Brustvergrößerung – Augmentation: Fragen und Fakten

Die Brust ist das ausdrucksvollste sexuelle Merkmal einer Frau. Daher ist es kein Wunder, dass auf den Webseiten die Fragen zur Brustvergrößerung in ihrer Häufigkeit gleich nach den Fragen zur Fettabsaugung folgen. Das Operationsergebnis wird durch mehr als 50 Faktoren beeinflusst. Bei einigen handelt sich um technische Aspekte, andere sind wiederum menschliche Faktoren. Dieser Artikel sollte - gewiss nicht erschöpfende – Antworten auf die häufigsten Fragen unserer Leserinnen geben.

Voroperative Untersuchung - die Brustuntersuchung vor der Brustvergrößerung ist wichtig und wird allen Frauen empfohlen, die sich einer Brustaugmentation unterziehen möchten. Diese Untersuchung ermöglicht, den voroperativen Zustand mit den späteren Kontrollen zu vergleichen. Bei Frauen im Alter bis 30 Jahre reicht eine Ultraschalluntersuchung, bei älteren Frauen ist dann eine Mammographie empfehlenswert.

Größe der Implantate - die neue Brust soll mit der Form und der Größe des Brustkorbs harmonieren und natürlich wirken. Das natürliche Aussehen hängt von der Höhe der Brüste, deren Breite sowie deren Abstand von der Brustkorbmitte ab. Die Brüste sollen auf den Seiten über den Brustkorb so herausragen, dass sie in einer Linie mit den Hüften sind.

Natürlich ist es möglich, nahezu jede beliebige Brust zu kreieren, allerdings je größer die Implantate sind, umso schneller erschlaffen die Haut und die Brust. Implantate, die zu groß sind, können unter der Haut sichtbar oder tastbar sein.

Wahl der Implantate - siehe Aufsatz Moderne Implantate - Dr.Med. Entner - Die anatomischen Implantate wurden bereits in den 80. Jahren hergestellt, ohne eine größere Verbreitung zu erreichen. Eine intensive Werbekampagne in den 90. Jahren hat das Interesse für diese Implantate geweckt. Deren größter Nachteil ist der ziemlich hohe Preis. Deren Vorteil war die Festigkeit des kohäsiven Gels - bei Implantaten, die unter die Haut platziert wurden, entstanden keine Rippen. Aus dem kohäsiven Gel bestehen heutzutage praktisch alle qualitativ hochwertigen Implantate. Aus deren Tropfenform profitieren ungefähr 15% Frauen. Bei den übrigen Frauen handelt es sich um unnötig hohe Ausgaben für ein Modeprodukt. Die anatomischen Implantate verwende ich seit 1996 und nach ca. einem Jahr ab dem Eingriff kann nicht gesagt werden, welche Patientin einen anatomischen Implantat und welche einen runden Implantat hat.

Operationstechniken - siehe Aufsatz Brustvergrößerung - Augmentation - Dr.Med. Točíková. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass sich jeder Operateur nach seinen Erfahrungen richtet und diejenige Operationstechnik bietet, mit der er die besten Ergebnisse erreicht. Die statistischen Daten zeigen jedoch, dass die meisten Komplikationen beim Zugang aus der Achsenhöhle, dagegen die wenigsten bei der Zugangsweise aus der Unterbrustfalte auftreten. Abgesehen von der Zugangsweise sollten die Komplikationen die 5% - Grenze nicht überschreiten.

Sicherlich brauche ich nicht zu betonen, dass ein Operateur, der große Erfahrungen mit einem bestimmten Schnitt hat, bessere Ergebnisse erreicht, als ein Operateur mit weniger Erfahrung.

Lage der Implantate - auch hier möchte ich auf den Aufsatz Dr. Med. Točíková hinweisen. Die natürlichsten Brustformen werden durch die Platzierung des Implantats unter die Brustdrüse erreicht. Eine andere Möglichkeit ist die Platzierung teils unter die Drüse und teils unter den Muskel - die Dual Plane-Technik, die bei ästhetischen Augmentationen immer beliebter wird. Die Platzierung der Implantate unter den Muskel hat natürlich ihre Gründe und manchmal ist es die einzige Möglichkeit zur Bildung neuer, größerer Brüste.

Ist Silikon krebserregend?

Etliche Studien, z.B. aus den USA, Kanada, Dänemark usw. bestätigten, dass bei Frauen mit Brustimplantaten kein erhöhtes Aufkommen von Brustkrebs gegeben ist.

Erschweren die Implantate die Möglichkeit, Brustkrebs zu entdecken?

Die meisten Studien, die mit gewöhnlichen mammographischen Geräten durchgeführt wurden, haben weder einen Unterschied zwischen der durchschnittlichen, zur Entdeckung des Krebses erforderlichen Zeit noch zwischen dem Krankheitsstadium bestätigt.

Dazu gibt es auch spezielle Mammograhen, die bei Patientinnen mit Implantaten verwendet werden.

Ferner wurde nachgewiesen, dass wenn bei Frauen mit Implantaten eine Krebserkrankung auftritt, wird diese klinisch meist früher entdeckt, als bei Frauen ohne Implantate.

Verursacht Silikon autoimmune Erkrankungen?

Etliche Studien, unter anderem auch eine Studie mit mehr als 7000 Frauen mit Brustimplantaten im Schweden, bestätigten, dass es keine direkte Verbindung zwischen diesen Krankheiten und dem Silikon gibt.

Die Gesellschaft amerikanischer Rheumatologen stellte fest, dass es keinen Grund gibt, Brustvergrößerung mit Implantaten bei Frauen mit Rheumatismus abzulehnen.

Sind übergroße Brüste attraktiv?

Psychologische Studien zeigen, dass für Männer Frauen am attraktivsten sind, die den gleichen Brustumfang und Hüftenumfang haben, z.B. 96-74-96 cm. Zu große Brust macht keinen ästhetisch positiven Eindruck.

Reduziert die Brustmassage die Kapselbildung?

Die übermäßige Vergrößerung des Narbengewebes um das Implantat hat viele Gründe. Gehen wir aus der Voraussetzung aus, dass diese ähnlich wie bei der Bildung einer hypertrophen Narbe sind, dann wird die Situation durch die übermäßige mechanische Reizung - Massage - eher verschlechtert. Die Kapsel kann sich spontan verbessern oder verschlechtern - hormoneller Einfluss, Schwangerschaft, Krankheiten usw.

Ist die Brustvergrößerung eine einfache Operation?

In den ersten 3 Jahren nach der Operation müssen in den USA 28 - 35% aller Patientinnen nachoperiert werden. Die Gründe dafür sind mehrere und können an dieser Stelle nicht näher analysiert werden. Wir müssen uns jedoch vor Augen halten, dass während die ästhetischen Kriterien z.B. im Gesicht ganz genau auf Millimetergröße festgesetzt sind, gibt es für eine ästhetische Brust keine messbaren Parameter. Die Brust ist ein anatomisches Organ, dass während des Lebens vielen Änderungen unterliegt - Pubertät, Schwangerschaft, Klimakterium usw. Dazu ändert sich die Form der Brust bei jeder Bewegung.

Es ist daher offensichtlich, dass die Brustvergrößerung keine schnelle Entscheidung, sondern ein gut durchdachter Schritt sein sollte. Es handelt sich um eine Änderung, die - im positiven sowie im negativen Sinne - jahrelang andauern kann.

Für ein gutes Ergebnis, das lange Zeit Freude macht, ist nicht nur ein erfahrener Operateur mit Sinn für Ästhetik notwendig. Ohne einen kooperativen, vernünftigen und realistisch denkenden Patienten wird das Ergebnis höchstens nur durchschnittlich.

Der Artikel stammt vom Dr. Med. Michael Entner und Dr. Med. Jiří Vrbický.

Publiziert: 04.11.2008

Autor

MUDr. Jiří Vrbický
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