Wann übernimmt dir Krankenkassen die Entfernung von Muttermalen?

Muttermale und Leberflecke werden von einigen Menschen als störend empfunden. Das ist vor allem dann der Fall, wenn sie sehr zahlreich auftreten oder sich an gut sichtbaren Stellen befinden. In anderen Fällen müssen sie entfernt werden, weil sie verdächtig wirken und entarten könnten. Jeweils interessant ist, wie dabei vorgegangen wird und mit welchen Kosten Betroffene rechnen müssen.

Warum entstehen Muttermale beziehungsweise Leberflecke?

Muttermale und Leberflecke werden in zwei Kategorien eingeteilt:

  1. Die angeborenen Muttermale: Wie die Bezeichnungen verraten, bestehen die angeborenen Leberflecke seit der Geburt.
  2. Die erworbenen Muttermale: Die erworbenen Flecke können sich hingegen im Laufe des Lebens entwickeln.

Warum genau sie entstehen, ist noch nicht bekannt. Klar ist jedoch, dass es sich um eine Ansammlung pigmentbildender Zellen handelt. Es wird vermutet, dass neben einer genetischen Veranlagung auch die Häufigkeit und Intensität der Sonnenbestrahlung, das Immunsystem und der Hormonhaushalt eine Rolle spielen.

Muttermale

Es handelt sich um die Ansammlung pigmentbildender Zellen

Wie lassen sich Muttermale und Leberflecke entfernen?

  • Gutartige Leberflecke, die aus kosmetischen Gründen entfernt werden oder um eine Entartung der Zellen zu verhindern, können mit einem Laser bearbeitet werden.
    Die Behandlung ist kurz und effizient. Durch das gebündelte Licht werden die Pigmentzellen zerstört. Die entstehende Wunde muss nicht genäht werden, sondern wird mit einem Sprühpflaster versorgt.
  • Zeigen sich bei der Untersuchung von Muttermalen Auffälligkeiten, die auf bösartige Zellen schließen lassen, muss der Leberfleck chirurgisch entfernt werden. Die pigmentierenden Zellen, sogenannten Melanozyten, werden dabei herausgeschnitten. Die Wunde muss zwar vernäht werden, dennoch ist der Eingriff sehr klein und wird ambulant durchgeführt.

Mit welchen Kosten ist jeweils zu rechnen?

Auch die Kosten hängen wiederum von der Art der Muttermale ab. Sieht der Arzt eine medizinische Notwendigkeit, den Leberfleck zu entfernen, werden für den Patienten keine Kosten fällig.

Findet die Entfernung nur aus kosmetischen Gründen statt, muss der Patient die Kosten in jedem Fall selbst tragen. Für die Entfernung werden etwa 50 bis 150 Euro fällig.

Die Entfernung mit dem Laser ist meist etwas günstiger. Die Kosten hängen jedoch vom Umfang der Muttermale, der Größe und den Schwierigkeiten bei der Entfernung ab. Eine pauschale Aussage bezüglich der Kosten ist daher nicht möglich. Sie lassen sich nach der individuellen Untersuchung jedoch näher einschätzen.

Wann und für welche Behandlung übernimmt die KK die Kosten?

Besteht eine medizinische Notwendigkeit, das Muttermal zu entfernen, übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Bei potentiell bösartigen Zellen kommt für die Entfernung lediglich ein chirurgischer Eingriff in Frage. Denn durch diesen kann der Leberfleck auch in der Tiefe gründlicher entfernt werden. Zudem wird es möglich die Zellen histologisch zu untersuchen.

Bei der Entfernung mit dem Laser besteht die Gefahr, dass gegebenenfalls nicht alle Zellen entfernt beziehungsweise zerstört werden. Bei gutartigen Muttermalen ist das unproblematisch.

Bei auffälligen Leberflecken könnten sich die übriggebliebenen Zellen aber unbemerkt vermehren und stellen daher ein Risiko dar. Hinzu kommt, dass nach der Entfernung mit dem Laser die Zellen nicht histologisch untersucht werden können. Aus diesen Gründen werden die Kosten für den Laser meist nicht übernommen.

 Muttermale mit Laser Behandlung

           Laserbehandlung von Muttermalen

Wird die Hautkrebsvorsorge von den Krankenkassen übernommen?

Ab dem 35. Lebensjahr übernehmen alle gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für das sogenannte Screening (Hautkrebsvorsorge), das im Normalfall alle zwei Jahre durchgeführt wird. Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten auch schon für jüngere Versicherte im Rahmen der Krebsvorsorge.

Auch wenn die Kosten nicht übernommen werden, stellt diese Untersuchung aber eine sinnvolle Maßnahme dar. Die Kosten liegen bei circa 30 Euro. Menschen mit sehr vielen Muttermalen oder schnellwachsenden Leberflecken sollten sie daher schon vor dem 35. Lebensjahr in Anspruch nehmen.

Bei einem begründeten Verdacht kann es möglich sein, dass die Krankenkasse die Kosten unabhängig vom Alter übernimmt.

Was wird bei der Hautkrebsvorsorge gemacht?

Bei dem Screening zur Hautkrebsvorsorge wird der gesamte Körper auf Muttermale hin untersucht. Das schließt auch behaarte Bereiche, die Kopfhaut, Ohren, Zehenzwischenräume, Pofalte und Hautfalten ein.

Die Screenings sind wichtig und bieten einige Vorteile. So können hierbei Stellen untersucht werden, die selbst bei einer gründlichen Selbstkontrolle nicht sichtbar sind - beispielsweise die Rückseite der Ohren oder auch die Kopfhaut. Zudem werden die Male fachkundig untersucht, sodass bereits kleine Veränderungen frühzeitig auffallen und bei Bedarf entfernt und untersucht werden können.

Das Screening zur Hautkrebsvorsorge ersetzt jedoch nicht die eigene Kontrolle der Haut. Am besten wird diese wöchentlich oder zumindest monatlich durchgeführt. Dabei sollte auf Veränderungen geachtet werden. Wie beispielsweise:

  • Juckreiz
  • Blutungen
  • Veränderungen der Form oder Farbe
  • wenn ein zuvor glatter Leberfleck erhaben wird
  • Schmerzen
  • wachsende Anzahl an Leberflecken (40 Male gelten als Grenze)
  • Größenzunahme

Es kann auch helfen, die Leberflecke zu fotografieren und die Aufnahmen bei den nächsten Kontrollen zu vergleichen. Veränderungen fallen dabei schneller auf. Bei Unsicherheit bezüglich eines Mals sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Aktualisiert: 05.02.2020

Entfernung von Hautauswüchsen und Muttermalen (Hauttumoren) - Neuigkeiten

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