Lipofilling, Lipotransfer, Lipostructure

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Die Eigenfett-Transplantation (fat grafting, lipofilling, lipostructure®) ist eine äusserst elegante Methode, verlorenes Volumen wieder aufzufüllen. Da die Fettzellen vom eigenen Körper stammen, werden sie nicht abgestossen, sondern wachsen am Ort der Transplantation an und bleiben dort dauerhaft bestehen.

Das körpereigene Fettgewebe wird mit dieser Methode an den gewünschten Stellen entnommen und an die zu korrigierende Stelle transplantiert. Die Eigenfett-Transplantation macht es somit möglich verschiedenste körperformende Eingriffe ohne Implantate vorzunehmen. Eigenfett-Transplantationen sind aus diesem Grund in der Medizin seit über 120 Jahren ein Thema.

Geschichte

Als eigentlicher „Vater“ der Eigenfett-Transplantation gilt der US-Amerikaner Sydney Coleman: in den 90er Jahren publizierte er die Bedeutung der schonenden Fettentnahme sowie des Prinzips der mehrschichtigen Einbringung des Fett-Transplantates, um die Einheilungsrate zu verbessern. Seither hat Dr. Coleman dieses Verfahren kontinuierlich verfeinert und die Resultate seiner Arbeit an der Brust im März 2007 in der renommierten Zeitschrift "Plastic and Reconstructive Surgery" veröffentlicht. Mit der Entdeckung, dass die beim Lipofilling mittransplantierten Stammzellen im Fettgewebe eine entscheidende Rolle bei der Überlebensrate der transplantierten Zellen zukommt, erfuhr die Eigenfett-Transplantation einen weiteren Entwicklungsschub.

Einsatzgebiet

Um eine ästhetische Volumen- bzw. Formkorrektur zu erzielen kann Eigenfett grundsätzlich in alle Körperregionen eingebracht werden. Typische Zonen für die Eigenfett-Transplantation im Gesicht sind der Wangenknochenbereich, die Augenhöhlen, die Schläfen, die Wangen, die Nasolabialfalten und das Kinn resp. der Kieferbereich. Auch im Bereich der Lippen sind eindrückliche Resultate möglich. Im Gesicht stellt die Eigenfett-Transplantation somit eine dauerhafte Alternative zu künstlichen und resorbierbaren dermalen Fillern dar (Hyaluronsäure, Polymilchsäure, usw.). Die Kosten sind auf lange Sicht geringer, weil die Ergebnisse von Dauer sind und der Eingriff nach Erreichen des gewünschten Effektes nicht mehr wiederholt werden muss. Der Aufwand einer Eigenfett-Transplantation ist jedoch deutlich höher als bei der Verwendung von synthetischem Material.

Auch die weibliche Brust stellt eines der Haupteinsatzgebiete dar. Daneben wird die Eigenfett-Transplantation auch für Handrücken, Gesäss („Brazilian Buttlift“), äussere Schamlippen und Penis benutzt.

Technik

Benötigt man nur wenig Fett, so kann das Fettgewebe unauffällig an irgendeiner Körperstelle entnommen werden. In der Regel verwendet man für diesen Eingriff spezielle Spritzen mit stumpfen Absaugkanülen. Das entnommene Fett wird anschliessend sorgsam gereinigt und speziell aufbereitet bevor es wieder in die gewünschten Areale eingespritzt wird. Die Methode, die dabei zur Anwendung kommt, wurde von Dr. Sidney Coleman im Laufe der frühen 80er Jahre entwickelt und seither kontinuierlich verbessert. Um eine bessere Anwachsrate zu ermöglichen, wird das entnommene Fett, v.a. für den Gesichtsbereich, mit vorher gewonnenem PRP (Platelet-Rich Plasma, aus Eigenblut) angereichert, welches besonders viele Stammzellen enthält.

Sind hingegen grössere Mengen an Fett notwendig, so können diese nur im Rahmen einer Liposuction (Fettabsaugung) gewonnen werden. Aufgrund der Fragilität der Fettzellen, können diese aber nicht mit der herkömmlichen Tumeszenz-Methode abgesaugt werden. Die zu infiltrierende Flüssigkeit sollte vor der Operation auf Körperwärme erhitzt und nur unter wenig Druck ins Gewebe eingespritzt werden. Auch der verwendete Sog zur Absaugung sollte reduziert sowie ein möglicher Kontakt der Fettzellen mit Sauerstoff verhindert werden. Hierzu werden heutzutage besondere Filtersysteme angeboten.

In den meisten Fällen sind sowohl klein- wie auch grossvolumige Fett-Transplantationen in Lokal- oder Sedationsanästhesie möglich.

Risiken und Komplikationen

Die Bildung sog. Ölzysten, gilt als Hauptproblem bei einer Eigenfett-Transplantation. Diese entstehen durch Einschmelzen nicht eingeheilter Fettzellen. Ebenfalls kann es, v.a. bei grossvolumigen Transplantationen, zu Verkalkungen im Gewebe kommen. Allergische Reaktionen sind lediglich auf die verwendeten Medikamente, jedoch nicht auf das Eigenfett möglich. In seltenen Fällen kann es auch zu Entzündungen kommen, welche jedoch in der Regel gut mit Antibiotika beherrscht werden können. In manchen Fällen ist eine Zweitbehandlung notwendig. Dies v.a., wenn ein grosser Volumenaufbau geplant ist.

Verlauf

Das endgültige Ergebnis kann nach 3 – 6 Monaten beurteilt werden. In der Regel wachsen zwischen 50 – 60% der transplantierten Zellen dauerhaft an. Selbstverständlich unterliegen die transplantieren Fettzellen ebenfalls dem Fettstoffwechsel, sodass es bei grösseren Zu- oder Abnahmen des Körperfettanteils auch zu Veränderungen innerhalb des transplantierten Areals kommt.

Aktualisiert: 28.01.2015

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