Brustverkleinerung vs. Bruststraffung: Warum die Kombination häufig der Schlüssel zum Ergebnis ist

Bochum
Plastischer Chirurg
Erstellt am 5.02.2026 · Aktualisierung: 5.02.2026

Kurzüberblick: Bruststraffung (Mastopexie) behandelt v. a. Form und Position der Brust, Brustverkleinerung (Mammareduktion) reduziert Volumen und Gewicht. Bei großen Brüsten (Makromastie / Gigantomastie) werden in der Praxis beide Schritte sehr häufig kombiniert, um funktionelle Beschwerden und ästhetische Erwartungen gleichermaßen zu adressieren.


Ausgangslage: Große, schwere Brust und Beschwerden

Viele Frauen leiden unter einer zu großen und schweren Brust (Makromastie) mit körperlichen Beschwerden, die über das rein kosmetische Thema hinausgehen. Dazu zählen chronische Rückenschmerzen, Nackenverspannungen und Hautirritationen in der Unterbrustfalte (Intertrigo). Die Kombination dieser Symptome kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und führt häufig zur Suche nach einer operativen Lösung. Eine operative Reduktion kann medizinisch sinnvoll oder ästhetisch gewünscht sein.

Weiterführende Informationen zur Kombination von Volumenreduktion und Straffung finden Sie unter: Brustverkleinerung mit Straffung


Erklärvideo zur Brustverkleinerung und Straffung

Im folgenden YouTube-Video werden operative Abläufe, medizinische Hintergründe und typische Fragen aus der Praxis zur Brustverkleinerung und Bruststraffung verständlich erläutert:


Der feine Unterschied: Volumen vs. Form

Die Begriffe Bruststraffung und Brustverkleinerung werden medizinisch häufig gleichgesetzt, obwohl sie unterschiedliche Zielsetzungen haben:

Bruststraffung (Mastopexie)

  • Ziel: Anhebung und Neuformung der Brust bei erschlafftem oder abgesunkenem Gewebe.
  • Wesentlicher Punkt: Es wird kein oder nur minimal Volumen entfernt.
  • Anwendung: Nach Schwangerschaft, Stillzeit, Gewichtsverlust oder bei genetisch bedingter Formveränderung – teilweise bereits ab der Pubertät.

Brustverkleinerung (Mammareduktion)

  • Ziel: Reduktion von Volumen und Gewicht zur funktionellen Entlastung.
  • Technik: Entfernung von Drüsen- und Fettgewebe mit gleichzeitiger Neuformung.
  • Anwendung: Bei Makromastie oder Gigantomastie mit körperlichen Beschwerden.

Wichtiger Unterschied: Straffung auch ohne Verkleinerung möglich

Während eine Brustverkleinerung bei sehr großen Brüsten nahezu immer mit einer Straffung kombiniert werden muss – da eine große Brust aufgrund ihres Eigengewichts fast immer auch hängt –, kann eine Bruststraffung sehr wohl ohne Verkleinerung durchgeführt werden. Das ist der zentrale Unterschied zwischen beiden Eingriffen.

Die Bruststraffung ermöglicht es, die Form zu verbessern, ohne die Brust kleiner zu machen. Ziel ist es, die Brust anzuheben, den Hautmantel zu straffen und die Brustwarze neu zu positionieren, während das vorhandene Volumen weitgehend erhalten bleibt.

Gerade bei kleinen oder mittelgroßen Brüsten ist dieses Vorgehen häufig sinnvoll. Eine zusätzliche Volumenreduktion würde die Brust sonst unnötig verkleinern. Typische Indikationen für eine reine Straffung sind:

  • Formverlust nach Schwangerschaft oder Stillzeit
  • Brusterschlaffung nach deutlichem Gewichtsverlust
  • Angeborene oder früh entwickelte Formveränderungen, die bereits seit der Pubertät bestehen

In diesen Fällen steht nicht die Größe, sondern die Wiederherstellung einer harmonischen Brustform im Vordergrund. Die Brust wirkt nach der Operation fester, höher positioniert und ästhetisch ausgewogener – ohne an Volumen zu verlieren.


Warum die Kombination bei großen Brüsten sinnvoll ist

Bei ausgeprägter Makromastie sind Volumenreduktion und Straffung funktionell und ästhetisch eng miteinander verknüpft:

  • Nach reiner Volumenentfernung würde überschüssige Haut verbleiben.
  • Ohne Anhebung der Brustwarze entstünde keine stabile, ästhetische Form.

Daher wird bei der Brustverkleinerung nahezu immer eine Straffung integriert, um ein dauerhaft ausgewogenes Ergebnis zu erzielen.


Gemeinsame Ziele: Funktion, Ästhetik und Lebensqualität

Die richtige Wahl des Verfahrens – Straffung, Verkleinerung oder Kombination – kann:

  • orthopädische Beschwerden deutlich reduzieren,
  • Hautprobleme in der Unterbrustfalte minimieren,
  • und das Körpergefühl nachhaltig verbessern.

Fazit: Individuelle Planung ist entscheidend

Die Bruststraffung und die Brustverkleinerung sind zwei klar voneinander abzugrenzende Eingriffe mit unterschiedlichen Zielsetzungen. Während die Verkleinerung bei großen Brüsten fast immer eine Straffung erfordert, kann die Straffung sehr häufig ohne Verkleinerung sinnvoll durchgeführt werden. Entscheidend ist eine fundierte fachärztliche Analyse, um Größe, Form und Beschwerden korrekt zu bewerten und das individuell passende operative Konzept festzulegen.

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