 cm vom Halsgrübchen entfernt. Die durchschnittliche Warzenhofgröße ist 40x40 mm.

Span aus der kontralateralen Brustwarze

Die beste Harmonie im Bezug auf die Struktur und Farbe wird beim Einsatz eines Hautspans aus der kontralateralen Brustwarze erreicht. Diese Lösung ist durch die ausreichende Größe der kontralateralen Brustwarze bedingt. Diese sollte im Schnitt nicht kleiner als 5 cm sein. Es gibt mehrere Möglichkeiten der Schnittführung. Am häufigsten wird sog. ringförmiges Transplantat verwendet, wobei ein gleichmittiger Kreis aus der gesunden Seite ausgeschnitten wird. Der äußere Teil des Kreises wird auf die andere Seite übertragen. Es gibt auch die Möglichkeit, ein spiralförmiges Transplantat einzusetzen, diese Methode wird jedoch heutzutage nicht mehr viel eingesetzt, da dabei unästhetische spiralförmige Narben entstehen.

Span aus der Schenkelinnenseite

Der Hautspan aus dem Schamleistenbereich, aus der Schenkelinnenseite und die Haut aus Schamlippen werden nach der Hauttransplantation farblich noch korrigiert und somit ist die Korrektur der kontralateralen oder transplantierten Brustwarze durch Tätowierung keine Ausnahme.

Ferner werden sog. AloDerm, ein Hautersatz, und oder Knorpel zur Formung der Brustwarze eingesetzt. Diese Operation ist sehr kreativ, aber häufig ist das Ergebnis nicht besonders zufrieden stellend und die Patientin muss Nachoperationen absolvieren, die dann das gewünschte Ergebnis bringen.

Brustwarzenaufbau

Die Operation kann unter lokaler Betäubung erfolgen.

  • Übertragung eines Teils der Brustwarze aus der anderen Brust

  • Rekonstruktion durch lokale Lappen

Rekonstruktion mit Span aus der kontralateralen Seite

Bei der Verwendung eines Spans aus der kontralateralen Seite muss die Brustwarze genügend groß sein. Der Chirurge schneidet einen genügend großen Keil (keilförmiger Brustwarzenaufbau), sodass die beiden Brustwarzen im Ergebnis dann symmetrisch sind. Ein ähnliches Ergebnis wird auch dadurch erreicht, dass die Warzenspitze abgeschnitten und dann auf die andere Seite transplantiert wird.

Rekonstruktion mit lokalen Hautlappen

Bei dieser Technik werden mehrere Methoden genutzt, mit welchen die Brustwarze aufgebaut werden kann. Es handelt sich z.B. um sternförmige oder U-förmige Lappen, S-Lappen, CV-Lappen, Skate-Lappen, zentralen Lappen.

Die Therapie der Patientinnen mit rekonstruierter Brust dauert lange und die Patientinnen werden lebenslang mindestens überwacht. Trotzdem erhöht der Brustaufbau das Selbstbewusstsein der Patientinnen und verbessert nicht nur deren privates, sondern häufig auch berufliches Leben.

Postoperative Pflege

Nach einer Brustrekonstruktion mit Eigengewebe oder mit Kombination von Eigengewebe und synthetischem Material muss die Patientin 1-3 Wochen in der Klinik bleiben. Nach 2-4 Wochen kann sie den gewöhnlichen Tagesablauf und Rehabilitation absolvieren. Körperliche Anstrengung und Sport sind nach 3 Monaten zu empfehlen, dies hängt vom Fortschritt des Heilungsprozesses ab. Der Bereich der aufgebauten Brustwarze neigt sehr zu postoperativen Infektionen. Deshalb wird er mit antibiotischen Salben behandelt und mit einem gewöhnlichen Brusthüttchen oder einer speziellen Abdeckung geschützt, die uns in der Klinik empfohlen wird. Nicht nur nach der Operation, sondern auch für den Rest ihres Lebens sollte die Patientin Wert auf eine gesunde Lebensweise legen und aufhören zu rauchen. Der Hauptgrund, warum das Rauchen abzugewöhnen ist, ist eine schlechtere Durchblutung der Gewebe bei Rauchern und dadurch auch ein häufigeres Absterben von Transplantaten, die auf die Blutzufuhr sehr empfindlich reagieren.

Ergebnisse und deren Nachhaltigkeit

Die Nachhaltigkeit der Tätowierung ist nicht besonders gut, der Warzenhof kann jedoch erneut gefärbt werden. Das Ergebnis der Rekonstruktion des Warzenhofs mit der Brustwarze ist sehr individuell und hängt vom Lebensstil, von den Bewegungen der Gewebe während der Heilung und von Änderung der heilenden Narbe ab. Ist die Patientin mit der Rekonstruktion zufrieden und hält sie eine gesunde Lebensweise ein, so beugt sie Komplikationen vor und der Effekt ist nachhaltig.

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Risiken

Da den Brustaufbau Frauen nach der Brustentfernung wegen Brustkrebs absolvieren, fürchten die plastischen Chirurgen, Onkologen und Gynäkologen einen erneuten Ausbruch der Krankheit. Die Patientinnen müssen keine Angst haben, da der Brustaufbau Screeningkontrollen erlaubt und auch kein häufigerer Rückfall des Brustkrebses nachgewiesen ist. Ferner fürchten Ärzte auch eine schlechtere Durchblutung des Gewebes und die anschließende Nekrose. Ähnlich wie jede Operation ist auch dieser Eingriff durch Infektions- und Blutungskomplikationen begleitet. Bei der Anwendung der Kombination von Eigengewebe und Implantat besteht ein kleines Risiko, dass das Implantat zwischen den Muskeln austritt. Sehr selten ist die Bildung einer sog. kapsulären Kontraktur, bei der die aufgebaute Brust zwar heilt, aber während der Heilung eine feste Bindegewebehülle um das Implantat entsteht. Unerwünscht sind auch Änderungen in der Form und der Lage des Implantats.

Finanzierung

Nach der Brustentfernung wegen Brustkrebs wird die Brustrekonstruktion durch die Krankenkasse vergütet.

Aktualisiert: 11.02.2013

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