Ein Gespräch mit Dr. Roth, dem Spezialisten für Brazilian-Butt-Lift

Dr. med. Georg Roth hat eine 17-jährige Berufserfahrung als Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie. In 2007 reiste er nach Brasilien, wo er drei Jahre lang als Plastischer Chirurg tätig war. In Rio de Janeiro hat er mit den führenden Kapazitäten im Fachbereich der Po-Chirurgie zusammengearbeitet. In dem folgenden Interview erfahren Sie unter anderem, wer für diese OP-Methode geeignet ist und was alles zu beachten ist, wenn man einen Spezialisten für den Brazilian-Butt-Lift sucht.

Herr Dr. Roth, welche Methode bieten Sie Ihren Patientinnen an, die einen größeren Po haben möchten?

Meine bevorzugte Methode ist der Brazilian-Butt-Lift mit Eigenfett. Verfügt die Patientin über zu wenig Eigenfett und kann nicht zunehmen, ist das Silikonimplantat Mittel der Wahl. In meiner Praxis führe ich ca. 80 % mit Eigenfett und ca. 20 % mit Silikonimplantaten durch.

Sie haben auch in Brasilien Ihre Erfahrungen gesammelt, wie unterscheiden sich die brasilianischen Schönheitsideale von den europäischen?

Am besten ist dies auf meiner Webseite: http://brazilian-butt-lift.de erklärt. Im Prinzip geht es darum, dass in Deutschland viele Frauen die Hüfte so schmal wie möglich haben wollen und in Brasilien die Frauen extrem viel Wert auf die Sanduhrfigur legen. In Brasilien füllt man die Einbuchtung über den äußeren Oberschenkel auf und der äußere Oberschenkel wird in der Regel nicht abgesaugt. So entsteht eine schöne c-förmige Kurve, die sich zur Taille hin verjüngt.

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Brazilian-Butt-Lift – Po-Modellierung (Po-Lifting)

Wie erkennt die Patientin, dass sie für das Brasilianische Po-Lifting geeignet ist?

Im Prinzip sollte die Patientin über genügend Eigenfett verfügen. Der BMI ist nicht immer ein geeigneter Parameter. Am besten sind Fotos von sich mit Größe und Gewicht und dann kann in einem gemeinsamen Telefonat erörtert werden, in wie weit ein Brazilian-Butt-Lift in Frage kommen würde. Jeder Mensch ist einzigartig und deswegen bedarf es auch immer einer Einzelfallentscheidung.

Wird eine Brasilianische Po-Vergrößerung in Deutschland auch von Männern angefragt? Haben Sie unter Ihren Patienten auch Männer?

Ja, es wird auch von Männern angefragt, die ca. 5 % in meinem Patientengut ausmachen. Die Po-Formung beim Mann ist in der Regel nicht dazu da weiblicher auszusehen, sondern eine gewisse Fülle zu geben, um nicht ganz flach zu sein. Also ist die Operation beim Mann nicht der klassische Brazilian-Butt-Lift wie bei der Frau.

Gibt es ein Risiko, dass sich das umgelagerte Fett bei einer deutlichen Gewichtsabnahme absorbiert? Kann das Risiko irgendwie verringert werden?

Natürlich sollte man ca. 4 Monate nach dem Eingriff, besser noch 6 Monate eine ausgeglichene Energiebilanz halten. Meine Patienten fangen 6 Wochen nach dem Eingriff ein spezielles Sport- und Ernährungsprogramm an, was eine große Eigeninitiative und Selbstdisziplin erfordert.

Natürlich ist dieses Vorgehen auf freiwilliger Basis, es gibt auch Menschen, die auch ohne großartig darauf achten zu müssen, eine ausgeglichene Energiebilanz haben. Sehr schlecht ist es, wenn man nach dem Eingriff raucht, kein Sport treibt und auch noch abnehmen will. Wenn man dies tut, braucht man sich nicht wundern, dass man das transferierte Fett auch am Po bei Gewichtsreduktion verlieren wird. Auch hier gilt, dass jeder Mensch einzigartig ist und man immer ganz individuell planen sollte.

Kann der Po auch ohne ein operatives Verfahren vergrößert werden?

Natürlich. Der Po-Muskel ist durchaus trainierbar, insbesondere wenn man ein richtiges Bodybuildingprogramm mit spezialisierter Nahrung durchführt. Speziell osteuropäische Frauen haben jedoch, häufig oft genetisch bedingt, eine gering ausgeprägte Glutealmuskulatur. Am besten kann man dies nachvollziehen, wenn man sich die Crossfit-Spitzenathletinnen anschaut. Es gibt eine Reihe von perfekt geformten Pos, insbesondere bei Südeuropäerinnen und Amerikanerinnen. Bei osteuropäischen Sportlerinnen, gibt es eine Reihe mit flachen Pos, obwohl bei ihnen genauso intensiv die Glutealmuskulatur trainiert wurde.

Eine Operation kann nie einen gesunden Lebensstil ersetzen und die Vorstellung, dass man sich einen neuen Körperteil kauft, ohne dass man meint, den eigenen Körper pflegen zu müssen, ist leider speziell in Deutschland sehr weit verbreitet. In Brasilien und in den USA wissen die Frauen, dass sie allein für ihr Bindegewebe eine ausgewogene Ernährung und entsprechendes Training durchführen müssen. In Deutschland scheint die Marketingindustrie erfolgreich zu sein, den Patienten glauben zu lassen, dass ein Wundermittel sprich "geniale Operation" ausreicht, um alle Probleme zu lösen.

Was sollten die Patientinnen, die einen Spezialist für Brasilianisches Po-Lifting suchen, berücksichtigen?

Das Wichtigste ist die Sichtung der Vorher-Nachher-Bilder während des Beratungsgespräches. Wenn der Kollege nur 2-3 Patienten zeigen kann, wird er vermutlich noch nicht so viele Eingriffe durchgeführt haben.

Auch sollte der Kollege bereit sein, Patientenkontakte zu vermitteln, damit man von den Patienten selbst erfahren kann, wie zufrieden die Patienten sind und wie das "drumherum" des Eingriffes war. Ganz wichtig ist es zu beachten, dass Billigangebote in der Regel dazu führen, die Patienten über den Preis und nicht über die Qualität zu locken - *if you pay less, you get less*, ist insbesondere bei Operationen eine Verallgemeinerung, die in der Regel zutrifft. Die investierte Zeit während der Operation ist der Hauptkostenfaktor für eine Operation.

Die Vorstellung, dass ein Ärzteteam in einer Infrastruktur mit entsprechenden Hygienestandards und Lüftungstechnik eine Operation durchführt, die sich über mehrere Stunden zieht und dann nur 3000,-€ kosten soll, ist völlig unrealistisch. Der Brazilian-Butt-Lift kann keine billige Operation sein, da er in der Regel 5-6 Stunden dauert.

Insbesondere möchte ich von Reisen in die Länder wie z.B. die Dominikanische Republik abraten. Gerne kann ich Patientenkontakte herstellen, die ihre Operation in der Dominikanischen Republik haben machen lassen und ihre Entscheidung bitter bereuen.

Ganz wichtig ist, dass man auf sein eigenes Bauchgefühl hört. Sie müssen Ihrem Chirurgen wirklich vertrauen können.

Dr. Roth, vielen Dank für Ihre Zeit.

Publiziert: 31.08.2017

Beitrag über:

Autor

Veronika Chvatalova

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