Brustvergrößerung: Wie kann ich Kapselfibrose vermeiden?

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Autor:

Eine Brustvergrößerung kann Ihr Selbstbewusstsein stärken und Ihr Lebensgefühl ändern. Wie jeder chirurgischer Eingriff ist aber auch die Brustvergrößerung mit Komplikationen verbunden. Zu den häufigsten Komplikationen gehört die sog. Kapselfibrose. Was ist eine Kapselkontraktur und wie wird so ein Problem gelöst? Wichtige Infos über die Kapselfibrose erfahren Sie in dem Interview mit Herrn Dr. Christian Döbler!

Was ist Kapselfibrose?

Die Bildung einer Kapsel um das Silikonimplantat ist eine normale Immunreaktion des Körpers auf das Silikonimplantat während des Wundheilungsprozesses nach einer Brustvergrößerung.

Eine Kapselfibrose (auch Kapselkontraktur genannt) ist eine Komplikation nach einer Brustvergrößerung mit Implantaten. Es handelt sich dabei um eine Schrumpfung der Kapsel um das Implantat, welche, je nach Stadium, mit einer Deformierung und Verhärtung des Implantates einhergeht.

Brustvergrößerung mit 170 ml bei Dr. Döbler
Brustvergrößerung mit 170 ml bei Dr. Döbler

Wer ist von der Kapselfibrose betroffen?

Prinzipiell kann jede Patientin nach einer Brustvergrößerung mit Implantaten eine Kapselfibrose bekommen. Die Zeitspanne kann hier von Monaten bis zu Jahrzehnten postoperativ variieren.

Warum und wie bildet sich eine Kapselfibrose?

Die im Wundheilungsprozess entstandene Kapsel fixiert das Implantat und kommt in der Konsistenz dem Brustgewebe sehr nah. In einigen wenigen Fällen kommt es zu einer überschießenden Immunreaktion des Körpers auf das Implantat, so dass die Kapsel hart wird und das Implantat verformt werden kann.

Wie kann man eine Kapselfibrose vermeiden?

Prinzipiell kann man das Auftreten einer Kapselfibrose nie völlig ausschließen. Die Oberflächenbeschaffenheit des Implantates und die OP-Technik bei der Brustvergrößerung spielen jedoch oftmals eine große Rolle.

In mehreren Studien wurde gezeigt, dass Implantate mit einer texturierten Oberfläche das Risiko für eine Kapselfibrose reduzieren. Ebenfalls zeigte sich, dass die submuskuläre Lage ebenfalls eine geringere Wahrscheinlichkeit der Kapselfibrose aufweisen.

Wie kann man eine Kapselfibrose behandeln?

Die Therapie der Kapselfibrose ist abhängig vom Schweregrad der Kapselfibrose. Hierbei bestehen Möglichkeiten vom kleinen endoskopischen Fibroseschnitt bis hin zur Entfernung der Kapsel und Austausch des Implantates.

Wie erkennt man, dass sich eine Kapselfibrose gebildet hat? Welche Beschwerden bestehen?

Die Symptome einer Kapselfibrose sind sehr vielfältig. Dabei können Schmerzen und Spannungsgefühl in der Brust sowie eine tastbare harte Kapsel entstehen. In fortgeschrittenen Stadien kommt zusätzlich zu einer Veränderung der Implantatform und somit zur Verformung der Brust.

Brustvergrößerung mit 330 ml bei Dr. Döbler
Brustvergrößerung mit 330 ml bei Dr. Döbler

Welche Stadien der Kapselfibrose gibt es?

Die Kapselfibrose lässt sich in unterschiedliche Stadien nach Baker einteilen. Dabei werden 4 Stadien unterschieden. Je nach Schweregrad kann eine leichte Verhärtung bis hin zu einer ausgeprägten Kapselbildung und sichtbaren Deformierung (Baker 4) auftreten.

GRAD DER KAPSELFIBROSE NACH BAKER

  • Grad I - Normalzustand: weiche Konsistenz der Brust mit natürlichem Aussehen, keine sicht- oder tastbare Veränderung
  • Grad II - leichte Kapselfibrose: minimal verhärtete Konsistenz der Brust, weiterhin keine äußerliche Veränderung
  • Grad III - starke Kapselfibrose: Verhärtung der Brust mit sichtbarer Verformung, keine Schmerzen
  • Grad IV - ausgeprägte Kapselfibrose: deutliche Verhärtung der Brust mit begleitender Schmerzsymptomatik und starke Verformung

Herr Dr. Döbler, vielen Dank für die interessanten Informationen über Kapselfibrose!

Publiziert: 22.01.2019

Autor

Dr. med. Christian Döbler ist ein erfahrener Plastischer Chirurg aus Düsseldorf und Wuppertal. Dr. Döbler absolvierte sein Medizinstudium in Würzburg, Aarau und Zürich. Seit 2004 ist er als Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie mit dem Schwerpunkt Körperformung (Brust, Bauch) tätig.

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