Wenn das Brustimplantat verrutscht

Vor einer Brustvergrößerung müssen zahlreiche Entscheidungen getroffen werden, um bestmöglich auf die Wünsche und Vorstellungen des Patienten eingehen zu können. Welche Form, Größe und Füllung ist die richtige? Welche Rolle spielen die Oberfläche und das Volumen? Wie lässt sich ein besonders schönes und natürliches Ergebnis erreichen? Wie groß sind die Risiken der verschiedenen Brustimplantate und Operationsmethoden? Besonders die Angst vor dem Verrutschen der Implantate spielt bei vielen Frauen eine wichtige Rolle bei Ihrer Entscheidung für eine Brustvergrößerung. Erfahren Sie, wie es zur Deformierung der Brust durch Implantate kommen kann und welche Lösungen es gibt.

Wenn ein Implantat verrutscht, dann hat es seine Position sichtbar und fühlbar verändert oder sich gar verdreht. Diese Veränderung wird recht schnell von der betroffenen Frau bemerkt, sie darauf allerdings mit Ruhe reagieren sollte.

Denn ein fachkundiger Facharzt für ästhetische und plastische Chirurgie kann hier Abhilfe schaffen. Ein erster Schritt allerdings zur Vermeidung einer solchen Komplikation liegt in der Wahl der Brustimplantate sowie der Operationsmethode.

Wahl der Brustimplantate und Operationsmethode

Grundlegend lassen sich runde von anatomischen (tropfenförmigen) Brustimplantaten unterscheiden. Während die runden Implantate leichte Drehungen zulassen und Formveränderungen so gut wie nicht vorkommen, verfügen die anatomischen Gegenstücke nicht über diese Flexibilität. Allerdings versprechen die tropfenförmigen Implantate ein natürlicheres Ergebnis.

Auch die Oberflächenbeschaffenheit kann eine Rolle spielen, da angeraute Brustimplantate besser mit dem sie umgebenden Gewebe verwachsen. Heutzutage entscheiden sich die meisten Fachärzte und Patienten zudem eher für Silikonkissen statt für Implantate mit Kochsalzlösung, die schneller reißen und auslaufen können, was sowohl eine Formveränderung als auch ein gluckerndes Geräusch nach sich ziehen kann.

Die Operationsmethode unterscheidet zwischen drei verschiedenen Schnittführungen und der Positionierung der Implantate in der Brust. Die Schnitte können entweder in der Achselhöhle, entlang der Brustwarzen oder in der unteren Brustfalte gesetzt werden. Die Implantate werden je nach Beschaffenheit der Brust und den Wünschen des Patienten unterschiedlich positioniert:

Implantate

Grundlegend lassen sich runde von anatomischen Brustimplantaten unterscheiden

  • Submammare Lage: Das Brustimplantat wird vor dem Brustmuskel und hinter der Brustdrüse eingesetzt, was bei sehr kleinen Brüsten vielversprechend ist
  • Subfasciale Lage: Das Implantatkissen liegt vor dem Brustmuskelgewebe, aber unter der Faszie (Muskelumhüllung), wodurch eine stabilere Festigkeit sowie bessere Bedeckung der Weichteile entsteht
  • Subpectorale Lage: Das Implantat befindet sich hinter dem Brustmuskel, wodurch eine höhere Festigkeit und Stabilität ergibt

Wichtig für die stabile Formgebung der Implantatkissen ist die optimale Vorbereitung der Implantatloge, d.h. die Taschen, in die die Kissen implantiert werden, durch einen erfahrenen und vertrauenswürdigen Chirurgen. Da trotzdem nicht hundertprozentig gewährleistet werden kann, dass die Implantate verrutschen, kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen.

Verrutschen der Implantate

Was passiert, wenn ein Defizit des Implantats vorliegt, sich seine Form oder Lage verändert hat? Wie werden diese Komplikationen sichtbar?

  • Rippling: Werden sehr weiche Implantate in eine Brust mit wenig eigenem Gewebeanteil eingesetzt, so kann es zu einer Faltenbildung, dem sog. Rippling, kommen. Die Falten können fühlbar und/oder sichtbar sein. Wenn das Implantatkissen allerdings von genug Muskelgewebe umschlossen ist, besteht so gut wie kein Risiko dieser Art von Faltenbildung.
  • Wellen bzw. doppelter Brusthügel: In sehr seltenen Fällen ist es möglich, dass zwar das Brustimplantat an der vorgesehenen Position bleibt, aber das eigene Gewebe einfällt. In diesem Fall können Wellen oder sogar zwei Brusthügel erkennbar werden.
  • Kapselfibrose: Die häufigste Komplikation nach einer Brusttransplantation ist die Kapselfibrose oder Kapselkontraktur. Es handelt sich um eine Verhärtung des Gewebes um das Brustimplantat, was zu einer Verformung der Brust sowie zu Schmerzen führen kann.
  • Auslaufen: Implantate mit Kochsalzlösung haben den Nachteil, dass Sie mitunter undicht werden können. Das Füllmaterial ist zwar nicht gefährlich für den Körper und wird auf natürliche Weise abtransportiert, aber durch das fehlende Volumen im Implantat können Deformierungen und Gluckgeräusche entstehen.
  • Platzen: Durch starke Gewalteinwirkung von außen, beispielsweise einen Unfall, können die Brustimplantate reißen oder sogar platzen.

Lösungsansätze für verrutschte Brustimplantat

Im Falle von verrutschten Brustimplantaten bleibt keine andere Möglichkeit als die postoperative Entfernung bzw. Korrektur. Das Implantat wird neu positioniert, falls es sich noch in einem guten Zustand befindet und die Patientin es nicht entfernen oder ersetzen möchte. Wird ein Kissen ersetzt, so sind i.d.R. keine neuen Narben zu erwarten, da die vorherige Schnittführung wiederholt werden kann.

Die beste Lösung liegt allerdings darin, dem Verrutschen der Brustimplantate vorzubeugen. Zum einen, indem ein erfahrener und vertrauenswürdiger ästhetisch-plastischer Chirurg konsultiert wird, der die Patientin optimal berät und sie über alle Möglichkeiten, Risiken und Nebenwirkungen aufklärt.

Verband nach der OP

Im Falle von verrutschten Brustimplantaten bleibt nur die Nachkorrektur übrig

Zum anderen lässt sich das Risiko einer späteren Deformierung der Brüste vermeiden, indem die Patientin sich konsequent an die erforderlichen Schritte in der Erholungsphase hält.

So ist gerade nach einer Vollnarkose ein 1-3 tägiger Klinikaufenthalt vorgesehen, doch auch nach einem ambulant durchgeführten Eingriff unter Lokalanästhesie sollte die ersten Tage bis Wochen absolute Ruhe eingehalten werden.

Für 6-8 Wochen muss zudem ein spezieller Kompressions-BH getragen werden, damit die Wundheilung unterstützt wird und die Brust die neue Form beibehält. Die Patienten ist angehalten, ruckartige Bewegung und anstrengende körperliche Arbeit oder schweres Heben während der ersten 6 Wochen zu vermeiden. Außerdem empfiehlt sich das Schlafen in Rückenlage.

Was tun, wenn das Implantat verrutscht oder Geräusche von sich gibt?

Vor allem sollte in diesem Fall erst einmal Ruhe bewahrt werden. Es ist wenig sinnvoll, eine hektische oder überstürzte Entscheidung zu treffen.

Stattdessen ist es ratsam, den Arzt zu konsultieren, der die Brustvergrößerung mit Implantat vorgenommen hat und einen Termin zu vereinbaren. Er wird wissen, ob die Lage des Implantats korrigiert oder gar das gesamte Implantatkissen ersetzt werden muss.

Es sollte in jedem Fall vermieden werden, an der Brust herumzudrücken, um das Implantat so in seine ursprüngliche Form und Lage zurückzuschieben. Hat sich diese verändert, so handelt es sich um ein eindeutiges Indiz dafür, dass etwas nicht stimmt und von einem kompetenten Facharzt korrigiert werden muss.

Aktualisiert: 05.02.2020

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