Controlled Depth Peel (Bluepeel) anstelle eines Facelifts?

Autor: Veronika Chvátalová

Der Traum von jugendlich schöner, makelloser Haut beschäftigt die Menschen seit der Antike. Falten, Narben und Pigmentflecken sind für viele nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern führen dazu, dass man sich in der eigenen Haut nicht mehr wohlfühlt. Das kann auf die Dauer sehr belasten. Vor operativen Eingriffen wie einer Gesichtsstraffung schrecken viele Betroffene jedoch zurück. Sie scheuen lange Ausfallzeiten und Risiken, die mit Operationen verbunden sein können. Eine echte Alternative zur operativen Gesichtsstraffung kann für viele Patienten das Controlled Depth Peel (ehemals Bluepeel) darstellen, das in Kalifornien vom renommierten Dermatologen Dr. Zein Obagi entwickelt wurde. In Deutschland wird es bislang nur in wenigen Praxen angeboten. Einer, der wenigen Ärzte in Deutschland, die von Dr. Zein Obagi persönlich unterrichtet wurden, ist Dr. med. Niels Freitag. Er betreibt in Hürth bei Köln die Privatpraxis Concept B®, in der er sich auf nicht-operative Verfahren der ästhetischen Medizin spezialisiert hat. Im Interview erklärt er die Besonderheiten des neuen Controlled Depth Peel.

deep peeling
Das Controlled Depth Peeling kann die Haut von Grund auf verbessern.

Dr. Freitag, wie unterscheidet sich das Controlled Depth Peel von anderen Peelings?

Zunächst muss man bei Peelings ja grundsätzlich differenzieren, um welche Art es sich handelt. Hier sprechen wir nicht von einem physikalischen Peeling, bei dem die Haut mit Micropartikeln massiert wird, um abgestorbene Schüppchen zu entfernen, sondern von einem chemischen Peeling.

Chemische Peelings wirken nicht durch die Reibung, sondern durch besonders leistungsstarke Inhaltsstoffe, die auf die Haut einwirken.

Das Controlled Depth Peeling, auch kurz „CDP“ oder früher auch „Blue Peel“ genannt, ist ein besonders effektives chemisches Peeling, das die Haut von Grund auf verbessern kann.

Wollen Sie mehr über das chemische Peeling erfahren? Schauen Sie sich unsere Videos an!

Was bedeuten denn diese beiden Namen, „Controlled Depth Peel“ und „Blue Peel“?

Der Ausdruck „Blue Peel“ leitet sich aus der blauen Färbung ab, mit der dieses Peeling versehen ist. Das Peeling ist blau, wenn es auf die Haut aufgetragen wird, und verleiht in den ersten Tagen nach der Anwendung auch dem Gesicht eine entsprechende Färbung.

Das „Blue Peel“ wurde entscheidend weiterentwickelt und trägt in der neuen Form den Namen Controlled Depth Peel (CDP).

Die Bezeichnung Controlled Depth Peel zielt darauf ab, dass sich mit diesem Peeling genau steuern lässt, mit welcher Tiefe die Wirkstoffe in die Haut eindringen. „Controlled Depth“ heißt also in etwa „Kontrolle der Eindringtiefe“.

Das ist ein sehr wichtiger Aspekt, denn der Hauptwirkstoff dieser Behandlung, Trichloressigsäure (TCA), ist ein hochwirksamer Stoff, weshalb das Peeling nur von speziell hierin ausgebildeten Ärzten angewendet werden darf.

Wie gelingt es denn dem behandelnden Arzt, die Eindringtiefe so genau zu lenken?

Dafür gibt es zwei Kontrollmechanismen. Zum einen wird das Peeling nicht etwa großzügig auf einmal aufgetragen, sondern schrittweise. Mit einem Schwamm oder Pinsel wird das Mittel nach und nach in Schichten auf die Haut aufgebracht.

Dadurch lässt sich die Menge sehr individuell steuern. Bereiche, an denen sich starke Faltenbildung zeigt, können somit auch intensiver behandelt werden als andere, die davon weniger betroffen sind.

Der zweite Punkte ist die blaue Färbung. Hautpartien, in denen das Mittel in mehreren Schichten aufgetragen wurde, stellen sich dem Spezialisten anders dar, als andere. Das gibt dem behandelnden Arzt jederzeit den Überblick und gewährleistet dem Patienten ein Maximum an Sicherheit.

Wie erklären sich die herausragenden Wirkungen des CDP?

Die Effektivität des CDP`s (Blue Peel) ergibt sich durch die besondere Wirksamkeit der enthaltenen Inhaltsstoffe und dadurch, dass die Behandlung immer in ein individuelles Behandlungskonzept eingebettet ist.

Im Vorfeld des eigentlichen Peels wird die Haut für mindestens sechs, besser sogar für zwölf Wochen mit speziellen Cremes behandelt, die ein hohes Maß an Retinol enthalten.

Dieser Stoff hat sich in der Anti-Aging-Pflege seit Langem bewährt. Auch im Anschluss an das Treatment ist es wichtig, die Haut mit einer ausgesuchten Pflege zu unterstützen.

Während der Anwendung selbst erhält die Haut mit dem Blue Peel eine Kombination verschiedener Wirkstoffe, welche den Effekt der Trichloressigsäure ideal unterstützen und begleiten. Dabei handelt es sich um Antihistaminika, entzündungshemmende Mittel und Antioxidantien.

facelift
Sobald das Peeling abgeschlossen ist, können die Patienten nach Hause.

Der Effekt des CDP wird sogar mit Gesichtsliftings verglichen. Wie ist diese ausgesprochen starke Wirkung zu erklären?

Grundsätzlich gilt: tiefere Peelings, die auch die unteren Hautschichten erreichen haben einen deutlich stärkeren Straffungseffekt, als oberflächlich angewandte Peelings. Leider steigt hierdurch auch die Nebenwirkungsrate - insbesondere bei herkömmlichen chemischen Peelings.

Dadurch, dass der speziell ausgebildete Arzt beim Controlled Depth Peel (Bluepeel) erkennen kann, in welcher Tiefe er sich befindet, kann er sowohl eine zu oberflächliche Behandlung, als auch eine zu tiefe Behandlung vermeiden.

Ohne diese Sicherheit könnten wir die zur Straffung notwendige Eindringtiefe nicht erreichen, ohne Komplikationen zu riskieren.

Wie erlebt der Patient das Auftragen des Peelings und die darauffolgenden Tage

Die Patienten werden während der Anwendung in einen Dämmerschlaf versetzt. Das CDP darf daher nur unter anästhesiologischer Betreuung vorgenommen werden!

Sobald das Peeling abgeschlossen ist, können die Patienten nach Hause. Aufgrund der sichtbar blauen Färbung des Gesichtes bevorzugen die meisten es, sich für diese Zeit einige Tage Urlaub zu nehmen.

In Beverly Hills, wo der Dermatologe Dr. Zein Obagi selbst praktiziert, ist das Verfahren unter Prominenten allerdings bereits so bekannt, dass sich dort über ein blaues Gesicht kaum noch jemand wundert.

Nach etwa drei Tagen beginnt die Ablösung der oberen Hautschicht, die durch das CDP angeregt wurde. Da das Verfahren gleichzeitig die Neubildung junger Zellen in den tieferen Hautschichten anregt, zeigt sich nach dem Ablöseprozess direkt die darunterliegende, junge Haut.

Etwa zehn Tage nach dem Auftragen des Peelings ist die Behandlung abgeschlossen. Jetzt braucht die Haut nur noch die Stoffe, die sie aus den ausgesuchten Cremes zur Nachbehandlung erhält.

Muss die Anwendung wiederholt werden?

Wichtig ist, dass die Patienten vor und nach dem Peeling ihre Haut konstant mit einer passenden Pflege behandeln, um einen maximalen Behandlungserfolg zu ermöglichen und zu stabilisieren.

Eine zeitnahe Wiederholung des Controlled Depth Peel oder Blue Peel ist dann in der Regel nicht erforderlich. Nach drei bis vier Jahren kann die Anwendung aber wiederholt werden, um den Effekt zu erhalten.

Kann das CDP auch mit anderen Verfahren aus dem Bereich der ästhetischen Medizin kombiniert werden?

Ja, sogar in einer Sitzung. Insbesondere die hautstraffende Wirkung lässt sich hierdurch teilweise noch sehr deutlich erhöhen. Diese Kombination bietet für den Patienten viele Vorteile.

Das beste aus zwei Welten wird kombiniert, es bleibt aber bei nur einer einmaligen Ausfallzeit von 8-12 Tagen nach dem Eingriff. Wie das Peeling selbst sind diese exklusiven Kombinationsbehandlungen aber nur besonders geschulten Spezialisten vorbehalten.

Auch der Erfolg einer operativen Gesichtsstraffung kann durch das Peeling verstärkt werden, denn die Operation sorgt ja zunächst nur dafür, dass die vorhandene Haut geglättet wird, ohne sie aber zu verbessern. Hier kann durch das Controlled Depth Peel (Bluepeel) ein besseres Behandlungsergebnis erziel werden.

Es ist aber jeweils von Fall zu Fall zu entscheiden, welche Behandlung für einen Patienten oder eine Patientin sinnvoll ist. Gute, kompetente Beratung durch einen Spezialisten ist deswegen sehr wichtig.

Wo kann man weitere Informationen über das Controlled Depth Peel erhalten?

Zunächst natürlich über den Entwickler Dr. Zein Obagi, beziehungsweise das kalifornische Unternehmen ZO Skinhealth. In Deutschland wird dieses exklusive Verfahren erst in wenigen Praxen angeboten, da eine spezielle Qualifikation benötigt wird.

Als einer der wenigen Ärzte, die sogar persönlich von Dr. Zein Obagi geschult worden sind, bietet Dr. med. Niels Freitag das CDP im Köln-Bonner Raum in seiner Privatpraxis für Ästhetische Medizin, Concept B®, an und berät dort gerne dazu.

Publiziert: 13.09.2018

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Veronika Chvátalová

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