Frischeres Aussehen durch das Vampir-Lifting

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Im heutigen Interview sprechen wir mit der langjährigen Expertin und Fachärztin für Dermatologie und Venerologie, Frau Dr. Helen Haas, über die minimalinvasive Methode der Hautverjüngung und Faltenbehandlung mit der PRP-Eigenbluttherapie, aus den Medien auch bekannt als Vampir Lifting.

Frau Dr. Haas, was ist die PRP-Eigenbluttherapie?

PRP-Eigenbluttherapie, umgangssprachlich auch Vampir Lifting oder Dracula Lifting genannt, kommt aus dem englischsprachigen Raum und steht für „platelet rich plasma“.

Das bedeutet, dass bestimmte Anteile unseres eigenen Blutes, insbesondere die weißen Blutplättchen (Plasma), für die Hautverjüngung genutzt werden, denn diese sind besonders reich an Wachstumsfaktoren.

Beim Vampir Lifting werden diese Blutplättchen durch spezielle Aufarbeitungsmethoden aus dem patienteneigenen Blut gewonnen und dann über kleine Injektionen in die Haut zur Stimulation des Gewebes eingebracht.

Vampir Lifting
Die PRP-Eigenbluttherapie ist eine minimalinvasive Methode der Hautverjüngung und Faltenbehandlung.

Wenn wir an die ersten Bilder denken, die der ein oder andere Star in den sozialen Medien veröffentlicht hat, dann sehen diese ja recht blutig aus. Muss man sich ein Vampir Lifting so blutig vorstellen?

Nein, eigentlich nicht. Bei der Behandlung wird ja nur das PRP, also das durchsichtig gelbliche Blutplasma eingesetzt. Dieses wird durch Zentrifugation (Schleudern) aus dem Patientenblut gewonnen.

Die Fotos der blutüberströmten Stars sind übertrieben dargestellt, denn bei der Behandlung entstehen nur winzigste Blutungen durch die feinen Injektionen. Aber letztlich untermauern diese Bilder der PRP-Behandlung den Namen des „Vampir Liftings“.

Welche Behandlungserfolge kann man von der PRP-Eigenblutbehandlung erwarten?

Durch das PRP lässt sich die gesamte Qualität und Beschaffenheit der Haut verbessern, insbesondere können kleine Knitterfältchen und Unebenheiten ausgeglichen werden, Festigkeit und Elastizität der Haut nehmen spürbar zu.

Dies wird durch das großflächige Einbringen der im PRP enthaltenen Wachstumsfaktoren erreicht, die über Wochen und Monate dann eine Stimulation der Kollagenbildung bewirken.

Möchten Sie mehr zum Thema Vampir Lifting erfahren? Sehen Sie sich unsere Videos über PRP-Eigenbluttherapie an!

Für welche Behandlungsregionen ist die Eigenbluttherapie geeignet?

PRP eignet sich besonders zur Verjüngung der Haut im Gesicht, hier sehr gut geeignet für die Behandlung kleinster Augenfältchen und Augenschattierungen, aber auch am Hals und Dekolleté sowie an den Händen.

Also auch für kritische, schwierig zu behandelnde Regionen, bei denen es kaum wirksame medizinische Ästhetikbehandlungen gibt.

Welche Patienten sind für die Eigenbluttherapie geeignet?

Prinzipiell ist natürlich jeder geeignet, der etwas für die Verbesserung seiner Hautqualität unternehmen möchte. Insbesondere empfehle ich Patienten, die keine Fremdstoffe oder Fremdmaterialen wünschen oder Bedenken vor allergischen Reaktionen haben, das Vampir Lifting.

Da hier nur körpereigenes Material genutzt wird, kommt es zu keinerlei Fremdkörperreaktionen. Es ist sehr gut verträglich und die Behandlung läuft in der Regel absolut komplikationslos ab.

PRP-Behandlung
 Die Eigenbluttherapie ist sehr gut verträglich.

Schöne Ergebnisse erzielen kann man insbesondere bei Patienten, die kleinere Hautdefizite aufweisen und mit einer vergleichsweise kleinen Erfrischungsmaßnahme eben auch zu einem schönen Hautbild und einem strahlenden Teint zu bringen sind.

Wie funktioniert die PRP-Eigenbluttherapie nun im Detail?

Die Grundlage der PRP-Behandlung ist zunächst ein sorgfältiges Beratungsgespräch mit dem Arzt, in dem geklärt wird, ob das PRP eine mögliche Methode zur Verwirklichung des Behandlungszieles ist.

Bei der Behandlung wird dem Patienten dann eine bestimmte Menge Blut über die Armvene abgenommen. Dieses wird dann in einem speziellen Spritzensystem aufgefangen und kommt anschließend in eine Zentrifuge, in der das Blutplasma, also das PRP, durch schleudern von den anderen Blutbestandteilen getrennt wird.

Können Sie uns kurz sagen, wie viel Blut entnommen werden muss und wieviel PRP dann letztlich übrigbleibt?

Wichtig zu wissen: Wir sprechen hier von kleinsten Mengen venösen Blutes, in der Regel ca. 15 – 20ml, die dem Patienten entnommen werden. Sie müssen sich vorstellen, dass der Mensch über ca. 6 Liter Blut verfügt und einen Blutverlust bis zu einem halben Liter verkraftet.

Die für das Vampir Lifting notwendige Menge Blut ist also absolut tolerabel und für den Patienten normalerweise nicht spürbar. Nach dem Zentrifugieren bleiben dann ca. 6 ml helles Plasma übrig.

Wie geht es dann weiter?

In der Regel bekommt der Patient zur besseren Weiterbehandlung eine Betäubungscreme im Behandlungsbereich aufgetragen. So können wir mögliche Schmerzen bei den Mikro-Einstichen während der Behandlung wirksam reduzieren.

Gerade die Augenpartie ist sehr empfindlich, da die Haut dort sehr fein ist und dort viele kleine Nerven verlaufen, die für eine gesteigerte Schmerzwahrnehmung sorgen. Nach ca. 20 Minuten Einwirkzeit beginnt man dann mit feinsten Nädelchen das gewonnene PRP in die obersten Hautschichten einzuspritzen.

Wie lange dauert eine Sitzung und wie viele sind notwendig, um ein sichtbares Ergebnis zu erlangen?

Die Dauer einer Einzelanwendung liegt bei 15 – 30 Minuten plus der Blutentnahme und der Einwirkzeit der Betäubungscreme. PRP ist tatsächlich vor allem als Mehrfachanwendung empfehlenswert, da die Summe der kleinen Einzeleffekte erst zum gewünschten Ergebnis führt.

Sprich, der Patient sollte optimalerweise eine Kurbehandlung von 3 – 5 Behandlungen im Abstand von 4 Wochen planen und dann jährlich eine Auffrischungsbehandlung wahrnehmen. So erhält der Teint einen strahlenden Glow und eine spürbar verbesserte Oberflächenstruktur und Festigkeit.

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Wie lange hält das kosmetische Ergebnis der PRP-Behandlung an?

Das ist individuell sehr unterschiedlich und ist abhängig u. a. vom Alter, von der Regenerationsfähigkeit des Gewebes und vom Ausgangszustand des Hautbildes. In der Regel empfehlen wir nach erfolgreicher Kurbehandlung, wie oben bereits geschildert, eine Auffrischungsbehandlung pro Jahr.

Eigenbluttherapie
In der Regel wird empfohlen nach erfolgreicher Kurbehandlung eine Auffrischungsbehandlung pro Jahr.

Kann die Eigenbluttherapie mit anderen Behandlungen kombiniert werden?

Ja, absolut. Die PRP-Behandlung stellt eine sinnvolle Ergänzung zum Beispiel zur Faltenbehandlung mit Hyaluronsäure oder Botulinumtoxin  dar. Gerade die vorhin angesprochene Augenregion mit ausgeprägten Krähenfüßen kann wunderbar in einer Kombination aus Botulinumtoxin zur Beruhigung der überaktiven Mimik und PRP zur Hautregeneration behandelt werden.

Kann man das in einer Sitzung machen oder braucht man dafür einen zeitlichen Abstand?

Das kommt ganz darauf an. Grundsätzlich versuchen wir, die Behandlung für jeden so effizient wie möglich zu gestalten. Ob es im Einzelfall aber möglich ist, besprechen wir in einem persönlichen Beratungsgespräch und erstellen daraufhin einen individuellen Behandlungsplan.

Was sind die mögliche Risiken und Nebenwirkungen der Eigenbluttherapie?

PRP als Eigenbluttherapie gehört zu den risikoarmen und nebenwirkungsarmen ästhetischen Behandlungen, da nur mit körpereigenen Bestandteilen gearbeitet wird. Es werden keine Fremdmaterialien eingebracht, insofern kann es nicht zu allergischen Reaktionen oder Fremdkörperreaktionen kommen.

Nebenwirkungen wie Rötungen, kleine blaue Flecken an den Einstichstellen oder leichte Schwellungen sind aufgrund der Mikroinjektionen natürlich möglich. Diese verschwinden aber innerhalb von ein oder zwei Tagen von selbst. Insgesamt ist das Nebenwirkungsprofil der PRP-Eigenbluttherapie als absolut risikoarm zu bewerten.

Wie hoch sind die Kosten für PRP-Behandlung?

Grundsätzlich kommt das auf die Größe und das Ausmaß des zu behandelnden Areales an. Betrachtet man eine gezielte Region, zum Beispiel nur die Augenpartie, dann können Sie mit Kosten für eine PRP-Behandlung ab ca. 250,- Euro rechnen, gerne empfehlen wir gerade bei der PRP-Behandlung eine Mehrfachtherapie, die wir dann auch im Paketpreis verkaufen.

Publiziert: 03.12.2018

Autor

Dr. med. H. Haas ist Fachärztin für Venerologie und Dermatologie bei beauteous, Praxis für ästhetisch-plastische Medizin in Frankfurt. Sie ist auf die operative und nicht operative ästhetische Dermatologie sowie Körperformung mittels Fettabsaugung, Kryolipolyse und Fett-weg-Spritze spezialisiert.

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