Haartransplantation (Haarverpflanzung)

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Wenn das Haar lichter geworden ist, schrumpft meist auch das Selbstwertgefühl. Wirksame Abhilfe ist da sehr gefragt. Die Ursachen für den Haarverlust können vielfältig sein: Häufig ist er genetisch bedingt, aber auch bestimmte Erkrankungen, Unfälle oder Verbrennungen können eine Rolle spielen. Treffen kann es gleichermaßen Männer wie Frauen. In vielen Fällen lässt sich durch eine Haartransplantation wieder für volleres Haar sorgen. Dafür gibt es verschiedene Verfahren, die in den letzten Jahren immer mehr verfeinert werden konnten.

Anwendungsbereiche

Eine Haartransplantation eignet sich vor allem in folgenden Fällen:

  • bei erblich bedingtem Haarausfall
  • bei Verletzungen und Verbrennungen der Kopfhaut
  • bei schwach ausgeprägtem Bartwuchs

Abgesehen vom Auffüllen der Kopfbehaarung und der männlichen Bartzone ist das Verfahren auch für die Verdichtung der Augenbrauen und der Wimpern geeignet. Erblich bedingter Haarausfall ist der häufigste Anlass für eine Haartransplantation.

Ursachen für Haarausfall

Bei Männern wie bei Frauen ist erblich bedingter Haarausfall auf eine Überempfindlichkeit gegen das Hormon Dihydrotestosteron (DHT) zurückzuführen. Die üblichen Folgen sind:

  • Die Wachstumsphase der davon erfassten Haarwurzeln verkürzt sich, bis die Haarfollikel schließlich verkümmern und gar keine Haare mehr hervorbringen.
  • Bei männlichen Betroffenen bilden sich meist als Erstes die bekannten „Geheimratsecken“ im linken und rechten oberen Stirnbereich. Ein zweiter Schwerpunkt der Glatzenbildung ist in der Regel der hintere Oberkopf. Die haarlosen Stellen breiten sich in alle Richtungen immer weiter aus.
  • Bis auf einen Restbewuchs am Hinterkopf können die Kopfhaare schließlich fast vollständig zurückgehen.
  • Bei Frauen hingegen wird das Haar meist in allen Kopfregionen lichter. Vornehmlich betroffen ist bei ihnen die Scheitelzone.

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Für wen kommt die Haartransplantation in Frage?

Vor einer Haartransplantation erfolgt eine genaue Untersuchung. Sie muss Kopfhaut und Haupthaar beziehungsweise die sonstigen Behandlungszonen einbeziehen. Liegt bei der Patientin oder dem Patienten Haarausfall vor, bekommt man so Aufschluss über die genaue Ursache. Nicht sinnvoll ist eine Haartransplantation, wenn der Haarausfall auf eine bestimmte Krankheit zurückgeht. Hier sind andere Behandlungsverfahren angezeigt. Vor jeder Haartransplantation ist eine ausführliche Beratung unverzichtbar. Der behandelnde Arzt sollte realistisch darlegen können, welche Verbesserungen im individuellen Fall durch die Haartransplantation möglich sind.

Beim Abwägen des Für und Wider vor einer Haartransplantation sind folgende Punkte zu beachten:

  • Bei genetisch bedingtem Haarausfall wird vor einer Haartransplantation vielfach eine Therapie mit geeigneten Hormonpräparaten ausprobiert. Solche Medikamente können den Haarausfall oft aufhalten. Die Mittel müssen allerdings permanent eingenommen werden. Viele Patientinnen und Patienten finden die Ergebnisse einer solchen Behandlung nicht befriedigend.
  • Bei Männern wird empfohlen, mit einer Haartransplantation zu warten, bis der erblich bedingte Haarausfall seine größte Wirkung bereits entfaltet hat. Das ist meist in einem Alter um die 35 Jahre der Fall.
  • Der behandelnde Arzt muss vor einer Haartransplantation abklären, ob Patientin oder Patient an Allgemeinerkrankungen leiden, die der Behandlung entgegenstehen könnten.

Das Behandlungsprinzip

Für die Haartransplantation bei Männern macht man sich einen günstigen Umstand zunutze: Selbst bei erblich bedingtem Haarausfall von starker Ausprägung bleibt der Hinterkopfbereich stets verschont. Die dortigen Haarfollikel sind immun gegen die Wirkung des Dihydrotestosterons, das den Haarausfall auslöst. Aus der Hinterkopfzone entnommene Haare bleiben daher auch nach der Verpflanzung in einen anderen Kopfbereich üblicherweise erhalten. Bei Frauen wird meist ebenfalls der Hinterkopf zur Entnahme der Spenderhaare gewählt, weil das am unauffälligsten ist.

Auch Körperhaare können für eine Haartransplantation verwendet werden. Je nach Zielzone ist auch hier eine genaue Untersuchung der Haarbeschaffenheit ein Muss: Körperhaare unterscheiden sich in Gestalt und Aussehen nämlich meist deutlich von Kopfhaaren. Für das Auffüllen der Barthaarzone oder den Aufbau von Augenbrauen- oder Wimpernbehaarung können sich Körperhaare jedoch gut eignen.

Die häufigsten Transplantationsverfahren

Für die Haartransplantation sind im Laufe der vergangenen Jahrzehnte unterschiedliche Verfahren entwickelt worden. Welches davon gewählt wird, hängt vom Einsatzzweck, von der Menge der zu transplantierenden Haare und von den Möglichkeiten des behandelnden Arztes ab. Die wichtigsten Verfahren:

  • Bei der FUT-Technik (Follicular Unit Transplantation = engl. für „Verpflanzung follikulärer Einheiten“) dient ein Kopfhautstreifen von etwa ein bis zwei Zentimeter Breite als Spenderzone für die zu verpflanzenden Haare. Der Hautstreifen wird als Ganzes aus dem Hinterkopfbereich von Patientin oder Patient entnommen. Anschließend wird die Schnittstelle vernäht. Aus dem Kopfhautstreifen werden in mikroskopischer Feinarbeit einzelne Follikelbündel von einem bis vier Haarfollikeln gewonnen. In der Fachsprache werden diese auch Grafts genannt. Die Grafts bereitet man in einer Nährlösung auf und prüft sie auf ihre einwandfreie Qualität. Anschließend erfolgt das Einpflanzen in der kahlen Kopfhautzone. Für jedes Follikelbündel wird dazu eine winzige Hautöffnung geschaffen.
    Beim FUT-Verfahren können für die Haartransplantation einige tausend Haarfollikel gewonnen werden. Ist der Bedarf besonders groß, bedient man sich von vornherein eines längeren Kopfhautstreifens. Die FUT-Technik ist eine Weiterentwicklung der älteren Strip-Technik. Hier wird ebenfalls mit einem Kopfhautstreifen gearbeitet, den man jedoch in größere Grafts aufteilt.
  • Bei der FUE-Technik (Follicular Unit Extraction = engl. für „Entnahme follikulärer Einheiten“) werden die Follikelbündel mit einer speziellen Hohlnadel einzeln aus dem Hinterkopfbereich herausgelöst. Tiefere Schnitte sind dabei nicht erforderlich. Die Haare müssen vorher lediglich kurzrasiert werden. Nach der Aufbereitung in einer Nährlösung werden die einzelnen Follikel auf ihre Eignung überprüft. Anschließend werden sie in der Zielzone wieder eingesetzt. Das FUE-Verfahren eignet sich zur Gewinnung von einigen hundert bis etwa tausend Haarfollikeln, bei mehr Zeitaufwand ist auch eine größere Ausbeute möglich. Das Verfahren wird bevorzugt bei geringerem Bedarf an Spenderhaar eingesetzt. Auch für die Entnahme von Körperhaaren ist es gut anwendbar.

Das Einpflanzen der Haarfollikel erfolgt bei beiden Verfahren so, dass das natürliche Verteilungsmuster der Kopfhaare möglichst gut nachgebildet wird. Eine örtliche Betäubung der Kopfhaut ist für die Haartransplantation ausreichend. Je nach Menge der zu verpflanzenden Haare sind eine oder mehrere mehrstündige Behandlungssitzungen zu veranschlagen. Eine Haartransplantation findet in der Regel ambulant statt, danach kann die Patientin oder der Patient wieder nach Hause gehen. Bei Männern wird nach einer Haartransplantation übergangsweise oft ein hormoneller Wirkstoff angewendet, um die betroffenen Haarwurzeln besonders zu schützen.

Nach der Behandlung

Bei einer Haartransplantation kommt es im Vergleich zu anderen Behandlungen der ästhetischen Medizin ausgesprochen selten zu unerwünschten Nebenwirkungen. Kurzzeitige Rötungen, Schwellungen und eine leichte Taubheit in den Behandlungszonen sind kurz nach der Haartransplantation normal. Diese Erscheinungen gehen normalerweise bald wieder zurück. Ausfallzeiten entstehen für Patientinnen und Patienten üblicherweise nicht.

Direkte Sonneneinstrahlung sollte nach der Haartransplantation vermieden werden. In der ersten Zeit kann die behandelte Kopfregion zum Beispiel mit einer Mütze oder einem Kopftuch bedeckt werden. Einige Tage nach der Haartransplantation können die Haare wieder gewaschen werden. Ein entstandener Grind löst sich dabei binnen zwei Wochen in aller Regel von selbst ab.

Narbenbildung

Die Narbenbildung nach einer Haartransplantation hängt vom angewendeten Verfahren ab:

  • Bei der FUT-Technik, wo mit einem herausgelösten Kopfhautstreifen gearbeitet wird, bleibt im behaarten Bereich des Hinterkopfes eine Narbe zurück. Längere Haare in der Umgebung können nach der Haartransplantation einen natürlichen „Vorhang“ bilden, der die schmale Narbe gut verdeckt. Wenn Patientin oder Patient die Haare am Hinterkopf sehr kurz tragen möchten, sollte eventuell ein anderes Transplantationsverfahren erwogen werden.
  • Bei einer Haartransplantation per FUE-Technik bleiben im gesamten Bereich, wo die einzelnen Haarfollikel entnommen werden, winzige Närbchen zurück. Sie sind allerdings unauffällig und nur aus größter Nähe sichtbar.

Mögliche Behandlungsergebnisse

In gesunder Kopfhaut wachsen die implantierten Haarfollikel in der Regel gut ein. Bei Rauchern oder Patienten mit bestimmten Allgemeinerkrankungen kann die Einwuchsrate etwas geringer sein. In der Behandlungszone stellt sich der endgültige Haarwuchs jedoch erst einige Zeit nach der Haartransplantation ein. Der Grund: Die verpflanzten Haare müssen zunächst den Nährstoffmangel überwinden, den sie in den Wochen nach dem Einsetzen unweigerlich erleiden. Die Haare, die in der Behandlungszone nach 5 bis 6 Monaten nachwachsen, bleiben in aller Regel dauerhaft erhalten. Normalerweise sind sie genauso vital und widerstandsfähig wie die von Natur aus vorhandenen Haare.

Zu bedenken bleibt: Die Fläche, die bei einer Haartransplantation mit Haaren aufgefüllt werden kann, ist notwendigerweise begrenzt. Schließlich kann aus der Hinterkopfregion nur eine beschränkte Menge von Haaren gewonnen werden. Als Faustregel gilt:

  • Bis zu 25 Haarfollikel pro Quadratzentimeter sorgen in der Behandlungszone bereits für ein ansprechendes Ergebnis.
  • Optimal sind etwa 45 Follikel pro Quadratzentimeter.

Mögliche Ergebnisse hängen also von der aufzufüllenden Fläche wie auch von der Anzahl gewinnbarer Haarfollikel ab. Diese Gegebenheiten sind bei jeder Patientin und jedem Patienten individuell verschieden. Ein Patient mit leichten Geheimratsecken etwa dürfte durch eine Haartransplantation nahezu voll wirkendes Haupthaar zurückerlangen. Bei einem Betroffenen hingegen, wo sich der Haarausfall über weite Teile des Kopfes ausgebreitet hat, kann eine Haartransplantation nicht überall neue Haare sprießen lassen. Sichtbare Verbesserungen beim Haarwuchs lassen sich jedoch in fast jedem Fall erreichen.

Gute Beratung ist das Wichtigste

Für die Einschätzung, ob eine Haartransplantation sinnvoll ist oder nicht, spielen viele Faktoren eine Rolle: die psychische Belastung der vom Haarverlust Betroffenen, ob andere Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, wie weit der Haarverlust fortgeschritten ist und von welcher Beschaffenheit die Haare sind. Wenn Sie eine Haartransplantation ins Auge fassen, ist es entscheidend, dass Sie sich in die Hände eines Arztes begeben, der damit reichlich Erfahrung hat. Er wird Sie umfassend untersuchen und objektiv über das Für und Wider beraten. Wenn Ihre Erwartungen realistisch sind, kann eine Haartransplantation bei Ihnen durchaus für ein stärkeres Selbstwertgefühl und mehr Lebensfreude sorgen.

Aktualisiert: 25.03.2015

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