Nichtchirurgische Faltenbehandlung - BOTOX® / DYSPORT®  

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Eine Glättung von Falten und ein jüngeres Aussehen kann man auch ohne chirurgischen Eingriff und ohne Narben, durch Anwendung von Botox/Dysport (Botulinum Toxin Typ A), erzielen. Anwenden kann man Botox®/Dysport® bei den Stirnfalten, Falten an der Nasenwurzel, Falten an den äußeren Augenwinkeln und bei Halsfalten. Der Eingriff dauert 5-10 Minuten und wird ambulant ohne Anästhesie durchgeführt. Das Endergebnis hält für 3 Monate. Die Behandlung kann in einem gewissen Abstand (alle 4-5 Monate) wiederholt werden.

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Worin besteht die Faltenbehandlung durch Botox®

Das Botulinumtoxin, auch Wurstgift genannt, wird von dem Bakterium Clostridium botulinum produziert. Botox® gehört zu den wirksamsten Giften und ist die Ursache der Erkrankung, die Botulismus genannt wird. Es handelt sich um eine sehr schwere Erkrankung, die das Nervensystem befällt, die beiderseitige Lähmung verursacht und bis zum Tod führen kann. Der Name kommt aus dem lateinischen Botulus vor, das Wurst heißt. Der Name hat der deutsche Arzt und Schriftsteller Justinus Kerner, der sich mit der Erforschung von Vergiftungen durch Nahrungsmittel während des Anfangs des 19. Jahrhunderts beschäftigt hat.

Zuerst wurde Botox® in der Augenheilkunde (zum ersten Mal 1984 bei der Behandlung von Strabismus) und in der Neurologie eingesetzt, erst später wurden seine Wirkungen bei der Glättung mimischer Falten und zur Heilung übermäßigen Schwitzens entdeckt. Die in der ästhetischen Medizin verwendete Menge des Toxins ist jedoch 1000mal kleiner, als die toxische Dosis. Es wird Botulinumtoxin Typ A verwendet. Die Wirkung des Wirksstoffes besteht in der Blockierung der Signalübertragung von den Nervenenden auf den Muskel. Der Muskel wird so gleichsam denerviert und in seiner Aktivität eingeschränkt. Dadurch kommt es zur Faltenglättung. Nach einer Dauer von 3-4 Monaten wird der Muskel jedoch erneut innerviert. Die Wirkung ist also reversibel und somit nicht dauerhaft.

Sind Sie ein geeigneter Kandidat für die Faltenbehandlung durch Botulinumtoxin?

Die Kontraindikation bei der Anwendung von Botulinumtoxin sind Schwangerschaft und Stillzeit. Die Mütter haben in dieser schönen Zeit bestimmt andere Sorgen als eine Faltenbehandlung. Bei Erkrankungen des Nervensystems (z.B. Myasthenia gravis), Allergien gegen einige Bestandteile des Präparats sowie bei Störungen der Blutgerinnung darf Botox nicht angewendet werden. Die Injektionen werden auch nicht bei der Entzündung des zu behandelnden Bereiches angewandt. Der Arzt sollte wissen, welche Medikamente der Patient nimmt. Die Einnahme bestimmter Antibiotika oder Medikamente gegen Herzarrythmie gelten als Kontraindikation für die Behandlung. Das ideale Alter für diese Behandlung ist zwischen 18 und 65 Jahren.

Ablauf der Faltenbehandlung durch Botulinumtoxin

Es handelt sich um eine ambulante Behandlung, die ca. 30 Minuten dauert. Die Botox® Behandlung erfolgt ohne Betäubung (ausnahmsweise kann die behandelte Stelle mit Eis leicht unterkühlt werden). Die Lösung wird mit einer sehr feinen Nadel /sog. Insulin-Nadel/ unter die Haut in den zu behandelnden Bereich gespritzt. Am häufigsten werden der Stirnbereich, die Nasenwurzel sowie der Augenbereich behandelt. Ein erfahrener Arzt im Bereich der Botox® Faltenbehandlung kann auch leichte Asymmetrien im Gesicht korrigieren bzw. kleine Falten im Bereich der Oberlippe behandeln.

Gibt es Einschränkungen nach der Botox® Behandlung?

Nach der Botox® Behandlung sollte sich die Patientin 4 Stunden lang nicht hinlegen, damit das Botulinumtoxin nicht in den Augenbereich einläuft und das somit das Absenken der Oberlieder verursacht. Ungefähr eine Woche sollte die Patientin auf Kosmetik, Solarium, Massagen u.ä. verzichten. Sie sollte auch mindestens für 12 Stunden auf Reiben und Kratzen der Stelle verzichten.

Kann es passieren, dass das Präparat unwirksam ist?

Ja, ausnahmsweise kann es passieren. Es gibt mehrere Ursachen dafür. Die Falten können ihre Ursache in verschiedenen anderen Mechanismen haben und nicht alle Ursachen kann man mithilfe von Botox behandeln. Auch eine niedrige Menge von Toxin oder eine schlechte Technik der Anwendung verschlechtert das Ergebnis dieses Eingriffes. Bei diesen Patientinnen können Antikörper vorhanden sein, die in der Vergangenheit durch einen sehr häufigen Einsatz von Botulinumtoxin gebildet wurden. Dann kann ein anderer Botulinumtoxintyp helfen.

Wie lange hält das Ergebnis an?

Die Wirkung hält nach der ersten Botox® Faltenbehandlung ca. 3 Monate, nach der zweiten ungefähr ein halbes Jahr und nach der dritten ungefähr 9-12 Monate. Je länger das Präparat eingesetzt wird, umso länger hält das Ergebnis an. Dennoch sind wir nicht in der Lage, ein Ergebnis zu gewährleisten, das länger als ein Jahr anhält. Der Patient kommt also einmal im Jahr oder er lernt, bestimmte Muskeln nicht zu verwenden, und dadurch verlängert sich der Abstand zwischen den einzelnen Behandlungen. Häufiger als 2mal im Jahr sollte die Botox Behandlung im gleichen Bereich (mit Ausnahme des ersten Jahres) nicht erfolgen. Ist die mimische Falte zu tief und sind die Kollagenfasern hier bereits zerstört, ist keine Glättung zu erwarten, sondern nur eine Reduktion der Falten. Hier kann das Botulinumtoxin mit einem geeigneten Füllmaterial, z.B. mit Kollagen oder Hyaluronsäure kombiniert werden.

BOTOX® / DYSPORT®

Anwendung

  • Reduzierung der Lachfalten

  • Entspannung der Zornesfalten  zwischen den Augenbrauen

  • Reduzierung der quer verlaufenden Stirnfalten

  • Entspannung des unerwünschten Gesichtsausdrucks (z.B. )

  • Linderung der Hyperhidrosis – des übermäßigen Schwitzens (an Achseln, Handflächen, Fußsohlen und im Gesicht)

Wirksamkeit

Zeitlich begrenzt 3-9 Monate.

Dauer des Eingriffes

10 -30 Minuten.

Kurze Stoffbeschreibung

Botulinumtoxin A (BoNT - A) ist ein Wirkstoff, der die Muskeln entspannt, das heißt, dass es direkt auf die Faltenursache wirkt, also auf die Muskelaktivität. Nach dem Einspritzen in den Muskel wird auf Zeit der Nervenimpuls blockiert, der die Muskelkontraktion auslöst. Deshalb ist dieses Behandlung bei mimischen Falten wirksamer als Präparate zur Faltenunterspritzung (Filler). Die Falten werden abgemildert oder verschwinden ganz. Zusätzlich wird die Entstehung von neuen Falten verhindert. Die Wirkung ist nicht dauerhaft, aber man kann den Eingriff ohne Probleme wiederholen.

Der Eingriff

Die Anwendung von Botox® oder Dysport® ist nahezu schmerzfrei. Die Lösung wird mit einer sehr feinen Nadel /sog. Insulin-Nadel/ unter die Haut in den Muskel eingespritzt, der die Falte oder den unerwünschten Gesichtsausdruck verursacht. Die Injektion verursacht ein brennendes Gefühl. Sofort nach dem Eingriff ist die Haut ein bisschen rot und leicht geschwollen. Das alles verschwindet nach einer Stunde. Sie müssen also keinen Urlaub nehmen. Gleich nach dem Eingriff können Sie wieder zur Arbeit gehen. Es wird empfohlen, mindestens eine Woche vor dem Eingriff keinen Alkohol zu trinken. Aspirin oder andere entzündungshemmende Medikamente müssen mindestens eine Woche vor dem Eingriff ausgesetzt werden, damit es nicht zur Bildung von unerwünschten Blutergüssen vorkommt.

Das Ergebnis

Das Ergebnis des Eingriffes ist schon nach 3 bis 6 Tagen sichtbar. Die Haut ist deutlich entspannter und die Falten sind weniger tief. Nach 14 Tagen ist das Ergebnis optimal. Dieses Aussehen hält 3 bis 4 Monate an. Je länger das Präparat eingesetzt wird, umso länger hält das Ergebnis an. Die Wirkdauer beläuft sich dann auf 6-9 Monate. Das Ergebnis unterscheidet sich nicht bei Frauen und Männern.

Die häufigsten Bereiche der Anwendung im Gesicht

Die Beseitigung von waagerechten Stirnfalten ist ein häufiger Wunsch der Patienten, die fast immer zu einem befriedigenden Ergebnis führt. Für diese Falten ist der Stirnmuskel (Musculus frontalis) verantwortlich, dessen Funktion es ist, sich mit der Stirnhaut und mit den Augenbrauen nach oben zu bewegen. Bei der Applikation von Botulinumtoxin ist es wichtig zu beachten, dass es nicht zur vollständigen Lähmung des Muskels kommt. Das könnte das Absinken der Augenbrauen oder eine starke Veränderung der Mimik verursachen. Deshalb werden mehrere Injektionen mit kleineren Mengen des Toxins benutzt. So kommt es nur zu einer gezielten Schwächung des Muskels.

Ein weiterer oft gefragter Bereich ist die sogenannte Glabellafalte, die erscheint, wenn man ein zorniges Gesicht macht. Diese Falte befindet sich zwischen den Augenbrauen, direkt über die Nase. Sie wird von mehreren Muskeln verursacht, in die die Injektion eingespritzt wird. Der Patient muss bei dem Eingriff ein finsteres Gesicht machen, um genau die Stelle zu bestimmen, wohin das Toxin gespritzt werden muss.

Die dritthäufigste Anwendung ist die Verbesserung von Falten im Augenwinkel. Zu den Ursachen der Entstehung dieser Falten gehören vor allem das Alter und die Wirkung der Sonnenstrahlen. Der Muskel, der in diesem Bereich arbeitet, wird auf Lateinisch Musculus orbicularis oculi genannt, also Augenringmuskel. Sein seitlicher Anteil ist auch das Ziel des Eingriffes. Falls Sie ein Absinken des Oberlides oder ein Schielen der Augen bemerken, wurden anscheinend zu viele Injektionen oder eine zu große Dosis des Toxins verwendet. Das seitliche Absinken der Augenbrauen wird durch einen verminderten Muskeltonus verursacht. Der Muskeltonus sinkt mit dem Alter und deshalb können die Muskeln das Gewebe nicht halten. Auch hier kann die Anwendung von Botox helfen.

Im Bereich der Lippen wird Botox® im Bereich der oberen Lippe und beim Absinken der Mundwinkel verwendet. Die Behandlung der Falten an den Oberlippen mit Botox erfordert einen erfahrenen Arzt, weil dieser Ort sehr empfindlich auf eventuelle Lähmung reagiert. Für die Verbesserung dieses Bereiches werden vor allem Kollagen und ähnliche Materialien verwendet. Auf der anderen Seite eignet sich Botox für die Beseitigung von Kinnfalten oder für die Korrektur von einigen kleinen Asymetrien im Gesicht.

Komplikationen

Nach dem Eingriff treten manchmal Kopfschmerzen auf, die meistens 2 Tage dauern. Bei einem sehr kleinen Prozentsatz der Patienten kann es zu einem Absinken der Augenlider kommen, das nach ca. drei Wochen wieder verschwindet. Seltene Komplikationen sind Symptome wie bei einer Grippe, Hautrötungen, Einblutungen an den Injektionsstellen, Übelkeit, Augentics, Schielen der Augen oder ein verschlechtertes Sehvermögen, sowie eine Muskelschwäche.

Die Anwendung von Botox® im Bereich des Halses

In der Hals-Unterhaut befindet sich ein flacher dünner Muskel, der Platysma genannt wird (Hautmuskel des Halses). Im Unterschied zu den anderen Muskeln hat er keinen direkten Kontakt zum Skelett, sondern zur Haut. Bei der Alterung des Körpers und durch Nachlassen der Elastizität bilden sich senkrechte Bindegewebestreifen am Hals. Durch die erschlaffende Haut bilden sich zusätzlich waagerechte Falten. Als Alterungsfaktoren gelten vor allem die genetische Dispositionen, Gewichtsveränderungen, aber auch Schädingungen hervorgerufen durch die Bestrahlung von Tumoren im Bereich des Halses, Kopfes und des oberen Teiles der Brust.

Für die Beseitigung der Falten im Halsbereich werden eher Operationsverfahren verwendet. Botulinumtoxin ist eine alternative Lösung bei älteren Patienten, die die Bedingungen für eine Operation nicht mehr erfüllen oder bei denen ein vorheriger Eingriff nicht erfolgreich war. Man kann aber Botulinumtoxin auch bei jüngeren Patienten verwenden. Diese Eingriffe verlangen einen erfahrenen Arzt, für ihre Durchführung gibt es mehrere Techniken. Die größte Gefahr bei diesem Eingriff besteht in der Injektion in einen benachbarten Muskel. Das kann Beschwerden beim Schlucken verursachen. In diesem Fall suchen Sie sofort Ihren Arzt, um nicht zur Aspiration von Futter vorzukommen. Zu den nächsten Komplikationen gehören Ödeme, Bluterguss oder auch Schmerzhaftigkeit und Schwächung der Muskeln und anderen Geweben am Hals. Sie tauchen aber nicht so oft auf.

Dieser Text entstand unter freundlicher Mithilfe von Dr.med. Pavel Krejzlík und Dr. med. Wolfgang Thriene.