Chemical Peelings – frischer Aussehen ohne Spritzen und Messer

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Zur Behandlung von Falten stehen heute verschiedenste Methoden zur Verfügung. Diese reichen von der Unterspritzung der Haut bei milden Fältchen bis hin zur Straffung des Gesichts mit einem Lifting. Was aber, wenn ein Lifting noch nicht angezeigt oder erwünscht ist? Was, wenn Unterspritzungen nicht den gewünschten Effekt zeigen? Was tun bei schalem Teint, schlechtem Hautbild oder Pigmentstörungen?

Schon in der Antike wurden verschiedene natürliche Substanzen zur Behandlung der Haut eingesetzt, um sie geschmeidiger und zarter zu machen. Kleopatra badete der Überlieferung nach gerne in vergorener Eselsmilch. Diese bewirkt ein mildes Peeling durch die darin enthaltene Milchsäure.
Die Griechinnen und Römerinnen hatten ebenfalls ihre Schönheitsgeheimnisse und verwendeten schwefel- und kalkhaltige Pasten zur Hautbehandlung. Viele dieser Mittel verschwanden mit dem
Mittelalter, andere wurden als Familiengeheimnisse überliefert und über Generationen weitergereicht. Die Vorläufer der ästhetischen Dermatologie und Chirurgie haben viele dieser Geheimnisse anfangs
des letzten Jahrhunderts wieder aufgegriffen und weiter entwickelt. 

Peeling ist nicht gleich Peeling

Aus diesen Erkenntnissen sind viele verschiedene Peeling-Methoden hervorgegangen.
Allen gemeinsam ist das Prinzip, dass die gealterte Hautoberfläche chemisch abgetragen wird und sich die Haut danach aus eigener Kraft regeneriert. Auf diese Weise können sonnengeschädigte
Haut und Pigmentflecken wirkungsvoll behandelt werden. Durch die Regeneration der Haut kann ausserdem ein Straffungseffekt erzielt werden, welcher feine Fältchen verschwinden lässt. Anders als bei der gezielten Behandlung von einzelnen, störenden Falten wird eine generelle Verjüngung
des gesamten Gesichts angestrebt. Man muss heute klar unterscheiden zwischen milden Peelings, wie sie in Kosmetikinstituten durchgeführt werden und aggressiveren Peelings, welche unter
ärztlicher Aufsicht erfolgen. Milde Peelings bewirken ein Ablösen der obersten Hornschichten, dringen aber nicht in die Tiefe. Dadurch sind sie risikoarm, haben aber nur einen begrenzt anhaltenden Effekt. Tiefer gehende Peelings haben grundsätzlich unter ärztlicher Aufsicht zu erfolgen, da sie ein erhöhtes Risikopotential aufweisen. Dafür kann mit einem richtigen Chemical Peeling auch viel mehr erreicht werden. Heute kommen verschiedene Substanzen wie Fruchtsäuren, Phenol,
Trichloressigsäure oder gemischte Lösungen zur Anwendung. Im Folgenden möchte ich gerne auf das Obagi Blue Peel eingehen. Eine Methode, die meiner Meinung nach besondere Erwähnung verdient. 

gmur2 Obagi Blue Peel®

Das Blue Peel wurde von Dr. Zein. E. Obagi, Gründer des Obagi Skin Health Institute in Beverly Hills, erfunden und populär gemacht. Die Methode wird seit vielen Jahren von Ärzten weltweit sehr erfolgreich eingesetzt. Das Obagi Blue Peel kann die Zeichen der Haut-Alterung und die Folgen von schädlichen Umwelteinflüssen wirkungsvoll beseitigen. Es ist ein gutes Instrument, um der Haut ihre natürliche Widerstandsfähigkeit, Regenerationsfähigkeit und Toleranz zurückzugeben, die sie im Laufe der Zeit verloren hat. Das Gesicht wirkt am Ende der Behandlung frischer und lebendiger, vielleicht sogar etwas jünger. 

Die Vorbehandlung 

Zum Blue Peel gehört eine Vorbehandlung, welche die Haut auf den Eingriff vorbereitet, die Wundheilung nach dem Eingriff beschleunigt und das Auftreten von Komplikationen vermindert. Im Zuge dieser Vorbehandlung kommen verschiedene «Cosmeceuticals» zur Anwendung, welche tief in der Haut Regenerationsvorgänge auf zellulärer Ebene auslösen und dabei die Reifung der Hautzellen und den Wassergehalt der Haut neu regulieren. Diese Vorgänge alleine verbessern das Hautbild bereits deutlich, bevor das eigentliche Peeling erfolgt. 

Die Behandlung 

Das Blue Peel wurde speziell auf die Behandlung von Störungen in den oberen und mittleren Hautschichten abgestimmt und lässt die tiefen Schichten unbeteiligt. Das Verfahren nach Dr. Obagi ist sicher in der Anwendung und hat kaum Nebenwirkungen. Durch die Einwirkung der Peeling-Lösung werden die Hautzellen Schicht für Schicht bis in die gewünschte Tiefe gezielt abgelöst und schliesslich abgeschält (-gepeelt). Die Intensität (Tiefe) der Behandlung wird auf den spezifischen Hauttyp abgestimmt und erfolgt nur so tief wie nötig. Abhängig von der Tiefe der Störung kann in gewissen Fällen mehr als ein Peeling nötig sein, um einen vollen Behandlungserfolg zu erreichen. Das Auftragen des Blue Peels erfolgt meist in Lokalanästhesie, welche je nach Tiefe mit einer Sedation (Dämmerschlaf) kombiniert wird. Erfolgt das Blue Peel für sich alleine, kann der Eingriff problemlos ambulant durchgeführt werden. In Kombination mit anderen Eingriffen, z.B. einer Oberlidstraffung oder einem Face Lift, wird der Eingriff eventuell in Narkose durchgeführt. Die Verbindung einer klassischen Straffungsoperation mit dem Blue Peel ist dabei nahezu optimal, weil so eine balancierte, harmonische Verjüngung des ganzen Gesichts erreicht werden kann. 

gmur1 Die Nachbehandlung 

Nach der Behandlung löst sich die Haut nicht sofort, sondern typischerweise erst nach 2 bis 3 Tagen in kleinen «Fetzchen» ab. Diese Phase dauert je nach Intensität der Behandlung circa eine Woche. Während dieser Zeit ist man nicht «gesellschaftsfähig». Ein spezielles Nachbehandlungsprogramm dient dazu, die Zeit nach der Behandlung angenehmer zu gestalten und das Auftreten von Schwierigkeiten bei der Heilung zu vermeiden. Während der Heilungsphase regeneriert sich aus eigener Kraft eine gesunde, frische Haut. Das Gesicht wird nach der vollständigen Heilung noch für 1 bis 2 Wochen gerötet sein. Diese Reaktion ist normal und deutlich weniger ausgeprägt als nach einem Laser-Eingriff. Jede medizinische Behandlung kann Komplikationen nach sich ziehen! Dazu gehören auch Infektionen oder Wundheilungsstörungen, welche im schlimmsten Fall Narben nach sich ziehen können. In der Hand des geübten Anwenders sind diese nach einem Blue Peel aber sehr selten, weil die tiefen Hautschichten nicht verletzt werden. Daher sind auch keine dauerhaften Aufhellungen des Gesichts zu befürchten. Entsprechend dem von der Patientin und Ihrem Arzt formulierten Therapieziel erfolgt die Behandlung für sich alleine oder als Kombination verschiedener Methoden. Je früher dabei mit einer Therapie begonnen wird, desto geringer ist meist der Aufwand einer Behandlung und desto länger kann eine Operation vermieden werden. 

Dr. med. R. Gmür, Klinik Tiefenbrunnen

Aktualisiert: 01.12.2013

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