"Minimal touch technik" – Vermeidung von Komplikationen in der Brustvergrößerung

Die Brustvergrößerung ist heutzutage einer der populärsten Eingriffe der ästhetischen Chirurgie. Es existieren viele Operationstechniken, unzählige verschiedene Varianten für Implantate – für die Patientin ist es fast unmöglich dabei den Überblick zu behalten. In diesem Artikel stellen wir Ihnen die „minimal touch Technik“ vor und erklären auf verständliche Weise die Vorteile.

Ablauf der Brustvergrößerung

Um die wesentlichen Vorzüge der "minimal touch Technik" verstehen zu können, muss man sich zunächst den grundsätzlichen Ablauf der Brustvergrößerung mit Implantaten vergegenwärtigen. Hierbei wird über einen kleinen Hautschnitt in der Unterbrustfalte ein Silikonimplantat entweder unter die Haut (subcutane Lage), oder unter den Brustmuskel (submukuläre Lage) eingebracht. Hierbei wird meist mit Probierimplantaten die ideale Implantatgröße abgeschätzt und erst im zweiten Schritt die eigentlichen dauerhaft im Körper verbleibenden Implantate eingebracht.

Komplikation: Kapselfibrose

Eines der wesentlichen Risiken der Brustvergrößerung mit Implantaten, ist die Kapselfibrose. Dieses Krankheitsbild betrifft einen geringen Anteil der Patientinnen nach der Operation. Hierbei bildet sich eine schmerzhafte Kapsel um das Implantat und kann zu erheblichen Verformungen führen. Durch moderne Implantate konnte die Gefahr, an einer Kapselfibrose zu erkranken deutlich verringert werden, jedoch kann diese unerwünschte Fremdkörperreaktion nie gänzlich ausgeschlossen werden.

Minimal touch Technik

Viele verschiedene Ursachen können zur Ausbildung einer Kapselfibrose führen. Ein möglicher Grund kann die Besiedelung des Implantats mit Bakterien sein, die natürlicherweise auf der Haut vorkommen. Durch die „minimal touch Technik“ wird der direkte und indirekte Kontakt des dauerhaft im Körper verbleibenden Implantats mit Bakterien der Haut erheblich minimiert – und damit auch die Gefahr der Kapselfibrose. Dies erreicht der Chirurg durch mehrere einzelne Maßnahmen, die in der Summe einen großen Effekt haben. Zunächst werden vor dem ersten Kontakt mit dem finalen Implantat die sterilen OP-Handschuhe gewechselt – und damit alle Bakterien, die von vorherigen Operationsschritten verblieben sein könnten, entfernt.

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Weiterhin wird das Implantat selbst zu jedem Zeitpunkt, wo es nicht im Körper ist, in einer desinfizierenden Lösung aufbewahrt. Schlussendlich, und wohl am wichtigsten: der Chirurg berührt das Implantat nur "minimal“: es wird über einen speziellen Einführ-Schlauch in die korrekte Position gebracht. Dabei wird das Implantat nur indirekt berührt und es kommt nicht zu einem direkten Hautkontakt. Darüber hinaus wird die Tasche in der das Implantat zumeist unter dem Muskel liegt nicht mit einem direkten Handgriff des Chirurgen unter den Muskel präpariert. Stattdessen werden lange Instrumente verwendet, um die Tasche ohne direkten Zugriff zu präparieren. Auch dadurch erhöht sich das Maß an Sterilität.

Die `grobe` Manipulation durch die Hand des Chirurgen, die stumpf den Muskel ablöst wird ebenso ausgeschaltet und stattdessen wird filigran und atraumatisch (d.h. sehr gewebeschonend) gearbeitet. Dadurch erhöhte sich zwar die OP Zeit geringfügig, allerdings erholen sich die Patientinnen schneller von dem Eingriff. Die postoperativen Schmerzen sind geringer und ebenso die OP – Risiken nehmen durch diese Technik aufgrund der Präzision der Taschenbildung deutlich ab.

Warum ist diese Technik nicht Standard?

Die Antwort auf diese Frage ist letztlich ganz leicht: eine Kapselfibrose tritt meist erst sehr spät, sprich mehrere Jahre, nach der Operation auf und lässt sich daher keineswegs direkt mit der Operation in Verbindung bringen. Daher ist es in jedem Fall Qualitätsmerkmal, wenn Ihr behandelnder plastischer Chirurg trotzdem großen Wert auf diese vermeintlichen "Kleinigkeiten" legt. Ein optimales Ergebnis lässt sich eben nur mit akribischem und sorgfältigem Vorgehen bei jedem Teilschritt der Operation erzielen.

http://www.sinis-aesthetics.de/

Publiziert: 28.06.2017

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