Gesichtsverjüngung

Zur Gesichtsverjüngung werden in der ästhetischen Medizin Maßnahmen gezählt, die eine deutliche Hautbildverbesserung ohne operativen Eingriff erzielen. Durch Milderung von Falten, Aufpolsterung abgesunkener Hautpartien und gezielte Konturierung des Gesichts kann ein erfahrener Spezialist beim Patienten eine deutlich frischere Ausstrahlung erreichen. Behandlungen, die zur Gesichtsverjüngung gehören, werden üblicherweise ab dem dritten Lebensjahrzehnt eingesetzt. Ein solcher „Facelift ohne OP“ kann nicht nur der natürlichen Hautalterung entgegenwirken, sondern auch der Beanspruchung der Haut durch Sonneneinstrahlung, Genussmittel und einen stressreichen Alltag.

Keine Verletzung der Hautoberfläche

Auch ein operatives Lifting bewirkt selbstverständlich eine deutliche optische Verjüngung der Gesichtszüge. Es hat sich jedoch eingebürgert, den Begriff "Gesichtsverjüngung" ausschließlich für minimalinvasive Behandlungen zu verwenden.

Die Hautoberfläche wird dabei entweder gar nicht verletzt oder lediglich mit dünnsten Kanülen durchdrungen. Der oftmals erstaunliche Verjüngungseffekt, der sich bei der medizinischen Gesichtsverjüngung ergibt, wird durch die Behandlung der äußeren Gewebeschichten erzielt. Anders als beim "echten" Lifting kommt es also nicht zur chirurgischen Neupositionierung von Haut- und Muskelgewebe. Der besondere Vorteil: Eine Gesichtsverjüngung ist weniger aufwendig und zieht normalerweise keinerlei Narbenbildung nach sich.

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Zum Behandlungsfeld der Gesichtsverjüngung gehören sehr unterschiedliche Verfahren. Sie haben gemeinsam, dass sie kurz- bis mittelfristig wirken und nicht so lange anhalten wie zum Beispiel ein operatives Gesichtslifting. Wenn der Effekt der Gesichtsverjüngung nach einiger Zeit zurückgeht, lässt sich die jeweilige Behandlung meist problemlos auffrischen oder wiederholen. Ein weiterer Vorzug: Erweisen sich bestimmte Behandlungseffekte als unerwünscht, verschwinden sie allmählich von selbst wieder.

Breites Spektrum an Verfahren

Die gängigsten Methoden der Gesichtsverjüngung sind Faltenunterspritzungen und Filler-Behandlungen:

  • Faltenunterspritzung mit Botulinumtoxin (BTX), einer Substanz mit verschiedenen Handelsnamen wie Botox und anderen
  • Aufpolsternde Filler-Behandlungen mittels Hyaluronsäure, Polymilchsäure, Kollagen, Eigenfett oder anderen Substanzen

Ebenfalls sehr verbreitet sind thermische Verfahren der Gesichtsverjüngung, die eine Erneuerung der obersten Hautschichten anstreben:

  • Laser Skin Resurfacing
  • Radiofrequenztherapie
  • Ultraschallbehandlungen wie Ultherapy
  • Kryotherapie (Kältebehandlung)

Bei mechanischen Verfahren, die den Zustand der Haut verbessern sollen, ist der Übergang zu kosmetischen Hautbehandlungen oft fließend. Stellvertretend seien genannt:

  • Microneedling
  • Chemisches Peeling
  • Mikrodermabrasion

Von Bedeutung für die Gesichtsverjüngung sind daneben neuere Methoden mit spezieller Vorgehensweise:

  • PRP-Eigenblutbehandlung ("Vampir-Lifting")
  • Fadenlifting

In fast jedem Alter interessant

Die minimalinvasiven Verfahren der Gesichtsverjüngung sind keineswegs eher für "jüngere", operative Gesichtsliftings hingegen nur für "ältere" Patientinnen und Patienten gedacht. Anders als oft angenommen gibt es hier keine feststehende Abfolge. Vielmehr gilt es bei jedem Behandelten individuell zu entscheiden, wie sich der Verjüngungseffekt am sinnvollsten erzielen lässt.

Beispielsweise ist auch bei fortgeschrittener Hautalterung ab dem 5. Lebensjahrzehnt eine Lifting-Operation (Facelift, Mittelgesichtslift, Stirnlift und andere) nicht in jedem Fall die nachhaltigere Lösung. Vielmehr mangelt es der älteren Haut infolge von Flüssigkeitsverlust häufig an Volumen. Eine Aufpolsterung der betroffenen Partien durch eine minimalinvasive Gesichtsverjüngung, zum Beispiel im Rahmen einer gezielten Filler-Behandlung, ist dann oft viel wirkungsvoller als die chirurgische Entfernung von Hautüberschuss oder die Verlagerung von Hautpartien.

Das A und O bleibt die Beurteilung des Gesichtszustands durch einen erfahrenen Fachmann für plastische und ästhetische Chirurgie. Voraussetzung dafür ist eine gründliche Untersuchung der Gesichtshaut.

Kombination oft entscheidend

Bei der Gesichtsverjüngung geht es der ästhetischen Medizin heute um möglichst natürlich wirkende Ergebnisse. Die meisten Patientinnen und Patienten möchten auf unauffällige Weise jünger und entspannter wirken. Eine maskenhafte Glätte, die gar mit einem Verlust an mimischem

Ausdruckvermögen einhergeht, wird nicht angestrebt. Eine behutsame und zugleich sehr wirkungsvolle Gesichtsverjüngung lässt sich oft durch die geschickte Kombination verschiedener Verfahren erzielen:

  • Die zielgerichtete Milderung mimischer Falten mit Hilfe von Botulinumtoxin kann zusammen mit einer Filler-Behandlung dem Gesicht nicht nur die angestrebte Glätte, sondern auch mehr jugendliche Fülle geben.
  • Maßnahmen zur Faltenglättung können im Zusammenspiel mit einem Laser Skin Resurfacing oder anderen Verfahren der Hauterneuerung ein besonders erfrischtes, entspanntes Hautbild erzielen.
  • Bestimmte Hautunregelmäßigkeiten, Pigmentflecken oder Narben lassen sich durch wärmebasierte oder mechanische Verfahren der Gesichtsverjüngung zusätzlich mildern oder beseitigen.

Gesichtsverjüngung: die verbreitetsten Verfahren im Einzelnen

Welche Verfahren in einer Arztpraxis oder einem Behandlungszentrum für ästhetische Medizin angeboten werden, richtet sich nicht zuletzt nach den vorhandenen technischen Möglichkeiten. Ärzte mit viel Erfahrung können aus einer breiten Palette von Verfahren diejenigen auswählen, die für Sie persönlich am besten geeignet sind. Es lohnt sich, bei der Gesichtsverjüngung nach Alternativen zu fragen – und insbesondere nach kombinierten Behandlungen, die den Verjüngungseffekt oft deutlich steigern können.

Nachfolgend die wichtigsten Methoden der Gesichtsverjüngung in einer Kurzvorstellung.

  • Botulinumtoxin (am bekanntesten unter dem Namen Botox) ist ein Neuromodulator, der die zielgenaue Entspannung von Gesichtsmuskeln erlaubt. Mimische Falten, die auf Muskelanspannung zurückgehen, lassen sich so abschwächen oder nahezu ganz zum Verschwinden bringen – etwa auf der Stirn, an der Nasenwurzel, rund um den Mund oder in der Augenregion.

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Bei der nur wenige Minuten dauernden Behandlung injiziert der Arzt die Substanz in einer exakt angepassten Dosis. Die Gabe erfolgt mittels einer sehr dünnen Kanüle direkt in den fraglichen Muskel. Eine Betäubung der Behandlungsregion ist normalerweise unnötig. Rückstände bleiben an der Einstichstelle keine, bei fachgerechter Anwendung sind keine unerwünschten Behandlungsfolgen bekannt. Die Wirkung der Gesichtsverjüngung zeigt sich nach einigen Tagen. Wenn sie nach 5 bis 8 Monaten wieder nachlässt, kann die Behandlung wiederholt werden. Bei nicht wenigen Patienten setzt nach mehreren Anwendungen eine dauerhafte Muskelentspannung auch ohne weitere Wirkstoffgabe ein.

  • Hyaluronsäure kann zur Aufpolsterung von Gesichtspartien angewendet werden. Zunutze macht man sich dabei ihre Eigenschaft, große Mengen Wasser binden zu können. Das Hautgewebe ist nach der Gabe sichtlich praller, wie es von jüngerer Haut her bekannt ist. Neben der Konturierung des Gesichts kann Hyaluronsäure auch schwächere bis tiefere Falten glätten, etwa zwischen Nase und Mundwinkeln ("Kummerfalten"). Für verschiedene Einsatzzwecke stehen Hyaluronsäure-Präparate unterschiedlicher Konsistenz zur Gesichtsverjüngung bereit. Das Mittel wird mit einer extradünnen Kanüle eingespritzt. Die meisten Patienten kommen dabei ohne Betäubung aus, Narbenbildung gibt es keine.

Hyaluronsäure ist natürlicherweise in jedem menschlichen Körper vorhanden und biologisch abbaubar. Die kurze Behandlung zur Gesichtsverjüngung wirkt sofort und verstärkt sich in den folgenden Tagen noch, die Haltbarkeit beträgt zwischen 6 und 18 Monaten.

Substanzen wie Polymilchsäure und Kollagen werden in ähnlicher Weise ebenfalls für die Filler-Behandlung eingesetzt.

  • Eigenfett kann bei der Gesichtsverjüngung ebenfalls zur Aufpolsterung und Volumenbildung eingesetzt werden. So lassen sich zum Beispiel tiefe Falten, eingefallene Hautpartien oder Augenringe ausgleichen. Gewonnen wird das Eigenfett durch eine Fettabsaugung in einer anderen Körperregion des Patienten. Es wird gereinigt, aufbereitet und per Kanüle in behandlungsbedürftige Gesichtspartien eingebracht – ähnlich wie bei anderen Filler-Behandlungen auch. Das Eigenfett wächst allmählich ins Gewebe ein und verbindet sich mit den vorhandenen Strukturen. Die Verschlankung bestimmter Körperzonen lässt sich so ideal mit den Zielen der Gesichtsverjüngung verbinden.

Das Verfahren ist vollkommen natürlich, Allergien sind ausgeschlossen. Der Behandlungsaufwand ist allerdings deutlich höher als bei anderen Filler-Behandlungen: Je nach Absaugverfahren bedarf es unter Umständen einer kleineren Auszeit von einem Tag bis 2 Wochen.

Die Gesichtsverjüngung per Eigenfett ist insgesamt dauerhafter als andere Filler-Behandlungen. Sie hält zumeist mindestens 3 oder – abhängig von der individuellen Gewebebeschaffenheit – auch bis zu 5 Jahre an.

  • Laser Skin Resurfacing wird heute bevorzugt in Form der schonenden fraktionierten Laserbehandlung eingesetzt. Das bewährte Verfahren der Gesichtsverjüngung kann Falten mildern, das Hautbild verbessern, Narben beseitigen, Pigmentflecke entfernen und allgemein die Erneuerung der Haut anstoßen.

Bei der Behandlung, die je nach Aufwand wenige Minuten bis eine Stunde dauert, fährt der Arzt mit einem Laserhandstück über die Gesichtshaut. Diese wird mit einzelnen kurzen Laserimpulsen beschossen. Die Hautoberfläche bleibt dabei unversehrt. In den tieferen Gewebeschichten jedoch werden durch die kontrollierte Hitzeentwicklung einzelne Verletzungspunkte gesetzt.

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Indem die Haut sich davon erholt, kommt es zur Bildung von frischen Zellen und Kollagenfasern, welche das Gewebe straffen und stabilisieren. So wirkt die Haut üblicherweise frischer, voller und rosiger. Dank der flächigen Verteilung der Laserimpulse bleibt die Beanspruchung gering, mögliche Rötungen und Schwellungen sind meist wenige Tage nach der lasergestützten Gesichtsverjüngung wieder verschwunden.

  • Ultraschallbehandlungen und Radiofrequenztherapie zur Gesichtsverjüngung erzeugen auf physikalisch unterschiedliche Weise Wärme in den tieferen Hautschichten. Die Haut wird so zu beschleunigter Erneuerung und zur Bildung von stabilisierenden Kollagenfasern angeregt. Hängende Wangenhaut ("Hamsterbäckchen") und ein Doppelkinn ("Truthahnhals") können so beseitigt oder gebessert werden.

Die Hautglättung wirkt mittel- bis langfristig, erste Effekte zeigen sich nach einigen Tagen bis etwa 2 Wochen. Bei der Behandlung kommt es üblicherweise zu keinerlei Verletzung der Hautoberfläche, Ausfallzeiten fallen nicht an. Außer kurzzeitig geröteten oder geschwollenen Stellen gibt es in der Regel keine Beeinträchtigungen. Die schmerzarmen Anwendungen können unter leichter Betäubung oder Dämmerschlaf durchgeführt werden. Mehrere aufeinanderfolgende Behandlungen in einigem zeitlichen Abstand sind normalerweise sinnvoll.

Die Kryotherapie kann vergleichbare Effekte der Hautverjüngung erzielen, beruht allerdings auf Kältewirkung.

  • Beim Microneedling wird eine Walze über die Hautoberfläche gerollt, die mit zahlreichen feinen Nädelchen versehen ist. Diese kalkulierten Mikroverletzungen fördern die Regeneration von Hautgewebe und Gefäßen. Zusätzlich wird die Bildung von straffendem Kollagen angestoßen.

Feine Fältchen, Hautunregelmäßigkeiten, Pigmentstörungen oder (Akne-)Narben lassen sich durch dieses Verfahren der Gesichtsverjüngung meist gut mildern. Wie lange die Behandlungsfolgen sichtbar sind, hängt vom Durchmesser der verwendeten Nädelchen ab. Je nach Wahl ist man nach einigen Tagen bis 2 Wochen wieder vollständig ausgehfähig.

Beim chemischen Peeling, einem weiteren Verfahren zur Behandlung der Hautoberfläche, wird die oberste Hautschicht zum Beispiel per Aufbringung von Fruchtsäure abgetragen, um eine Hautverjüngung anzuregen. Gleiches strebt die Mikrodermabrasion an. Hier kommen Peeling und Hautverjüngung durch Aufstrahlen feiner Kristalle zustande.

  • Die PRP-Eigenblutbehandlung ist auch als "Vampir-Lifting" bekannt, weil dem Patienten zunächst eine kleinere Menge Blut abgenommen wird. Dieses Verfahren der Gesichtsverjüngung nutzt die regenerative Kraft, die das plättchenreiche Plasma (PRP) des aufbereiteten Blutes besitzt. Wieder sanft in das Hautgewebe eingespritzt, kann es die Hauterneuerung fördern und für einen frischeren, glatteren Teint sorgen. Dies gelingt dank der Stimulierung von Stammzellenwachstum und Kollagen-, Elastin- und Hyaluronsäure-Ausschüttung. Das vollständig auf körpereigenen Substanzen beruhende Verfahren der Gesichtsverjüngung ist eine sanfte Alternative für sehr gesundheitsbewusste Patienten.
  • Beim Fadenlifting werden biologisch abbaubare Fäden aus Polymilchsäure in ausgewählte Stellen der Gesichtshaut eingebracht. Dazu dient eine dünne Nadel, bleibende Verletzungen der Gesichtshaut gibt es normalerweise keine. Dank besonderer Vorrichtungen bleiben die Fäden in Position, bis sie sich allmählich auflösen. Sie können abgesunkene Partien stützen und ganz im Sinne der Gesichtsverjüngung für mehr Kontur und Festigkeit sorgen.

Dies gelingt infolge der gewollten Vernarbung und Verhärtung des Gewebes rund um die platzierten Fäden. Zusätzlich wird die Bildung von straffendem Kollagen angeregt. Länger als eine halbe Stunde dauert diese Behandlung zur Gesichtsverjüngung meist nicht, mögliche Blutergüsse und Schwellungen vergehen in aller Regel rasch wieder. Der volle Effekt des Fadenliftings zeigt sich ungefähr nach zwei Wochen, die Haltbarkeit beträgt etwa zwei Jahre.

Welche der oben beschriebenen Verfahren sich für Sie am besten eignen, erfahren Sie im Rahmen einer ausführlichen Beratung bei einem Facharzt, der auf Gesichtsverjüngung spezialisiert ist.

 

Mehr Informationen über Dr. med. Christian Schmitz finden Sie hier

Aktualisiert: 03.08.2016

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